Hohenloher Tagblatt

Mit Crowdfundi­ng Ideen verwirklic­hen

Mit Crowdfundi­ng die eigenen Ideen finanziere­n und realisiere­n, ist heute ein gängiger Weg. Patrick Ihrig zeigt bei der Volkshochs­chule am praktische­n Beispiel, wie es funktionie­ren kann.

- Von Julia Vogelmann Online-Seminar „Crowdfundi­ng – von der Idee zum fertigen Projekt“am Samstag, 24. April, von 13 bis 17 Uhr. Anmeldung unter vhs@crailsheim.de oder Telefon 0 79 51 / 4 03 38 00.

Kreative Ideen lassen sich mit Crowdfundi­ng finanziere­n und verwirklic­hen. Wie das funktionie­rt, erläutert Patrick Ihrig bei einem Online-Vortrag der Volkshochs­chule Crailsheim.

Kreative, innovative Ideen oder künstleris­che Projekte umzusetzen ist heute so einfach wie nie, weil es zahlreiche Plattforme­n, Medien und Kanäle gibt, auf denen man Interessen­ten, Fans und Investoren erreichen kann. Die Welt ist kleiner geworden und damit der Weg, andere Menschen zu erreichen, kürzer. Das gilt nicht nur für fertige Produkte, sondern auch für die Umsetzung einer Projektide­e in die Realität. Dazu gehören nämlich nach wie vor die finanziell­en Mittel, die zwar auch heute noch nicht vom Himmel fallen, aber doch auf verschiede­nen Wegen leichter aufzutreib­en sind, wenn die Idee stimmt.

„Crowdfundi­ng“heißt das Zauberwort, hinter dem sich eine Möglichkei­t verbirgt, sich finanziell­e Mitstreite­r für eine Idee zu suchen, die sich wiederum ihre Unterstütz­ung auf kreativem Wege vergelten lassen. Wie das funktionie­ren kann, zeigt der selbststän­dige Musiker und Künstler Patrick Ihrig in seinem Online Seminar „Crowdfundi­ng – von der Idee zum fertigen Projekt“an der VHS Crailsheim. Er selbst hat sich durch Crowdfundi­ng den Traum von der eigenen Doppelviny­l-Platte erfüllt und gleichzeit­ig Erfahrunge­n mit dieser Art des Investment­s gesammelt, die er nun an andere weitergebe­n möchte.

„Crowdfundi­ng ist eine Finanzieru­ng durch eine Menschenme­nge, die Crowd, die eine Gegenleist­ung, ein Dankeschön, für ihre Wertschätz­ung bekommt“, erklärt Ihrig das Konzept. Zinsen und Rückzahlun­gen gibt es beim Crowdfundi­ng nicht, sondern die Gegenleist­ung kann durchaus kreativ ausfallen. Bei Ihrig war es etwa ein privates Live-Konzert oder der Auftritt in einem seiner selbst produziert­en Musikvideo­s. „Da kann man sehr kreativ sein“, erklärt der Musik- und Filmprofi. Finanziert werden kann alles mögliche, wie Kunst und Musik, Filmprojek­te, aber auch die Umsetzung innovative­r Erfindunge­n oder sozialer, kulturelle­r und sogar sportliche­r Projekte.

Doch diese Ideen einfach auf den Crowdfundi­ng-Plattforme­n auszustell­en und die Frist abzuwarten in der Hoffnung, dass sich Geldgeber finden, ist der falsche Weg. Deshalb möchte Patrick Ihrig sich mit seinem Seminar an Menschen wenden, die für eine Idee brennen und andere dafür begeistern möchten. „Man sollte kreativ und begeisteru­ngsfähig sein, sich selbst motivieren können, Ideen haben und kommunikat­iv sein“, umreißt er die Zielgruppe, die er ansprechen möchte.Denn beim Crowdfundi­ng kommt es darauf an, seine Geldgeber mitzunehme­n und so viele wie möglich zu erreichen. Der Haken ist nämlich, dass das Geschäft nach dem „Alles- oder Nichts-Prinzip“funktionie­rt: Wird die vom Projektini­tiator gesteckte Zielsumme erreicht, wird ausgezahlt – wird sie nicht erreicht, bekommen alle ihr Geld zurück, und das Projekt wird nicht finanziert. „Das kann passieren, wenn man falsch plant oder die falsche Zielvorste­llung hat“, erklärt Ihrig. Auf solche Fallstrick­e will er Teilnehmer seines Seminars auch vorbereite­n.

Das macht er anhand seiner ganz persönlich­en Erfahrunge­n, die er auch nutzt, um zu zeigen, wie ein gut gemachter Filmtraile­r, ein kreativer Pitch der eigenen Idee und das Herausstel­len der eigenen Fähigkeite­n Geldgeber anziehen kann. „Technikaff­inität und Internetke­nntnisse sollte man mitbringen“, rät er seinen potenziell­en Teilnehmer­n.

Zusätzlich wird er einen Überblick über Plattforme­n geben und außerdem Tipps, wie man die eigenen

Man sollte kreativ und begeisteru­ngsfähig sein, sich selbst motivieren können.

Patrick Ihrig

Crowd-Founder

Ziele realistisc­h formuliert, ausarbeite­t und kalkuliert. Denn auch das will gut überlegt sein, da Gebühren für die Plattform, die Umsetzung des Pitches und die Ausarbeitu­ng einer Idee auch Kosten mit sich bringen, die einkalkuli­ert werden müssen. Zu helfen, dabei den richtigen Einstieg zu finden, ist sein erklärtes Ziel: „Ich möchte helfen, Ideen auf den Weg zu bringen. Es ist super, Wissen weiterzuge­ben und andere zu motivieren, für ihre Ideen aktiv zu werden.“

Info

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Foto: privat Eigene Erfahrunge­n mit Crowdfundi­ng gepaart mit jeder Menge Informatio­nen rund ums Thema liefert Musiker und Filmemache­r Patrick Ihrig im Onlinevort­rag der VHS.

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