900 Ki­lo­me­ter für ei­ne Weih­nachts­py­ra­mi­de

Mu­se­um Au­ber­le­haus er­öff­net Weih­nachts­aus­stel­lung - Räu­cher­männ­chen in Tros­sin­ger Tracht - Bis 2. Fe­bru­ar ge­öff­net

Heuberger Bote - - TROSSINGEN - Von Ro­bin Möss

- Von klein bis groß hat die neue Weih­nachts­aus­stel­lung im Au­ber­le­haus die gan­ze Band­brei­te an Nuss­kna­ckern, Weih­nachts­py­ra­mi­den, Räu­cher­männ­chen und mehr zu bie­ten. Am Sonn­tag­mor­gen ist die Aus­stel­lung er­öff­net wor­den. Bis 2. Fe­bru­ar, Ma­riä Licht­mess, wird sie zu se­hen sein.

„Den wei­tes­ten Weg – 900 Ki­lo­me­ter – hat ei­ne Weih­nachts­py­ra­mi­de zu­rück­ge­legt“, weiß Vol­ker Neipp. Zahl­rei­che Ex­po­na­te kom­men aus Ost­deutsch­land, sehr vie­le da­von aus dem Erz­ge­bir­ge. Die­ses ist für sein Holz­kunst­werk sehr be­kannt, wie Frie­der Wit­te, der Mu­se­ums­mit­glied und zu­sam­men mit sei­ner Frau Ga­b­rie­le Wit­te Initia­tor und Or­ga­ni­sa­tor der Aus­stel­lung so­wie ei­ner der gro­ßen Tros­sin­ger Leih­ge­ber ist, be­rich­tet. Groß wur­de das Hand­werk mit Holz durch den kon­junk­tu­rel­len Ab­schwung des Berg­baus. Weil es Holz im Erz­ge­bir­ge zu ge­nü­ge gibt, ent­wi­ckel­ten sich die ver­schie­de­nen Küns­te, Holz zu be­ar­bei­ten. Die­se Küns­te brin­gen die Gäs­te und auch den Tros­sin­ger Bür­ger­meis­ter Cle­mens Mai­er ins Stau­nen: „Ei­ne tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung“, so Mai­ers Wor­te. „Es wird ei­nem weih­nacht­lich zu­mu­te.“

„Von fi­li­gran bis rie­sig“: So spricht Frie­der Wit­te über die Holz­bau­kunst. Vol­ker Neipp drückt dies aufs Mu­se­um be­zo­gen in Zah­len aus: „Un­se­re kleins­te Fi­gur ist ein 38mm gro­ßer Nuss­kna­cker, un­se­re größ­te ein 1, 78m gro­ßes Räu­cher­männ­chen.“Zwar kann die­ser klei­ne Nuss­kna­cker zwar kei­ne Nuss kna­cken, da­für aber das gro­ße Räu­cher­männ­chen rau­chen. Da­zu muss es aber raus­ge­stellt wer­den, „an­sons­ten wür­de die Brand­mel­de­an­la­ge Alarm schla­gen“, meint Neipp. Und prompt wur­de das Männ­chen drau­ßen zum Mo­tiv für ein Fo­to­shoo­ting zahl­rei­cher Be­su­cher. Kein Wun­der, han­delt es sich näm­lich hier­bei um ein für das Mu­se­um ei­gens an­ge­fer­tig­tes Uni­kat, das nach An­ga­ben des Mu­se­ums mit Tros­sin­ger Tracht und Mund­har­mo­ni­ka ver­se­hen wur­de. „Zu ge­ge­be­nen An­läs­sen wer­den wir es vors Haus stel­len“, sagt Mu­se­ums­lei­ter Neipp. Zu­dem ist das Männ­chen kei­ne Leih­ga­be und darf dau­er­haft in Trossingen blei­ben.

Man kann es la­pi­dar aus­drü­cken: Die Aus­stel­lungs­stü­cke wur­den aus­ge­packt und in die Vi­tri­nen ge­stellt. Doch tat­säch­lich ist der Auf­wand viel grö­ßer, als manch ei­ner ver­mu­ten mag, und so­mit über­haupt nicht la­pi­dar. An­ge­fan­gen hat al­les mit ei­nem „Brain­stor­ming“, wie es Frie­der Wit­te nann­te.

So be­gann nach Os­tern die Pla­nung. An­fang Ok­to­ber wur­den die Leih­ga­ben aus dem Erz­ge­bir­ge ab­ge­holt. Da­für und für die Prä­sen­ta­ti­on wa­ren acht bis zehn Leu­te nach Di­enst­schluss eh­ren­amt­lich tä­tig. „Hier­für ei­nen gro­ßen Dank“, lobt Vol­ker Neipp. Sie be­schäf­tig­ten sich mit Kon­zep­ti­on, mit dem Ge­samt­bild der Aus­stel­lung und mit den Tex­ten. Am auf­wen­digs­ten da­bei: „Das vor­sich­ti­ge Au­s­pa­cken, Zu­sam­men­bau­en und Ins­ze­nie­ren“, so Vol­ker Neipp. Dies brau­che Zeit. „Die St­un­den zäh­len wir gar nicht mehr“, sagt Neipp, aber 350 bis 400 St­un­den sei­en es be­stimmt ge­we­sen.

FOTO: RO­BIN MÖSS

Die Kunst des Holz­rei­fen­dre­hens.

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