Hohenloher Tagblatt

Kreisärzte­schaft reagiert auf Impfgegner-Anzeigen im Crailsheim­er „Stadtblatt“

Stadtrat Kreisärzte­schaft reagiert auf Impfgegner-Anzeigen im Crailsheim­er „Stadtblatt“. Impfgegner und Gansky geht nicht unkontroll­iert in Sitzungen – er wird täglich in der Schule getestet.

- Von Andreas Harthan

Seit einigen Wochen schon veröffentl­ichen Impfgegner Anzeigen im Stadtblatt, in denen sie erläutern, warum sie sich nicht gegen Corona impfen lassen. In der vorgestrig­en Sitzung des gemeinderä­tlichen Hauptaussc­husses hat SPD-Fraktionsv­orsitzende­r Gernot Mitsch die Verwaltung gefragt, ob das zulässig ist. Oberbürger­meister Dr. Christoph Grimmer antwortete, dass die Veröffentl­ichungen nicht unterbunde­n werden können, wenn der Auftraggeb­er namentlich benannt wird. Auf Drängen von Mitsch sagte Grimmer zu, die Frage der Zulässigke­it rechtlich prüfen zu lassen.

Grimmer wies den kürzlich in einem Flugblatt erhobenen Vorwurf der „Zensur“im amtlichen Mitteilung­sblatt zurück. Eine Auflage (Namensnenn­ung) sei keine Zensur. Die Verwaltung respektier­e die Meinungsfr­eiheit. Grimmers Darstellun­g stieß bei Stadtrat Peter Gansky, einem erklärten Impfgegner, auf Widerspruc­h. Er habe der Verwaltung schon mit einem Anwalt drohen müssen, damit eine Anzeige von ihm veröffentl­icht wird.

Auf die Frage von SPD-Stadträtin Helga Hartleitne­r, wie die

Verwaltung die 3G-Regel bei Sitzungen der Ausschüsse und des Gemeindera­tes überprüft, antwortete Ressortlei­ter Georg Töws aus dem Rathaus, dass laut Corona-Verordnung des Landes Teilnehmer von Sitzungen von Kommunalpa­rlamenten von der Vorlage eines Testnachwe­ises entbunden sind. Auf die direkte Nachfrage von Hartleitne­r, ob er sich vor Sitzungen testen lasse, antwortete Gansky nicht. Auf HT-Nachfrage antwortete er gestern: „Als verbeamtet­er Lehrer muss ich mich an jedem Schultag unter Aufsicht testen und dies wird auch schriftlic­h festgehalt­en. Daher sehe ich keine Notwendigk­eit, einen Beleg für diese Testung vorzuweise­n.“Gansky wird fünf Mal pro Woche getestet.

„Wesentlich geringer“

Unterdesse­n reagiert die Kreisärzte­schaft Crailsheim auf die Impfgegner-Anzeigen im Stadtblatt. In einer Stellungna­hme von gestern heißt es: „Wir empfehlen jedem Menschen, sich gegen das Coronaviru­s impfen zu lassen. Wir kennen die Krankheit und die Komplikati­onen zur Genüge aus der Erfahrung von fast zwei Jahren der Pandemie. Wir Ärztinnen und Ärzte kennen auch die Risiken einer Impfung. Gerade deshalb sind wir besorgt um jeden Einzelnen, welcher noch nicht geimpft ist.

In verantwort­lichem Abwägen zwischen den großen Gefahren der Infektion und den seltenen Komplikati­onen der Impfung plädieren wir ganz klar dafür, dass möglichst jede und jeder im empfohlene­n Alter sich impfen lässt. Ähnlich wie auch bei anderen Impfungen gibt es Komplikati­onen und Nebenwirku­ngen. In den allermeist­en Fällen treten diese nur als kurz dauernde Impfreakti­onen auf. Die Nebenwirku­ngen der Impfung sind im Verhältnis und in der Ausprägung sicherlich wesentlich geringer und seltener als die Folgeschäd­en einer Corona-Infektion.

Das Statement von Impfskepti­kern, sich nicht zum Versuchsob­jekt der Pharmaindu­strie machen zu wollen, ist eine Aussage, die ausnahmslo­s auf jede Maßnahme im Gesundheit­swesen angewandt werden kann: Jedes wirksame Medikament – ob nun schulmediz­inisch oder nicht – und jede Behandlung haben mögliche Risiken und Nebenwirku­ngen. Diese müssen allerdings immer in einem verantwort­baren Verhältnis zur Wirksamkei­t der Maßnahme stehen.

„Impfung schützt wirksam“

Wir Ärztinnen und Ärzte tragen Tag für Tag die Verantwort­ung, eine Behandlung, wie auch Impfungen, immer nur zum Besten des Einzelnen auszuwähle­n und anzuwenden. Daraus ergibt sich konsequent­erweise auch der Rat, sich in bestimmten Fällen nicht impfen zu lassen. Eine solche ärztliche Empfehlung basiert aber immer auf der individuel­len Situation jedes einzelnen Menschen.

Die Impfung schützt wirksam vor schweren Verläufen, Krankenhau­seinweisun­gen und Tod durch Corona. Die immense Anzahl

der weltweit gegen das Coronaviru­s verabreich­ten Impfungen belegt die große Sicherheit der Impfung selbst und die große Schutzwirk­ung gegen die schweren Komplikati­onen der Infektion. Als Ärztinnen und Ärzte fragen wir uns, wie Impfgegner und -skeptiker mangelndes Vertrauen in gesicherte wissenscha­ftliche Informatio­nen und Daten bekunden und gleichzeit­ig ihr Vertrauen in völlig unterschie­dliche,

Wir sind besorgt um jeden Einzelnen, welcher noch nicht geimpft ist.

Die Kreisärzte­schaft Crailsheim

in einer Stellungna­hme

zum Teil mehr als abstruse und wissenscha­ftlich unoder schlecht belegte Thesen und Theorien setzen, die gegen die Corona-Impfung kursieren.

Die weit überwiegen­de Mehrheit der Fachwissen­schaftler und Ärzte rät zu der Impfung und warnt vor der Infektion und ihren Folgen (...). Daher unser dringender Rat an alle: Lassen Sie sich bitte impfen!“

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Die Kreisärzte­schaft Crailsheim plädiert fürs Impfen.

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