CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te leh­nen Vor­stoß ab, CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te kri­ti­sie­ren Bun­des­ge­setz

Heuberger Bote - - WIRTSCHAFT -

Ba­den-würt­tem­ber­gi­sche CDUBun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te, die das Mi­gra­ti­ons­pa­ket mit­ent­wi­ckelt ha­ben, leh­nen den Plan der Un­ter­neh­mer­initia­ti­ve ab. „Oh­ne ei­ne zwölf­mo­na­ti­ge Vor­dul­dungs­zeit kä­me die Be­schäf­ti­gungs­dul­dung ei­nem Spur­wech­sel gleich. Ein sol­cher Spur­wech­sel wä­re ein star­ker An­reiz für ei­nen Asyl­an­trag in Deutsch­land. Von ihm wür­de das Si­gnal aus­ge­hen: Man muss es nur ir­gend­wie nach Deutsch­land schaf­fen, dann wird sich schon ei­ne Ar­beit fin­den und ein Blei­be­recht er­gat­tern las­sen“, sagt Thors­ten

Frei, der den Wahl­kreis Schwarz­wald-Baar ver­tritt. Sein Kol­le­ge Axel

Mül­ler, für den Wahl­kreis Ra­vens­hin, burg in Ber­lin, hält den Pa­ra­gra­fen, den die Initia­ti­ve an­führt, für ei­ne „ab­so­lu­te Aus­nah­me­vor­schrift für den prä­zi­se zu prü­fen­den Ein­zel­fall“. Ei­ne „An­wen­dung auf ei­ne gan­ze Grup­pe gleich­ge­la­ger­ter Fäl­le, die den glei­chen Hin­ter­grund ha­ben, hal­te ich für nicht mach­bar“, er­klärt Mül­ler auf An­fra­ge der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Zu­dem hält er ei­ne ge­ne­rel­le Um­ge­hung von Bun­des­ge­set­zen durch ei­nen Er­lass, „der das Ge­setz an ei­nem ent­schei­den­den Punkt fak­tisch aus­he­beln wür­de, nicht für zu­läs­sig und mit Blick auf die Glaub­wür­dig­keit un­se­res Rechts­staa­tes für ge­fähr­lich“. Alex­an­der Throm, für den Kreis Heil­bronn im Bun­des­tag, weist dar­auf

dass „die zwölf­mo­na­ti­ge Dul­dungs­zeit vom Bun­des­tag be­wusst be­schlos­sen wur­de, um den Rück­füh­rungs­an­spruch des Staa­tes auf­recht­zu­er­hal­ten.“Es han­de­le sich schließ­lich um aus­rei­se­pflich­ti­ge Per­so­nen. „Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass die Un­ter­neh­mer­initia­ti­ve be­wusst ei­ne rechts­wid­ri­ge Um­ge­hung des ge­setz­ge­be­ri­schen Wil­lens vor­schlägt“, er­klärt Throm wei­ter. Für die CDU-Ab­ge­ord­ne­ten im ba­den-würt­tem­ber­gi­schen Land­tag,

Rai­mund Ha­ser (Wan­gen/Il­ler­tal) und Tho­mas Dörf­lin­ger (Bi­be­rach), geht der Vor­stoß da­ge­gen in die rich­ti­ge Rich­tung. „Der Staat hat 2015 an die Ar­beit­ge­ber ap­pel­liert,

Flücht­lin­ge schnellst­mög­lich in Ar­beit zu brin­gen. Vie­le gro­ße und klei­ne Be­trie­be sind die­sem Wunsch ge­folgt und ha­ben viel Zeit, Geld und Herz­blut in die­je­ni­gen in­ves­tiert, die es aus ih­rer Sicht ver­dient ha­ben. Die­se Ar­beit­ge­ber for­dern des­halb zu Recht ei­ne ver­läss­li­che Lö­sung – wie auch im­mer die­se aus­se­hen mag – für ih­re Be­schäf­tig­ten. Im Prin­zip geht der Vor­schlag der Ar­beit­ge­ber­initia­ti­ve al­so in die rich­ti­ge Rich­tung“, schrei­ben Ha­ser und Dörf­lin­ger. „Aber dass es nun Auf­ga­be der Län­der sein soll, ei­nen of­fen­sicht­lich wun­den Punkt in der Bun­des­ge­setz­ge­bung durch ei­ge­ne Er­las­se der Län­der zu hei­len, ir­ri­tiert uns schon ein we­nig.“(ben)

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