Kreis will Un­fall­pro­gno­se für B 27 ein­ho­len

Nach Teil­auf­he­bung des Tem­po­li­mits über­le­gen Städ­te und Zol­ler­nalb­kreis Maß­nah­men

Heuberger Bote - - HEUBERG - Von Steffen Mai­er

(sbo) - Nach­dem das Tem­po­li­mit auf der B 27 teil­wei­se auf­ge­ho­ben wor­den ist, wol­len die Städ­te Ba­lin­gen und He­chin­gen so­wie der Zol­ler­nalb­kreis ak­tu­el­le Lärm­be­rech­nun­gen und Pro­gno­sen zur mög­li­chen Ent­wick­lung des Un­fall­ge­sche­hens ein­ho­len.

Ein Un­ter­neh­mer aus From­mern hat­te ge­gen das Tem­po­li­mit ge­klagt und vor dem Sig­ma­rin­ger Ver­wal­tungs­ge­richt ei­nen Teil­er­folg er­zielt: Zwi­schen St­ein­ho­fen und He­chin­gen soll­te dem­nach Tem­po 130 er­laubt sein, zwi­schen He­chin­gen und Bo­dels­hau­sen soll­te es kein Tem­po­li­mit mehr ge­ben.

Die drei Ver­kehrs­be­hör­den be­dau­ern in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung, dass die Ver­kehrs­si­cher­heit nicht be­rück­sich­tigt wor­den sei und das Ver­wal­tungs­ge­richt Sig­ma­rin­gen die ein­heit­li­che und durch­gän­gi­ge Ge­schwin­dig­keits­be­schrän­kung auf der B 27 nicht ha­be mit­tra­gen wol­len.

Ak­tu­el­le Da­ten ab­war­ten

Vor ei­ner ab­schlie­ßen­den Ent­schei­dung über die An­nah­me des Ver­gleichs­vor­schlags für ein­zel­ne Stre­cken­ab­schnit­te wol­len die Ver­kehrs­be­hör­den die ak­tu­el­len Be­rech­nun­gen und Pro­gno­sen ab­war­ten. Erst wenn die­se Da­ten vor­lie­gen, wer­de je­weils in­ner­halb des be­tref­fen­den Zu­stän­dig­keits­be­reichs ent­schie­den, ob dem vom Ver­wal­tungs­ge­richt vor­ge­schla­ge­nen Kom­pro­miss zu­ge­stimmt wird.

„Das Land­rats­amt wird hier­bei kei­ne ko­or­di­nie­ren­de Funk­ti­on mehr über­neh­men“, wird in dem Schrei­ben be­tont. Da­her sei­en die ein­zel­nen Ent­schei­dun­gen di­rekt bei den zu­stän­di­gen Stel­len zu er­fra­gen. „Das Tem­po­li­mit ist ei­ne be­hörd­li­che und kei­ne po­li­ti­sche Ent­schei­dung und dient al­lein der Er­hö­hung der Ver­kehrs­si­cher­heit“, wird be­tont.

Vor drei Jah­ren war das durch­gän­gi­ge Tem­po­li­mit auf der B 27 zwi­schen Ba­lin­gen und der Kreis­gren­ze Rich­tung Tübingen ein­ge­führt wor­den. Von An­fang an hat­te es Be­für­wor­ter und Geg­ner ge­ge­ben. Die Ar­gu­men­te da­für: Auf dem Ab­schnitt der Bun­des­stra­ße wa­ren al­lein im Jahr 2014 ins­ge­samt 33 Ver­kehrs­un­fäl­le re­gis­triert wor­den, da­von wa­ren laut Po­li­zei 17 durch ho­hes Tem­po be­dingt. Ei­ne „Un­fall­häu­fungs­stel­le“al­so.

In Zu­sam­men­ar­beit mit der Po­li­zei war dar­auf­hin ge­prüft wor­den, was ge­tan wer­den konn­te. Es stell­te sich her­aus, dass auf zwei Drit­teln des et­wa 15 Ki­lo­me­ter lan­gen Ab­schnitts zwi­schen Ba­lin­gen und der Kreis­gren­ze die Ge­schwin­dig­keit re­du­ziert wer­den muss­te. Die „frei­en“Ab­schnit­te da­zwi­schen wa­ren ma­xi­mal zwei Ki­lo­me­ter lang.

Auch die Städ­te He­chin­gen und Ba­lin­gen für Tem­po­li­mit

Nicht der Zol­ler­nalb­kreis al­lein hat­te da­mals die Ent­schei­dung ge­trof­fen, ein durch­gän­gi­ges Tem­po­li­mit ein­zu­füh­ren: Die Städ­te Ba­lin­gen und He­chin­gen mit ei­ge­nen Ver­kehrs­be­hör­den wa­ren für die be­tref­fen­den Stre­cken­ab­schnit­te zu­stän­dig.

In den Zu­stän­dig­keits­be­reich des Land­rats­amts fiel ei­ne wei­te­re­re Ge­fah­ren­stel­le: der Ab­schnitt bei St­ein­ho­fen, wo sich die Un­fäl­le häuf­ten.

Klar war für die Be­tei­lig­ten, dass man kei­nen „Fli­cken­tep­pich“mit schnel­le­ren und lang­sa­me­ren Ab­schnit­ten woll­te, um die Ver­kehrs­teil­neh­mer nicht zu ver­un­si­chern. So wur­de 2015 in Ab­stim­mung mit dem Re­gie­rungs­prä­si­di­um durch­gän­gig Tem­po 120 ein­ge­führt.

Lärm­min­de­rung war kein ent­schei­den­der Grund für das Tem­po­li­mit, be­ton­te die Be­hör­de da­mals. Mit ei­ner Ge­schwin­dig­keits­re­du­zie­rung lie­ßen sich Lärm­wer­te nur be­dingt sen­ken. Ge­ra­de für schwe­re Brum­mis än­de­re sich mit die­sem Tem­po­li­mit oh­ne­hin nichts.

FO­TO: MAI­ER / SBO

Die B 27 bei Ba­lin­gen.

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