AL­TE SCHEU­NE WIRD STIL­VOL­LE SCHÖN­HEIT

Mit Fi­nes­se und Mut zum ei­ge­nen Stil ver­wan­del­te die In­nen­ein­rich­te­rin Tor Vi­vi­an ei­ne al­te Scheu­ne in York­shire in ein far­ben­fro­hes Zu­hau­se für sich und ih­re Fa­mi­lie.

Holiday & Lifestyle - - INHALT - TEXT: ELIZ­A­BETH HUTTON, A. ST JOHN PAR­KER, UL­RI­KE HER­ZOG FO­TOS: JODY STE­WART

Ent­de­cken Sie Vi­vi­ans be­zau­bern­des Haus in York­shire.

Was für die meis­ten Men­schen oft ei­ne be­son­de­re, ein­ma­li­ge Er­fah­rung ist, ge­hört für ei­nen In­nen­ein­rich­ter zur Rou­ti­ne: das Pla­nen und Ge­stal­ten ei­nes neu­en Zu­hau­ses. Doch wie ver­hält es sich, wenn ei­ne Ein­rich­tungs­ex­per­tin be­schließt, ihr ei­ge­nes Do­mi­zil um­zu­bau­en und ein­zu­rich­ten? „Es war über­ra­schend ein­fach“, ver­rät Tor, „im Ge­gen­satz zu der Ar­beit mit mei­nen Kun­den muss­te ich bei un­se­rem Haus kei­ne Kom­pro­mis­se ein­ge­hen. Zu­dem hat­te ich viel ge­rin­ge­re An­sprü­che an mei­ne Pla­nung und war des­halb we­ni­ger per­fek­tio­nis­tisch. In­so­fern ver­lief die Um­set­zung die­ses Pro­jekts sehr ent- spannt.“Kaum zu glau­ben, wenn man be­denkt, was sich hin­ter dem sim­plen Wort Pro­jekt ver­steck­te. Die Bri­tin und ihr Mann Tom hat­ten in York­shire ei­ne für die Re­gi­on ty­pi­sche Scheu­ne aus dem 19. Jahr­hun­dert ent­deckt und be­schlos­sen, die­se um­zu­bau­en. Nach­dem das Paar und sei­ne bei­den Kin­der Dai­sy und Ge­or­ge in den letz­ten zwölf Jah­ren acht­mal um­ge­zo­gen wa­ren, soll­te das schlich­te Ge­bäu­de aus St­ein end­lich ei­ne lang­fris­ti­ge Blei­be wer­den. „Dass wir zu­vor be­reits in so vie­len Häu­sern ge­lebt hat­ten, er­leich­ter­te mir die Gestal­tung un­ge­mein. Über die Jah­re sam­mel­ten wir so vie­le Mö­bel­stü­cke, Bil­der und Ac­ces­soires an. Ich muss­te un­ser Re­fu­gi­um ein­fach nur um die Stü­cke her­um pla­nen“, so Tor.

Noch be­vor der Um­bau star­te­te, fass­te die In­te­ri­or De­si­gne­rin ei­nen Vor­satz – und sie ist stolz dar­auf, ihn ein­ge­hal­ten zu ha­ben: „Ich schwor mir hoch und hei­lig, mich nicht über klei­ne Un­ge­reimt­hei­ten und Ma­kel zu är­gern. Statt­des­sen woll­te ich nur das gro­ße Gan­ze im Blick be­hal­ten. Was stim­men muss­te, war der Ge­samt­ein­druck und mit dem bin ich sehr zuf­rie­den.“Die ent­spann­te Grund­hal­tung sei­ner Schöp­fe­rin sieht man der ehe­ma­li­gen Scheu­ne an. Ru­hi­ge Far­ben und ein ele­gan­tes, aber doch läs­si­ges Am­bi­en­te strah­len Prag­ma­tis­mus aus.

Prag­ma­tis­mus, der trotz­dem An­spruch hat: Tors und Tims Sinn für Kunst wird Raum für Raum Aus­druck ver­lie­hen und in den Fo­kus ge­setzt. Zeigt sich ein Ge­mäl­de far­ben­froh, hält sich die Raum­ge­stal­tung farb­lich zu­rück, um die­sem mehr Wir­kung zu ge­stat­ten. Mo­no­chro­me und me­tal­lisch glän­zen­de Ob­jek­te wer­den durch kräf­ti­ge Schat­tie­run­gen zum Strah­len ge­bracht. Ih­re Kunst­lie­be liegt Tor Vi­vi­an in den Ge­nen: „Mein Va­ter war ein rich­ti­ger Kunst­narr. Schon als ich ein klei­nes Kind war, stö­ber­ten wir ge­mein­sam durch Ga­le­ri­en. Das ha­be ich mir bis heu­te er­hal­ten. Ich be­su­che re­gel­mä­ßig Aus­stel­lun­gen in York­shire und ver­las­se sie ei­gent­lich nie, oh­ne et­was zu kau­fen. Un­ser Haus setzt sich aus Erb­stü­cken mei­nes Va­ters und ei­ge­nen Kun­st­ob­jek­ten zu­sam­men. Die­se Mi­schung ver­leiht ihm Per­sön­lich­keit und Cha­rak­ter.“So wie ih­re Kunst trägt die zwei­fa­che Mut­ter auch de­ko­ra­ti­ve In­spi­ra­tio­nen für ihr Zu­hau­se zu­sam­men. Sie fin­det die­se in Ein­rich­tungs­lä­den, Zeit­schrif­ten, Floh­märk­ten oder auf Rei­sen. „Mein Smart­pho­ne steckt im­mer in mei­ner Ta­sche. So kann

ich je­der­zeit Din­ge, die mir ge­fal­len oder die mich auf neue Ide­en brin­gen, fo­to­gra­fie­ren.“Die setzt sie dann im ei­ge­nen Zu­hau­se oder auch mal in dem ih­rer Kun­den um. „Nicht je­der Vor­schlag, den ich mei­nen Kli­en­ten zei­ge, wird be­für­wor­tet. Ei­ni­ge ge­fie­len mir aber so gut, dass ich sie in ab­ge­wan­del­ter Form bei uns ver­wirk­li­chen konn­te.“Tor lacht: „Ich ver­bin­de so ger­ne ein­mal Be­ruf­li­ches und Pri­va­tes.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.