„Pa­ti­ent pro­fi­tiert vom Plus an Be­hand­lungs­si­cher­heit“

Ani­ka Güm­pel von Karl Storz be­rich­tet über die Re­so­nanz auf der Me­di­ca und neue Pro­duk­te

Heuberger Bote - - MEDICA 2019 IN DÜSSELDORF -

- Seit 70 Jah­ren gibt es das Me­di­zin­tech­nik­un­ter­neh­men Karl Storz. Im Vor­jahr wur­de ein Um­satz von 1,71 Mil­li­ar­den Eu­ro er­wirt­schaf­tet. Die Tutt­lin­ger Fir­ma ist wei­ter auf Wachs­tums­kurs, in­ves­tiert 30 Mil­lio­nen Eu­ro in die Stand­or­te Tutt­lin­gen und Neu­hau­sen ob Eck. Tra­di­tio­nell war Karl Storz auch auf der Me­di­ca in Düs­sel­dorf ver­tre­ten. Re­dak­teur Matthias Jan­sen hat mit Ani­ka Güm­pel, Ab­tei­lungs­lei­te­rin Tech­ni­sches Mar­ke­ting bei Karl Storz ge­spro­chen.

Gu­ten Tag, Frau Güm­pel. Die Me­di­ca in Düs­sel­dorf läuft seit Mon­tag. Wie ist Ihr Ein­druck von der Mes­se?

Der Ein­druck ist sehr gut. Das In­ter­es­se ist wirk­lich groß. Vie­le in­ter­es­sier­te Be­su­cher wa­ren schon an un­se­rem Stand.

Wel­che Be­su­cher schau­en denn an Ih­rem Stand vor­bei?

Das sind Kun­den, in­ter­na­tio­na­le Kol­le­gen mit ih­ren Kun­den, aber auch Stu­den­ten und Ent­wick­lungs­part­ner. Es sind aber auch vie­le Mes­se-Gäs­te, die im Vor­bei­lau­fen auf uns auf­merk­sam wer­den. Der Schwer­punkt der Me­di­ca ver­schiebt sich je­doch im­mer mehr in Rich­tung In­dus­trie­mes­se. Wir ha­ben un­ser Stand­kon­zept die­ses Jahr neu er­ar­bei­tet und un­se­re Pro­duk­te pro­mi­nent au­ßen am Stand plat­ziert.

Was ist an dem Kon­zept neu?

Wir ha­ben ei­nen Pa­ti­en­ten­pfad nach­ge­stellt. Die Be­su­cher wer­den vom Dia­gno­se­ar­beits­platz bis in den Ope­ra­ti­ons­saal und durch die an­schlie­ßen­de Do­ku­men­ta­ti­on der OPDa­ten ge­führt.

Was sind die in­no­va­ti­ven Pro­duk­te, die Karl Storz prä­sen­tiert. Vom ers­ten Ein­druck ist viel aus dem Be­reich Visualisie­rung da­bei.

Das stimmt. Wir zei­gen z. B. neue Tech­no­lo­gi­en in un­se­rem High- En­dKa­me­ra­sys­tem Image1 S Ru­bi­na. Die­ses Sys­tem be­inhal­tet ein 3D-En­do­skop, ei­nen 4K-Ka­mera­kopf mit Fluo­res­zenz-Tech­nik so­wie ei­ne LED-Licht­quel­le, wel­che eben­falls für die Fluo­res­zenz-Bild­ge­bung aus­ge­legt ist. Ein wei­te­res Pro­dukt­high­light, der Te­le Pack+, ist ein kom­pak­tes Bild­ge­bungs- und Do­ku­men­ta­ti­ons­sys­tem für die An­wen­dung im Of­fice-Be­reich, das heißt zum Bei­spiel für den nie­der­ge­las­se­nen Arzt oder für Ta­ges­kli­ni­ken. Zum kom­pak­ten En­do­sko­pie-Pa­ket ge­hö­ren ein Mo­ni­tor, ein Ka­mer­a­pro­zes­sor, ei­ne LED-Licht­quel­le und ein Spei­cher für Do­ku­men­te, und das al­les in ei­nem kom­pak­ten Ge­rät. Dar­an kön­nen star­re, fle­xi­ble und Ein­mal-En­do­sko­pe an­ge­schlos­sen wer­den. Dar­über

