Cold­play und der Koh­len­stoff

Heuberger Bote - - ERSTE SEITE - un­term­[email protected]­ebi­sche.de

Vor zwei Jah­ren woll­ten uns di­ver­se männ­lich-weib­li­che Kreis­li­ga­mo­dels weis­ma­chen, dass Koh­len­hy­dra­te noch schlim­mer sei­en als Welt­krie­ge und Ras­sis­mus zu­sam­men, die ul­ti­ma­ti­ve Pest der Mensch­heit qua­si. Nach­dem der Lo­wCarb-Trend dank Glücks­gu­rus wie Eck­art von Hirsch­hau­sen zum Glück vom In­ter­vall­fas­ten ab­ge­löst wur­de, hat die Welt nun neue, ähn­lich klin­gen­de Fein­de ge­fun­den: das Koh­len­di­oxid re­spek­ti­ve den Koh­len­stoff an sich. Die bri­ti­sche Pop­band Cold­play kün­digt an, sie wol­le so lan­ge nicht mehr auf Tour­nee ge­hen, bis ge­währ­leis­tet sei, dass ihr Tour­le­ben „koh­len­stoff­neu­tral“sei. „Wir neh­men uns die Zeit, um her­aus­zu­fin­den, wie un­se­re Tour ak­tiv von Nut­zen für die Um­welt sein kann“, er­klär­te der Sän­ger und über­zeug­te Weltret­ter Chris Mar­tin. Ob Mar­tin gu­ten Ge­wis­sens alt wer­den kann, wo er doch reins­ten Sau­er­stoff ein­fach so ver­at­met, um ihn in bö­ses CO2 zu ver­wan­deln, oder ob er ei­ne koh­len­stoff­neu­tra­le Lun­gen­trans­plan­ta­ti­on plant, war bei Re­dak­ti­ons­schluss nicht be­kannt.

Nütz­lich für die Um­welt wä­re in je­dem Fall, wür­den Cold­play wie­der so ro­cki­ge Songs wie in den 1990ern schrei­ben. Bei Andre­as Ga­ba­lier und He­le­ne Fi­scher, durch ih­re Atem­lo­sig­keit um­welt­tech­nisch höchst ver­däch­tig, ha­ben wir die Hoff­nung auf näh­ren­de Songs lei­der längst auf­ge­ge­ben. Oh­ne­hin emp­feh­len wir al­len Min­ne­sän­gern, ru­hig zu blei­ben, bei sich, und bei nied­ri­gem Puls. Nur so reicht der Sau­er­stoff für al­le. Wir da­ge­gen wer­den gleich un­se­ren Ka­chel­ofen an­zün­den und ganz viel Holz hin­ein­wer­fen, und spä­ter, wenn es mol­lig wird, Koh­le­bri­ketts nach­le­gen. Gott seg­ne den Koh­len­stoff. Und Glück­auf. (zak)

FO­TO: DPA

Ver­brau­chen de­fi­ni­tiv zu viel Luft: Chris Mar­tin (links) und He­le­ne Fi­scher, zu­wei­len atem­los.

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