Mil­des Licht

Heuberger Bote - - GOTTESDIEN­STE / VITRINE -

Für mich ist das mil­de Herbst­licht im­mer ein Bild für ei­nen Men­schen, der auf sich selbst, auf sei­ne Feh­ler und Schwä­chen, aber auch auf die Men­schen und ih­re Men­sch­lich­kei­ten mit ei­nem mil­den Blick sieht. Mit sei­nem mil­den Blick taucht ein sol­cher Mensch sei­ne ei­ge­ne Wirk­lich­keit und die Men­schen um sich her­um in ein mil­des Licht. Im mil­den Herbst­licht wird al­les schön. Da leuch­ten die bun­ten Blät­ter am Baum in ih­rer gan­zen Schön­heit. Da ist aber auch der dür­re Baum noch schön. Da be­kommt al­les sei­nen ei­ge­nen Glanz. Ich ken­ne al­te Men­schen, von de­nen so Mil­de aus­geht. In ih­rer Nä­he bin ich ger­ne. Mit ih­nen un­ter­hal­te ich mich ger­ne. Da geht ein Er­leb­nis aus, dass ich so sein darf, wie ich bin, und ei­ne Zu­stim­mung: ,,Es ist doch al­les gut." Das Le­ben hat die­se al­ten Men­schen oft hin­und her­ge­schüt­telt. Sie sind durch Hö­hen und Tie­fen ge­gan­gen. Aber jetzt im Herbst ih­res Le­bens schau­en sie mit ei­nem mil­den Blick auf al­les. Es ist ih­nen nichts Mensch­li­ches fremd ge­blie­ben. Aber sie ver­ur­tei­len nichts. Sie las­sen es in ih­rem mil­den Herbst­licht leuch­ten, so wie es alt ge­wor­den ist. Pe­ter Ber­ner

Pastoralre­ferent, ka­tho­li­sche Kir­che Seel­sor­ge­ein­heit Klip­pen­eck-Prim­tal

FOTO: PM

Pe­ter Ber­ner

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