„War­um nicht das Stock­a­cher Mo­dell?“– „Wo ein Wil­le ist, ist auch ein Weg!“

Heuberger Bote - - SPAICHINGE­N -

Es er­reich­ten uns zum The­ma Kli­nik­schlie­ßung noch wei­te­re Leserbrief­e Mit gro­ßem In­ter­es­se ver­folg­te ich die Ver­an­stal­tun­gen in der Stadt­hal­le zum The­ma Kran­ken­haus Spaichin­gen und die Leserbrief­e im „Heu­ber­ger Bo­te“, die viel zahl­rei­cher sein soll­ten zu die­sem wich­ti­gen The­ma. Denn es be­trifft uns al­le.

Es macht mich ei­ner­seits furcht­bar trau­rig, wie der Land­rat, ei­ni­ge Ärz­te vom Kli­ni­kum Tutt­lin­gen und ein­zel­ne Kreis­rä­te so über­heb­lich und recht­ha­be­risch zu die­sem The­ma äu­ßern. Auf die Ein­wän­de der Bür­ger wur­de und wird über­haupt nicht ein­ge­gan­gen. Und das macht mich wü­tend. Nicht, weil sie ei­ne an­de­re Mei­nung ha­ben, son­dern wie sie die­se Mei­nung äu­ßern und ver­tre­ten. Die Ar­gu­men­te sind teil­wei­se so an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen, dass es ei­nem die Schu­he aus­zieht.

Es heißt, dass ins Spaichin­ger Kran­ken­haus zu viel in­ves­tiert wer­den müss­te, um es wei­ter exis­tie­ren zu las­sen. Aber in Tutt­lin­gen 50 Mil­lio­nen in­ves­tie­ren, das geht und soll in Ord­nung sein?

Au­ßer­dem er­in­ne­re ich mich an die ers­te Ver­an­stal­tung in der Stadt­hal­le, als Herr Land­rat Bär sag­te, in Tutt­lin­gen sind ge­nü­gend Bet­ten vor­han­den, auch wenn Spaichin­gen nach Tutt­lin­gen um­zieht! Über die­se Aus­sa­ge war ich ziem­lich ver­wun­dert. Und kur­ze Zeit spä­ter hieß es dann, dass 50 Mil­lio­nen für Bet­ten­haus und Park­plät­ze in­ves­tiert wer­den müs­sen. Die Aus­sa­ge, dass die­se In­ves­ti­ti­on oh­ne­hin ge­tä­tigt wer­den müs­se, glau­be ich auf gar kei­nen Fall.

In Spaichin­gen wird Dia­be­tes be­han­delt mit ei­ner Ta­ges­kli­nik. Ich selbst bin Dia­be­ti­ke­rin und weiß, wie wich­tig es ist, die­se Ein­rich­tung im Kran­ken­haus Spaichin­gen zu ha­ben. Dia­be­tes ist in­zwi­schen ei­ne Volks­krank­heit und wird noch wei­ter zu­neh­men.

Die ger­ia­tri­sche Ab­tei­lung im Kran­ken­haus Spaichin­gen funk­tio­niert her­vor­ra­gend. Das Per­so­nal ist kom­pe­tent, sehr em­pa­thisch und pro­fes­sio­nell. Mei­ne Fa­mi­lie hat das per­sön­lich er­lebt, als wir ei­ne zeit­lang täg­lich in die Ger­ia­trie gin­gen, um ei­ne An­ge­hö­ri­ge zu be­su­chen. Das Per­so­nal war so dank­bar für die­se Un­ter­stüt­zung. War­um soll das künf­tig nicht mehr funk­tio­nie­ren? Es hat mit Geld zu tun? Un­ser Land­kreis ist so reich; Tutt­lin­gen nennt sich „Welt­zen­trum der chir­ur­gi­schen In­stru­men­te“da müss­te es doch mög­lich sein, zwei Kran­ken­häu­ser zu ha­ben.

Es wä­re doch auch mög­lich nach dem Stock­a­cher Mo­dell das Kran­ken­haus in Spaichin­gen zu hal­ten. Um­lie­gen­de Ge­mein­den müss­ten dann dem För­der­ver­ein bei­tre­ten und na­tür­lich noch vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aus den um­lie­gen­den Ge­mein­den. Des­halb möch­te ich an al­le mei­ne Mit­men­schen in Spaichin­gen und Um­ge­bung ap­pel­lie­ren: Wer­det Mit­glied im För­der­ver­ein Kran­ken­haus. Hei­di-Mag­da­le­na Hirsch, Spaichin­gen

Als Bür­ger nahm ich an al­len Ver­an­stal­tun­gen in Spaichin­gen teil und las auch auf­merk­sam al­le Leserbrief­e.

Da­bei kam ich bei ob­jek­ti­ver Ab­wä­gun­gung a l l e r Ar­gu­men­te zum Er­geb­nis, dass die Grün­de ins­ge­samt deut­lich ge­gen ei­ne Schließung un­se­res Kran­ken­hau­ses spre­chen. Wir im reichs­ten Land­kreis des Mus­ter­länd­les und als Welt­zen­trum der Me­di­zin­tech­nik wol­len uns nicht ein­mal ei­ne zwei­te gu­te und star­ke Kli­nik leis­ten, ob­wohl wir mit zwei Kli­ni­ken im­mer noch deut­lich un­ter der Bet­ten­dich­te im Land lie­gen wür­den! Ja, geht’s noch! Ich ha­be mir den Kreis­haus­halt an­ge­se­hen und fest­ge­stellt, wie­viel Mil­lio­nen für an­de­re wich­ti­ge Auf­ga­ben zur Ver­fü­gung ste­hen und muss mich fra­gen, was uns ei­gent­lich un­ser sog. „wich­tigs­tes Gut“un­se­re Ge­sund­heit noch wert ist?

Wo ein Wil­le ist, ist auch ein Weg! Den kann ich aber bei un­se­rem Herrn Land­rat lei­der nicht er­ken­nen; er ist fest­ge­legt und ge­wich­ti­gen Ar­gu­men­ten nicht zu­gäng­lich! Da­bei soll­te er als ehe­ma­li­ger „Land-Schul­tes“doch noch spü­ren und er­ken­nen, wo den Bür­ger der Schuh drückt!

In un­se­rem Bun­des­land kön­nen wir den Land­rat (noch) nicht di­rekt wäh­len. Die Nord­be­woh­ner wür­den ihm dann ih­re „Ge­gen­rech­nung“prä­sen­tie­ren. Ich bit­te des­halb die Kreis­tags­mit­glie­der: Stim­men Sie ge­gen den An­trag un­se­rer Kreis­ver­wal­tung! Zei­gen Sie ihr und „un­se­rem“Land­rat die Ro­te Kar­te und ver­lan­gen Sie von ihm den Blick nach vor­ne und vor al­lem mehr Krea­ti­vi­tät! Karl Käf­fer­lein, Spaichin­gen

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