Ver­schwun­de­ne Rück­zugs­ge­bie­te

Heuberger Bote - - GELD & SERVICE -

Er­halt der Kul­tur­land­schaft: Wo sind die He­cken und Sträu­cher in der Kul­tur­land­schaft ge­blie­ben? Ge­op­fert den im­mer grö­ßer wer­den­den Ma­schi­nen. Die­se Rück­zugs­ge­bie­te für Klein­tie­re, Vö­gel und In­sek­ten mit ih­rer im­men­sen Grä­ser- und Blu­men­viel­falt sind über vie­le Jah­re hin­weg schlei­chend bei­na­he kom­plett ver­schwun­den. Üb­rig ge­blie­ben sind gro­ße An­bau­flä­chen oh­ne Rück­zugs­mög­lich­kei­ten für Tie­re. Wo ver­läuft die Gren­ze zwi­schen Agrar­in­dus­trie und Land­wirt­schaft? Grä­ben wur­den zu­ge­schüt­tet und statt­des­sen Drai­na­gen ein­ge­zo­gen.

Nicht ver­ges­sen soll­te man, dass wir Bür­ger täg­lich viel Geld be­zah­len, um den Ni­trat­wert in un­se­rem Trink­was­ser zu sen­ken – es wird ein­fach zu viel Gül­le aus­ge­bracht, denn es ge­lingt nicht, die Ni­trat­wer­te im Do­nau­tal merk­lich zu sen­ken. Selbst Tie­fen­karst­brun­nen sind durch Pes­ti­zi­de ver­un­rei­nigt. Die jetzt ins Spiel ge­brach­ten „Blüh­strei­fen“sind kaum mehr als Kos­me­tik. Wo sind die Blu­men in den Ge­trei­de­flä­chen (Korn­blu­me, Mohn)?

Wir brau­chen die Land­wirt­schaft, kon­ven­tio­nell und bio­lo­gisch. Wie lange noch soll die Er­pres­sung durch die Le­bens­mit­tel­kon­zer­ne nach im­mer bil­li­ge­ren land­wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ten wei­ter­ge­hen? Land­wir­te müs­sen von ih­ren Er­trä­gen le­ben kön­nen, und da­zu ge­hö­ren in ers­ter Li­nie kos­ten­de­cken­de Prei­se. Aber das müs­sen die Land­wir­te (ge­mein­sam?) sel­ber schaf­fen.

Ro­land Uhl, Ried­lin­gen

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