hin­aus zei­gen wir noch ei­ni­ge neue Kom­po­nen­ten für den in­te­grier­ten Ope­ra­ti­ons­saal. Über die OP-In­te­gra­ti­ons­lö­sung OR1 Air kön­nen Vi­deo-Si­gna­le über­tra­gen wer­den – bei­spiels­wei­se aus dem OP zu ei­nem an­de­ren Arzt, um ei­ne Zweit­mei­nung ein­zu­ho­len, oder in den Hör­saal ei­nes Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums­so­wie Pa­ti­en­ten­bil­der und -vi­de­os lü­cken­los in 4K/ 3D do­ku­men­tiert und im Kran­ken­haus­netz­werk wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den.

Wel­che Vor­tei­le ha­be ich als Pa­ti­ent da­von?

Das bringt ei­ne bes­se­re Qua­li­tät in der Be­hand­lung. Durch das Image1 S Ru­bi­na-Sys­tem mit der Fluo­res­zen­zBild­ge­bung kön­nen die ana­to­mi­schen Struk­tu­ren beim Pa­ti­en­ten bes­ser dar­ge­stellt wer­den. Der Ope­ra­teur sieht, wel­che Struk­tu­ren er nicht ver­let­zen darf oder ob ei­ne Durch­blu­tung ge­ge­ben ist. Dies bringt ein Plus an Be­hand­lungs­si­cher­heit, von dem der Pa­ti­ent pro­fi­tiert.

Der neue Auf­lö­sungs­stan­dard 4K ist bes­ser als Full-HD. Ist da­mit nicht das mensch­li­che Au­ge über­for­dert?

Nein. Der Arzt kann deut­lich mehr De­tails er­ken­nen. Es er­mög­licht ein er­wei­ter­tes Farb­spek­trum so­wie ei­ne bes­se­re Tie­fen­wahr­neh­mung.

Karl Storz preist sich mit dem Sys­tem­ge­dan­ken an, den das Un­ter­neh­men seit 70 Jah­ren bei der Pro­dukt­ent­wick­lung vor Au­gen hat. Wird dies wirk­lich so sehr nach­ge­fragt?

Da le­gen vie­le Kun­den gro­ßen Wert dar­auf. Mit ei­nem Sys­tem­an­bie­ter wie Karl Storz hat der Kun­de nur ei­nen An­sprech­part­ner, wel­cher im Be­darfs­fall kon­tak­tiert wer­den kann. Mit der Sys­tem­lö­sung be­kommt der Kun­de ei­nen An­sprech­part­ner, der ihm hilft und da­für sorgt, dass das Sys­tem voll­um­fäng­lich funk­tio­niert. Karl Storz ver­kauft so­mit voll­um­fäng­li­che Lö­sun­gen an­statt ein­zel­ner Pro­duk­te.

Hat die Me­di­ca an Be­deu­tung ver­lo­ren? Vie­le Me­di­zin­tech­nik-Un­ter­neh­men sind auf der Ar­ab He­alth in Du­bai.

Wir sind auch auf der Ar­ab He­alth ver­tre­ten. Die Teil­nah­me an bei­den Mes­sen spie­gelt un­se­re glo­ba­le Aus­rich­tung wi­der. In Düs­sel­dorf tref­fen wir auch vie­le in­ter­na­tio­na­le Kun­den. Au­ßer­dem sind wir ein deut­scher Her­stel­ler und sind selbst­ver­ständ­lich auch auf dem hei­mi­schen Markt prä­sent.

Ist ei­ne Aus­wir­kung der EU-MDR spür­bar?

Na­tür­lich spü­ren wir die Aus­wir­kun­gen und Ve­rän­de­run­gen durch die MDR. Ak­tu­ell sind wir da­bei, die Än­de­run­gen von der al­ten zur neu­en Richt­li­nie zu be­rück­sich­ti­gen. Hier­an ar­bei­tet ein be­reichs­über­grei­fen­des Pro­jekt­team, um den er­heb­li­chen Auf­wand zu stem­men und um al­le An­for­de­run­gen frist­ge­recht um­zu­set­zen.

FOTO: KARL STORZ

An­ni­ka Güm­pel

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