Prä­pa­ra­te für die Wech­sel­jah­re ver­spre­chen zu viel

Wenn Frau­en an hor­mo­nel­len Ve­rän­de­run­gen lei­den, wer­ben Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel mit Lin­de­rung – Ver­brau­cher­schüt­zer war­nen

Heuberger Bote - - GESUNDHEIT -

(dpa) - Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel mit so­ge­nann­ten Isof­la­vo­nen sol­len Frau­en in den Wech­sel­jah­ren hel­fen. Ei­nen wis­sen­schaft­li­chen Nach­weis da­für gibt es je­doch nicht, war­nen die Ver­brau­cher­zen­tra­len.

Trotz­dem wer­ben vie­le Her­stel­ler sol­cher Pro­duk­te mit dem ver­meint­li­chen Nut­zen – zum Bei­spiel in­di­rekt durch Pro­dukt­na­men mit dem Wört­chen „Me­no“oder durch ei­ne ge­ziel­te An­spra­che von Frau­en im ent­spre­chen­den Al­ter. An­de­re ma­chen auch di­rek­te Ge­sund­heits­ver­spre­chen, ob­wohl die­se zu­min­dest teil­wei­se ver­bo­ten sind. Das zeigt ei­ne Über­prü­fung der Ver­brau­cher­zen­tra­len von 22 Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­teln

mit Rot­klee- und So­jaI­sof­la­vo­nen.

Der Test zeigt auch, dass vie­le Her­stel­ler auf Warn­hin­wei­se zur ma­xi­ma­len Ein­nah­me­dau­er der Mit­tel ver­zich­ten. Die sind zwar nicht vor­ge­schrie­ben, wer­den von der Eu­ro­päi­schen Be­hör­de für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit (EFSA) aber emp­foh­len. Und wä­ren bit­ter nö­tig: Fast zwei Drit­tel der Kan­di­da­ten im Test wa­ren so hoch do­siert, dass sie da­mit die Ori­en­tie­rungs­wer­te der EFSA für die täg­li­che Auf­nah­me sol­cher Prä­pa­ra­te über­schrit­ten.

Isof­la­vo­ne sind nach An­ga­ben der Ver­brau­cher­schüt­zer se­kun­dä­re Pflan­zen­stof­fe, die hor­mo­n­ähn­lich wir­ken. Sie wer­den da­her auch Pflan­zen­hor­mo­ne

ge­nannt und kom­men vor al­lem in So­ja­boh­nen vor.

Ei­nen Nach­weis für un­er­wünsch­te Ne­ben­wir­kun­gen gibt es nicht. Un­klar ist aber, ob der Kon­sum das Brust­krebs­ri­si­ko bei Frau­en in den Wech­sel­jah­ren er­höht. Die EFSA emp­fiehlt, Pro­duk­te mit So­ja-Isof­la­vo­nen nicht län­ger als zehn Mo­na­te am Stück ein­zu­neh­men, bei Rot­kleeI­sof­la­vo­nen sind es so­gar nur drei. Das Bun­des­in­sti­tut für Ri­si­ko­be­wer­tung (BfR) schließt sich dem an.

Die­se Ori­en­tie­rungs­wer­te gel­ten für ge­sun­de Frau­en in und nach den Wech­sel­jah­ren. Grund­sätz­lich ra­ten die Ver­brau­cher­zen­tra­len, vor dem Griff zu sol­chen Er­gän­zungs­mit­teln mit dem Arzt zu spre­chen.

FO­TO: CHRISTIN KLOSE

Spe­zi­el­le Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel sol­len Frau­en ge­gen die ty­pi­schen Be­schwer­den der Wech­sel­jah­re hel­fen. Ei­nen wis­sen­schaft­li­chen Nach­weis da­für gibt es aber nicht.

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