Ein Ab­schied oh­ne Pa­thos

In der letz­ten Fol­ge der TV-Rei­he „Un­ter Ver­dacht“mit Sen­ta Berger rech­net die Er­mitt­le­rin im Ru­he­stand mit ih­rem Vor­ge­setz­ten ab

Heuberger Bote - - MEDIEN - Von Kat­ha­ri­na Zeckau

(KNA) - Kurz vor dem Ru­he­stand wird die in­ter­ne Er­mitt­le­rin Eva Pro­hacek (Sen­ta Berger) von ih­rem ers­ten Fall ein­ge­holt: Die Kin­der der da­mals Ver­stor­be­nen for­dern Auf­klä­rung. Im Zen­trum des Ver­dachts steht aus­ge­rech­net ihr un­ge­lieb­ter Chef.

Die 30. Fol­ge der „Un­ter Ver­dacht“Rei­he ist nach 17 Jah­ren die letz­te der Kri­mi­nal­se­rie um die in­ter­ne Er­mitt­le­rin Pro­hacek, ih­ren Kol­le­gen And­re Lang­ner (Ru­dolf Krau­se) und Kom­mis­sa­ri­ats­lei­ter Claus Rei­ter (Gerd Ant­hoff), den un­ge­lieb­ten Vor­ge­setz­ten der bei­den. 2002 star­te­te das be­mer­kens­wert kri­tisch-po­li­ti­sche Pro­jekt mit der Fol­ge „Ver­deck­tes Spiel“, für die es da­mals gleich den Grim­meP­reis gab. Die letz­te Fol­ge nun greift das Ge­sche­hen aus dem ers­ten Film auf. Mar­ti­na Weiss, ei­ne al­lein­er­zie­hen­de Mut­ter, die ei­nem Bau­pro­jekt im We­ge stand, ver­brann­te da­mals in ih­rem Haus. Da­für ver­ur­teilt wur­de nie­mand, es sah nach ei­nem Un­fall aus. Ih­re bei­den Kin­der je­doch glaub­ten nie an die of­fi­zi­el­le Ver­si­on.

Die mitt­ler­wei­le er­wach­se­ne Toch­ter der in „Ver­deck­tes Spiel“ge­tö­te­ten Frau ist Po­li­zis­tin ge­wor­den – und zwar vor al­lem, um den Mord an ih­rer Mut­ter zu rä­chen. Die jun­ge Frau bleibt für Pro­hacek, die sie zum Ta­ther­gang be­fragt, selt­sam un­nah­bar. Kurz dar­auf ist sie dann tat­säch­lich wie von der Bild­flä­che ver­schwun­den.

Als Eva Pro­hacek be­greift, dass es sich bei der Po­li­zis­tin und ih­rem Bru­der um die ver­wais­ten Kin­der von da­mals han­delt, er­wacht ihr Jagd­in­stinkt: Ob­wohl ihr letz­ter Tag im Di­enst längst hin­ter ihr liegt, er­mit­telt sie wei­ter. Auch weil sie spürt, dass sie da­mals nicht hart­nä­ckig ge­nug war – im­mer wie­der blit­zen in ih­rem Kopf Er­in­ne­rungs­fet­zen auf. Da­rin stets zu se­hen: ihr schmie­rig-jo­via­ler Chef Claus Rei­ter.

Der Fall, den „Evas letz­ter Gang“er­zählt, ist kein son­der­lich span­nen­der. Da­für sind dem Zu­schau­er die Übel­tä­ter zu früh be­kannt, auch ge­lingt es Dreh­buch und Re­gie nicht, das Da­mals und Heu­te und die Fül­le an Per­so­nen un­ter ei­nen Hut zu brin­gen. In­ter­es­san­ter an dem Film sind die gran­di­os ge­spiel­ten Schwin­gun­gen zwi­schen Eva und ih­ren Kol­le­gen Lang­ner und Rei­ter. Wenn Pro­hacek und Rei­ter mal wie­der ih­re Kräf­te mes­sen, wenn sie in klei­nen An­deu­tun­gen gro­ße Mau­sche­lei­en auf­de­cken, dann ist die­ser Film ganz bei sich. Die Po­li­zis­tin ist hier schon deut­lich von Al­ter und Auf­ge­ben ge­zeich­net, bis sie dann eben doch noch ein­mal ih­ren al­ten Kampf­geist aus­gräbt. So ist „Evas letz­ter Gang“kein ganz glanz­vol­les En­de für die Er­mitt­le­rin mit dem (fast) un­be­stech­li­chen Blick ge­wor­den. Aber im­mer­hin ein wür­di­ger Ab­schluss der Be­zie­hun­gen zu ih­ren bei­den wich­tigs­ten Kol­le­gen. Und die mach­ten ja im Grun­de im­mer den Kern der „Un­ter Ver­dacht“-Rei­he aus.

FOTO: ZDF

Dr. Eva Ma­ria Pro­hacek (Sen­ta Berger).

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