Land pocht auf Zu­sa­gen des Bun­des in Mil­li­ar­den­hö­he

Fi­nan­zen Vom ver­spro­che­nen „Pakt für den Rechts­staat“bis zum „Di­gi­tal­pakt“: Stutt­gart fühlt sich von Ber­lin hin­ge­hal­ten. Von Ro­land Mu­schel und Axel Ha­ber­mehl

Hohenloher Tagblatt - - VORDERSEITE -

Die Bun­des­län­der for­dern den Bund auf, den ver­spro­che­nen „Pakt für den Rechts­staat“rasch ein­zu­lö­sen. Be­stand­teil des Pak­tes sol­len laut Ber­li­ner Ko­ali­ti­ons­ver­trag „2000 neue Rich­ter­stel­len bei den Ge­rich­ten der Län­der und des Bun­des“sein. Dem Ver­spre­chen sei­en bis­lang „kei­ne Ta­ten ge­folgt“, sag­te Ba­den-Würt­tem­bergs Jus­tiz­mi­nis­ter Gui­do Wolf der SÜD­WEST PRES­SE. „Wer in ei­nem Ko­ali­ti­ons­ver­trag weit­rei­chen­de An­kün­di­gun­gen macht und 2000 Neu­stel­len für Rich­ter und Staats­an­wäl­te ver­spricht, muss lie­fern.“Die Län­der könn­ten „ins­be­son­de­re ei­ne Be­tei­li­gung an den Fol­ge­kos­ten“der Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­kri­se gut ge­brau­chen. Die Ver­wal­tungs­ge­rich­te äch­zen un­ter der Zahl der Asyl­ver­fah­ren.

Laut ei­nem Be­schluss­vor­schlag Ham­burgs, der die­ser Zei­tung vor­liegt, wol­len die Län­der auf der Jus­tiz­mi­nis­ter­kon­fe­renz kom­men­de Wo­che Bun­des­mi­nis­te­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley (SPD) auf­for­dern, „die not­wen­di­gen Schrit­te zur Kon­kre­ti­sie­rung der fi­nan­zi­el­len Un­ter­stüt­zung der Län­der durch den Bund zu un­ter­neh­men“.

Ei­ne Di­rekt­fi­nan­zie­rung von Stel­len in den Ge­rich­ten der Län­der durch den Bund ist der­zeit nicht mög­lich, da Jus­tiz Län­der­sa­che ist. Ei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung lehnt Stutt­gart ab. Wolf schlägt statt­des­sen ei­nen hö­he­ren Län­der­an­teil an der Um­satz­steu­er vor. Un­klar ist auch, ob die Län­der nach ih­rer Grö­ße oder nach Stel­len­be­darf be­dacht wür­den. Wolf plä­diert für die ers­te Va­ri­an­te. Das Land ha­be be­reits mas­siv in zu­sätz­li­ches Per­so­nal in­ves­tiert. Das dür­fe nicht be­straft wer­den.

Auch beim Di­gi­tal­pakt für Schu­len, für den im Ko­ali­ti­ons­ver­trag 3,5 Mil­li­ar­den Eu­ro zu­ge­sagt sind, hakt es. Die Gro­ße Ko­ali­ti­on macht ei­ne Grund­ge­setz­än­de­rung zur Be­din­gung, fin­det da­für aber nicht die not­wen­di­ge Mehr­heit in Bun­des­tag. Im Bun­des­rat be­kämpft Ba­den-Würt­tem­berg ei­ne Ver­fas­sungs­än­de­rung, da­mit Ber­lin nicht in sei­ne Schul­po­li­tik hin­ein­re­gie­ren kann. „Der Di­gi­tal­pakt ist das Pa­ra­de­bei­spiel da­für, dass es we­der leich­ter noch schnel­ler läuft, wenn der Bund das Ru­der über­nimmt“, sag­te Kul­tus­mi­nis­te­rin Su­san­ne Ei­sen­mann (CDU) die­ser Zei­tung. Kom­men­tar

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