Das Er­be von So­nic Youth

Kim Gor­don und Thurs­ton Moo­re ver­su­chen sich so­lo

Heuberger Bote - - SZENE - Von Oli­ver Beck­hoff

(dpa) - So­nic Youth wa­ren schon Hel­den, als Kurt Co­bain noch kei­nen brauch­ba­ren Laut aus ei­ner Gi­tar­re be­kam. 1981 ge­grün­det, eb­ne­ten die avant­gar­dis­ti­schen Noi­se-Ro­cker vie­len, die da­nach ka­men, den Weg. Ro­he ju­gend­li­che Wut und ze­le­brier­te Per­spek­tiv­lo­sig­keit tra­fen beim Grun­ge auf Holz­fäl­ler­hem­den und lan­ge Haa­re – ein Mix, der Mil­lio­nen von Neun­zi­ger­jah­re-Te­enagern be­geis­ter­te.

So­nic Youth ha­ben ge­wis­ser­ma­ßen al­les über­dau­ert, zu­min­dest in ih­ren Frag­men­ten: Kim Gor­don hat mit „No Ho­me Re­cord“gera­de ein So­lo-Al­bum her­aus­ge­bracht, das durch­aus ei­ne Kar­di­nal­tu­gend von So­nic Youth hoch­hält: die Ex­pe­ri­men­tier­freu­de. Und auch Thurs­ton Moo­re, ehe­mals Sän­ger und Gi­tar­rist der Band, au­ßer­dem Gor­dons ExMann, ist ak­tu­ell wie­der mit ei­nem So­lo-Al­bum am Start, das be­reits am 20. Sep­tem­ber er­schie­nen ist.

Gor­dons Al­bum knüpft ei­ner­seits an ihr frü­hes Schaf­fen an: zu den Zu­ta­ten ge­hö­ren Drum-Com­pu­ter und Gi­tar­re, da­zu frag­men­ta­ri­sche Tex­te, die eher auf As­so­zia­tio­nen set­zen, als ei­ne Ge­schich­te zu er­zäh­len. Doch ih­rem ers­ten wirk­li­chen So­loAl­bum hat Gor­don auch neue Zu­ta­ten hin­zu­ge­fügt: So krat­zig klang sie nie, so wü­tend sel­ten. So viel Elek­tro­nik war auch sel­ten. Das La­bel be­zeich­net „No Ho­me Re­cord“als ei­ne „Ex­pe­di­ti­on ins Un­heim­li­che“. An­ge­sichts der dunk­len und von Brü­chen durch­zo­ge­nen Stü­cke und der frag­men­ta­ri­schen Tex­te, die eher As­so­zia­tio­nen aus­lö­sen als ei­ne Ge­schich­te zu er­zäh­len, trifft es das ganz gut. Und letzt­lich ist es das, was Fans und Kri­tik schon im­mer an Gor­don schät­zen: Er­war­tun­gen und mu­si­ka­li­sche Gen­re­gren­zen ha­ben sie noch nie in­ter­es­siert.

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