„Die Zu­kunft des Kamp­fes ge­gen Do­ping be­ginnt heu­te“

Zu­künf­ti­ger WA­DA-Prä­si­dent sen­det Kampf­an­sa­ge

Heuberger Bote - - SPORT -

(dpa) - Wenn den gro­ßen Wor­ten auch Ta­ten fol­gen, bre­chen für Do­ping­be­trü­ger schwe­re Zei­ten an. „Die Zu­kunft des Kamp­fes ge­gen Do­ping be­ginnt heu­te“, ver­kün­de­te der de­si­gnier­te WA­DA-Prä­si­dent Wi­told Ban­ka auf der Wel­tAn­ti-Do­ping-Kon­fe­renz in Kat­to­witz selbst­be­wusst. Flan­kie­rend avi­sier­te IOC-Prä­si­dent Tho­mas Bach, zehn Mil­lio­nen Dol­lar für ei­nen Ak­ti­ons­plan be­reit­zu­stel­len und bei den Olym­pi­schen Spie­len 2020 in To­kio ei­nen Gen­test ein­zu­füh­ren.

„Die­se neue Me­tho­de wird die Ab­schre­ckung er­hö­hen. Wir wol­len, dass sich die Be­trü­ger nie­mals si­cher füh­len, zu je­der Zeit und über­all“, sag­te Bach, der Chef des In­ter­na­tio­na­len Olym­pi­schen Ko­mi­tees. Der Gen­test könn­te ei­nen Blut­do­ping­Nach­weis Wo­chen oder gar Mo­na­te nach der EPO-Ein­nah­me mög­lich ma­chen. Das IOC will die Gen-Me­tho­de auch an­wen­den, wenn die­se von der WA­DA noch nicht bis zu den To­kio-Spie­len an­er­kannt ist. Die Pro­ben wer­den für spä­te­re Nach­tests zu­nächst ein­ge­fro­ren. Das IOC will die Hälf­te der zehn Mil­lio­nen Dol­lar für ei­ne um­fang­rei­che­re Ein­la­ge­rung vor und wäh­rend der Olym­pi­schen Spie­le aus­ge­ben. Bei Nach­tests der Pro­ben der Som­mer­spie­le von Pe­king 2008 und Lon­don 2012 wa­ren rund 120 Pro­ben po­si­tiv.

„Nicht nur mit dem Fin­ger dro­hen“

Bach will aber nicht nur mehr Geld in­ves­tie­ren, son­dern auf der po­li­ti­schen Ebe­ne er­rei­chen, dass in Do­ping­fäl­le ver­strick­te Be­treu­er und Ärz­te nicht nur ge­sperrt, son­dern auch straf­recht­lich be­langt wer­den. „Wir wol­len die Re­gie­run­gen er­mu­ti­gen, nach wirk­sa­men We­gen in­ner­halb ih­rer je­wei­li­gen na­tio­na­len Rechts­sys­te­me zu su­chen, um Men­schen, die Teil des Um­felds sind, streng zu be­stra­fen“, sag­te er. „Ein in ei­nen Do­ping­fall ver­wi­ckel­ter Arzt soll­te nicht nur die Ak­kre­di­tie­rung für Sport­ver­an­stal­tun­gen ver­lie­ren.“

Der künf­ti­ge WA­DA-Prä­si­dent quit­tier­te die An­kün­di­gun­gen von Bach er­freut, er will aber viel mehr Geld – auch von Re­gie­run­gen, Un­ter­neh­men oder Sport­spon­so­ren. „Es ist lä­cher­lich, dass ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on mit dem Sta­tus ei­ner glo­ba­len Re­gu­lie­rungs­be­hör­de ein Bud­get von we­ni­ger als 40 Mil­lio­nen US-Dol­lar hat“, kri­ti­sier­te der erst 35-jäh­ri­ge Ex-Leicht­ath­let Ban­ka, der am 1. Ja­nu­ar Nach­fol­ger von Craig Ree­die wird. „Ein durch­schnitt­li­cher Fuß­ball­ver­ein hat ein grö­ße­res Bud­get.“

Zu­gleich kün­dig­te er an, här­ter ge­gen Län­der vor­ge­hen zu wol­len, die ge­gen die WA­DA-Re­geln ver­sto­ßen und auch die neu­en Mög­lich­kei­ten der Be­stra­fung bis hin zum Olym­pia-Aus­schluss zu nut­zen. „Die WA­DA soll­te häu­fi­ger Stra­fen ver­hän­gen, nicht nur mit dem Fin­ger dro­hen“, be­ton­te Ban­ka. Ob auch er nach die­ser Ma­xi­me han­deln wird, dürf­te sich in sei­ner Amts­zeit zei­gen.

FOTO: DPA

Wi­told Ban­ka

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