Geld und Ap­pel­le für das Kli­ma

25. UN-Kli­ma­kon­fe­renz star­tet – Von der Ley­en kün­digt bil­lio­nen­schwe­re In­ves­ti­tio­nen an

Heuberger Bote - - ERSTE SEITE - Von Kris­ti­na Sta­ab und Agen­tu­ren

MADRID - Mit ein­dring­li­chen Ru­fen nach mehr Kli­ma­schutz hat die 25. UN-Kli­ma­kon­fe­renz be­gon­nen. Der Ge­ne­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Na­tio­nen, An­to­nio Gu­ter­res, sprach am Mon­tag in Madrid von ei­nem „Krieg ge­gen die Na­tur“, der be­en­det wer­den müs­se. „Wenn wir nicht schnell un­se­ren Le­bens­stil än­dern, ge­fähr­den wir das Le­ben an sich.“Die Ver­pflich­tun­gen, die die Staa­ten 2015 auf der Kli­ma­kon­fe­renz in Pa­ris ein­ge­gan­gen sei­en, reich­ten nicht aus, um den Tem­pe­ra­tur­an­stieg auf 1,5 Grad Cel­si­us zu be­gren­zen. Ein „Wei­ter so wie bis­her“wer­de ka­ta­stro­pha­le Fol­gen ha­ben, warn­te Gu­ter­res. Bis zum En­de des Jahr­hun­derts dro­he die Tem­pe­ra­tur um fast vier Grad Cel­si­us zu stei­gen.

196 Staa­ten und die EU ver­han­deln in den kom­men­den zwei Wo­chen dar­über, wie das Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­men doch noch ver­wirk­licht und die Er­der­hit­zung ein­ge­dämmt wer­den kann. Bis 2020 sol­len al­le Staa­ten ehr­gei­zi­ge­re Plä­ne zur Re­du­zie­rung ih­res Treib­haus­gasAus­sto­ßes vor­le­gen, da­für sol­len in Madrid die not­wen­di­ge Un­ter­stüt­zung

und auch Druck auf­ge­baut wer­den. Zu­dem geht es um Re­geln, nach de­nen Staa­ten und Un­ter­neh­men Kli­ma­schutz in an­de­ren Län­dern fi­nan­zie­ren kön­nen.

Die neue Prä­si­den­tin der EUKom­mis­si­on, Ur­su­la von der Ley­en, kün­dig­te da­für in Madrid ei­nen Fonds von ei­ner Bil­li­on Eu­ro für den Kli­ma­schutz und zur För­de­rung er­neu­er­ba­rer Ener­gi­en an. Das Geld sol­le im kom­men­den Jahr­zehnt in­ves­tiert wer­den, sag­te sie. Es soll in Wis­sen­schaft und For­schung, In­no­va­ti­on und grü­ne Tech­no­lo­gie flie­ßen.

Kli­ma­for­scher Mo­jib La­tif for­der­te am Mon­tag im Zu­ge der Kli­ma­kon­fe­renz den Aus­bau der er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en, den Aus­stieg aus Koh­le, Öl und Erd­gas und neue Tech­ni­ken zur Säu­be­rung der Luft. „Da­mit soll­te man so­fort an­fan­gen, um nicht noch mehr Zeit zu ver­lie­ren“, sag­te La­tif im Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Grund­sätz­lich sieht er die Kli­ma­kon­fe­renz skep­tisch. „Seit Jah­ren ist nach den Welt­kli­ma­gip­feln im­mer das Ge­gen­teil von dem pas­siert, was hät­te ge­sche­hen müs­sen“, sag­te La­tif. Es se­he „sehr schlecht aus“.

(hz) - Aus­län­di­sche Pfle­ge­kräf­te sol­len in Zu­kunft nach spä­tes­tens sechs Mo­na­ten ei­ne Ar­beit in ei­nem deut­schen Kran­ken­haus oder ei­nem Pfle­ge­heim an­tre­ten kön­nen. Das ist das Ziel der Deut­schen Fach­kräf­teagen­tur für Ge­sund­heits- und Pfle­ge­be­ru­fe (De­Fa) in Saar­brü­cken. Bis­her dau­ert das zwei Jah­re und län­ger. Die neue Agen­tur sol­le da­zu die­nen, den drin­gend be­nö­tig­ten Fach­kräf­ten „schnell und un­bü­ro­kra­tisch ein Vi­sum und ei­ne Ar­beits­er­laub­nis zu be­sor­gen“, so Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) am Mon­tag.

Be­trei­ber von Kli­ni­ken und Hei­men hat­ten im­mer wie­der kri­ti­siert, dass al­lein die Vi­sa-Er­tei­lung zu lan­ge daue­re und die 16 Bun­des­län­der 16 ver­schie­de­ne An­er­ken­nungs­ver­fah­ren für aus­län­di­sche Ab­schlüs­se hät­ten. Auch Spahn räum­te ein, dass man jah­re­lang über die­se Pro­ble­me nur dis­ku­tiert ha­be – „nun fan­gen wir mal mit dem Ma­chen an“. Der Bund zahlt der De­Fa 4,7 Mil­lio­nen Eu­ro für die nächs­ten vier Jah­re. Zu­dem wird pro Per­son ei­ne Ein­zel­fall­pau­scha­le von 350 Eu­ro fäl­lig. Zu­nächst wird da­mit be­gon­nen, Fach­kräf­te aus Me­xi­ko und den Phil­ip­pi­nen zu be­glei­ten.

FO­TO: GA­B­RI­EL BOUYS/AFP

In Madrid su­chen 196 Staa­ten bei der UN-Kli­ma­kon­fe­renz (COP25) nach We­gen für mehr Kli­ma­schutz.

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