R.Stahl braucht ei­nen neu­en Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­den

Chef­auf­se­her Hei­ko Stall­bör­ger kan­di­diert nicht mehr – Vol­ker Walprecht wird neu­er Fi­nanz­chef – LBBW emp­fiehlt wei­ter Ver­kauf

Heilbronner Stimme Stadtausgabe - Hohenloher Zeitung Ausgabe Künzelsau - - WIR TSCHAFT - Von un­se­rem Re­dak­teur Man­fred Stock­bur­ger

Die Pha­se der per­so­nel­len Neu­aus­rich­tung bei R. Stahl geht wei­ter. Wie aus der am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten Ein­la­dung zur ver­scho­be­nen Haupt­ver­samm­lung her­vor­geht, kan­di­diert Hei­ko Stall­bör­ger nicht mehr für ei­nen Sitz in dem Gre­mi­um, dem er seit 2013 an­ge­hört hat­te. Erst 2015 hat­te der In­ge­nieur, des­sen Frau Ina Stall­bör­ger die größ­te Ein­zel­ak­tio­nä­rin des Wal­den­bur­ger Ex­plo­si­ons­schutz­spe­zia­lis­ten ist, den Vor­sitz über­nom­men – in ex­trem tur­bu­len­ten Zei­ten für das Un­ter­neh­men.

Kon­sor­ti­um Ver­gan­ge­nes Wo­che­n­en­de, als das Fa­mi­li­en­kon­sor­ti­um über die Kan­di­da­ten ab­stimm­te, warf er sei­nen Hut nicht mehr in den Ring. Die Jah­re sei­en „vol­ler Her­aus­for­de­run­gen“ ge­we­sen, wird er zi­tiert. Für Stall­bör­ger, der sich 2013 mit ei­nem In­ge­nieur­bü­ro selbst­stän­dig ge­macht hat­te, ge­stal­te­te sich die ver­meint­li­che Ne­ben­tä­tig­keit mehr oder we­ni­ger als Voll­zeit­job. Zu­letzt war er mit ei­ner Wür­di­gung des ehe­ma­li­gen Vor­stands­vor­sit­zen­den Mar­tin Scho­ma­ker an die Öf­fent­lich­keit ge­tre­ten: „Sei­ne Leis­tung ver­dient un­se­ren Re­spekt und un­se­re An­er­ken­nung.“Aus­weis­lich Ge­schäfts­be­richt er­hielt Scho­ma­ker zu­sätz­lich zu sei­ner mo­nat­li­chen Ren­te von knapp 10000 Eu­ro auch ei­ne Ab­fin­dung von 350 000 Eu­ro.

Nach­fol­ge of­fen Auch die Un­ter­neh­mens­be­ra­te­rin Wal­traud Hertrei­ter, die nicht dem Fa­mi­li­en­kon­sor­ti­um an­ge­hört, kan­di­diert nicht für ei­ne wei­te­re Amts­zeit im R. StahlAuf­sichts­rat. Sie war seit 2012 Mit­glied. Für Hertrei­ter soll am 30. Au­gust die frü­he­re Putz­meis­ter-Fi­nanz­che­fin Re­na­te Ne­u­mann-Schä­fer in den Auf­sichts­rat ge­wählt wer­den. Für den Sitz des Fa­mi­li­en­kon­sor­ti­ums kan­di­diert Andre­as Mül­ler, der im Haupt­be­ruf bei KHD Hum­bold We­dag in Köln das welt­wei­te Con­trol­ling lei­tet. Wer als Stall­bör­gers Nach­fol­ger vor­ge­se­hen ist, lässt das Un­ter­neh­men of­fen, wählt da­bei aber ei­ne ge­schlechts­neu­tra­le For­mu­lie­rung.

Ob­wohl Vor­stand Ma­thi­as Hall­mann, der sich durch viel Pro­fes­sio­na­li­tät emp­fiehlt, un­ter Ver­weis auf den Auf­sichts­rat noch kei­nen neu­en Fi­nanz­vor­stand nen­nen konn­te, gibt es ein neu­es Fi­nanz-Schwer­ge­wicht im Ma­nage­ment der Hohenloher: Vol­ker Walprecht ist ehe­ma­li­ger Fi­nanz­chef des Au­to­zu­lie­fe­rer Gram­mer. Sei­ne for­ma­le Er­nen­nung zum Nach­fol­ger von Bernd Marx im Vor­stand dürf­te nur noch ei­ne Form­sa­che sein.

Die LBBW emp­fiehlt in­des wei­ter­hin ei­nen Ver­kauf der R. Stahl-Ak­tie. Ana­lyst Per-Ola Hell­gren er­war­tet, dass die vie­len Her­aus­for­de­run­gen „al­len­falls mit­tel­fris­tig“be­wäl­tigt wer­den kön­nen. Er geht da­von aus, dass das Un­ter­neh­men auch 2019 noch ei­nen deut­li­chen Ver­lust schreibt.

Fo­to: Man­fred Stock­bur­ger

Auf dem Markt gilt R. Stahl als der Mer­ce­des un­ter den Ex­plo­si­ons­schutz­spe­zia­lis­ten. Hin­ter den Ku­lis­sen gibt aber es im­mer neue Tur­bu­len­zen.

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