Kat­zen-Kom­mu­ne be­rei­tet Pro­ble­me

In Schroz­berg hat sich ei­ne 50-köp­fi­ge Grup­pe ge­bil­det, die in­mit­ten der Stadt lebt. Tier­freun­de su­chen zu­sam­men mit dem Rat­haus nach neu­en Be­sit­zern.

Hohenloher Tagblatt - - VORDERSEITE - Von Ha­rald Zi­gan

Schroz­berg. In Schroz­berg hat sich ei­ne 50-köp­fi­ge Kat­zen-Grup­pe ge­bil­det, die in­mit­ten der Stadt lebt. Tier­freun­de su­chen zu­sam­men mit dem Rat­haus nach neu­en Be­sit­zern.

Vom pa­ra­die­si­schen Le­ben ei­nes ver­hät­schel­ten Stu­ben­ti­gers kön­nen rund 50 Kat­zen in Schroz­berg nur träu­men: Die Tie­re sind her­ren­los, ha­ben kei­ne Heim­statt und fris­ten ihr wil­des Da­sein in­mit­ten der Stadt.

Ei­ni­ge Bür­ger ha­ben sich der Kat­zen er­barmt und ver­sor­gen sie mit Fut­ter. Zu­sam­men mit Tier­freun­den sucht das Rat­haus der­zeit nach ei­ner Lö­sung für das Pro­blem mit der Kat­zen-Kom­mu­ne, die sich schon vor ge­rau­mer Zeit ge­bil­det hat.

Die Ur­sprün­ge der Kat­zen-Grup­pe sol­len auf ei­ne Fa­mi­lie zu­rück­ge­hen, die bei ih­rem Um­zug in ei­ne an­de­re Ge­gend ei­ni­ge Fell­trä­ger ein­fach zu­rück ge­las­sen ha­ben soll. Zu­erst quar­tier­ten sich die Vier­bei­ner not­ge­drun­gen in ei­ner al­ten Scheu­ne ein. Als die­ses Ge­bäu­de ab­ge­ris­sen wur­de, such­ten sich die Kat­zen neue, un­be­wohn­te Do­mi­zi­le in der Ge­gend, in die sie sich nach ih­ren aus­ge­dehn­ten Streif­zü­gen zu­rück­zie­hen und dort auch ih­re Jun­gen zur Welt brin­gen.

Un­ge­zü­gel­ter Nach­wuchs

Und Nach­wuchs gibt es in­zwi­schen reich­lich: Mo­nat um Mo­nat ver­grö­ßert sich das Schroz­ber­ger Kat­zen­volk un­ge­zü­gelt. Und in der Nach­bar­schaft häu­fen sich mitt­ler­wei­le die Be­schwer­den von Bür­gern, wenn die Kat­zen ih­re flüs­si­gen und fes­ten Stoff­wech­sel­pro­duk­te zum Bei­spiel in pri­va­ten Gär­ten oder auf öf­fent­li­chen Grün­flä­chen ver­schar­ren.

Auch je­nen Schroz­ber­ger Tier­freun­den, die den doch recht ho­hen fi­nan­zi­el­len Auf­wand für gro­ße Men­gen an Kat­zen­fut­ter nicht scheu­en und die Tie­re re­gel­mä­ßig mit Nah­rung ver­sor­gen, ist in­zwi­schen klar, dass es mit dem Kat­zen­volk so nicht wei­ter­ge­hen kann.

In Zu­sam­men­ar­beit mit Pri­vat­leu­ten be­müht sich das Rat­haus der­zeit um ei­ne Lö­sung des Pro­blems. Die Stadt über­nimmt bei­spiels­wei­se die Kos­ten für ei­ne Ste­ri­li­sa­ti­on der Tie­re und kommt auch für tier­ärzt­li­che Be­hand­lun­gen auf.

Die Kat­zen sol­len dann an neue Be­sit­zer ver­mit­telt wer­den. Ein idea­ler Le­bens­raum für die Fell­trä­ger wä­ren zum Bei­spiel Bau­ern­hö­fe oder Rei­ter­hö­fe, wo sich die über­aus scheu­en Tie­re an ein nor­ma­les Le­ben mit dem Men­schen ge­wöh­nen kön­nen und den­noch viel Aus­lauf ha­ben. Denn als rei­ne „Woh­nungs­kat­zen“eig­nen sich die Schroz­ber­ger Kat­zen auf­grund ih­rer bis­he­ri­gen Le­bens­wei­se nur be­dingt.

Kat­zen­freun­de ge­sucht

Be­vor die Tie­re in neue Hän­de kom­men, wer­den sie auf je­den Fall ste­ri­li­siert und tier­ärzt­lich un­ter­sucht. Wer den Schroz­ber­ger Kat­zen die Chan­ce auf ein an­ge­neh­mes Le­ben ge­ben möch­te, kann sich un­ter der Te­le­fon­num­mer 0 79 34 / 99 31 85 mel­den.

Fo­to: Il­ja Sie­ge­mund

Das wil­de, rund 50-köp­fi­ge Schroz­ber­ger Kat­zen­volk stromert bei sei­nen Streif­zü­gen auch durch Gär­ten und Fried­hö­fe und hin­ter­lässt dort sei­ne Stoff­wech­sel­pro­duk­te – was zu­neh­mend auch für Be­schwer­den aus der Bür­ger­schaft sorgt.

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