La vie est bel­le Traum­vil­la in Cap Fer­ret

Un­ter Pi­ni­en schmiegt sich ein stil­vol­les Fa­mi­li­en­do­mi­zil an die Hü­gel zwi­schen Ar­cachon und dem At­lan­tik. Syl­vie und ih­re gro­ße Fa­mi­lie le­ben hier wie Gott in Frank­reich.

Holiday & Lifestyle - - GARTEN - TEXT: AMANDINE BERTHON, KIRS­TEN SONN­TAG STY­LING: ARCHITECTE STU­DIO SANDRINE MERCURIO, SYLIVIE LAN­GAUD/PAU­LE.M/DÉCORATRICE FO­TOS: JU­LI­EN FER­NAN­DEZ/GAP INTERIORS

Wer glück­lich le­ben will, tut dies am bes­ten im Ver­bor­ge­nen. Die­se al­te Volks­weis­heit hat­te die In­te­rior­de­si­gne­rin Syl­vie Lan­gaud im Kopf, als sie und ihr Mann ihr Traum­grund­stück fan­den. „Als wir die Im­mo­bi­lie zum ers­ten Mal sa­hen, rea­li­sier­ten wir so­fort, dass die wah­re At­trak­ti­on nicht et­wa das al­te Haus in dem et­was kit­schi­gen Ha­ci­en­da-Stil war, son­dern das weit­läu­fi­ge Grund­stück“, er­in­nert sich die Haus­her­rin. „Wir ha­ben uns auf An­hieb in die idyl­li­sche La­ge ver­liebt, in die ho­hen Pi­ni­en und den wun­der­bar wei­ten Blick.“Die­ses Ju­wel be­fin­det sich in auf der Halb­in­sel von Cap Fer­ret im Süd­wes­ten Frank­reichs, auf hal­bem Weg zwi­schen der Bucht von Ar­cachon und dem At­lan­tik. Es schmiegt sich sanft an ei­nen Hü­gel und ge­nießt ei­ne herr­lich er­ha­be­ne, luf­ti­ge La­ge oh­ne sicht­ba­re Nach­barn.

Das ur­sprüng­li­che Ge­bäu­de war al­les an­de­re als ein ar­chi­tek­to­ni­sches High­light und au­ßer­dem so her­un­ter­ge­kom­men, dass sich kei­ne Re­no­vie­rung lohn­te – es wur­de kur­zer­hand ab­ge­ris­sen. An sei­ner Stel­le lie­ßen die In­te­rior­de­si­gne­rin Syl­vie Lan­gaud und ihr Mann den Traum von ih­rer ei­ge­nen Vil­la bau­en. „Wir stell­ten uns ei­ne Holz­vil­la in­spi­riert von den tra­di­tio­nel­len Holz­häu­sern der Aus­tern­fi­scher aus der Ge­gend vor.“Die Ent­schei­dung lag auf der Hand: Sie be­auf­trag­ten die Ar­chi­tek­tin Sandrine Mercurio und die Bau­ge­sell­schaft BMC mit ih­rem Her­zens­pro­jekt – bei­de aus­ge­wie­se­ne Spe­zia­lis­ten für Holz­kon­struk­tio­nen und be­reits mit reich­lich Er­fah­rung in der Bucht von Ar­cachon aus­ge­stat­tet. Die mit Öl­far­be ge­stri­che­ne Holz­fas­sa­de, die hübsch ge­glie­der­ten Fens­ter und das ro­te Zie­gel­dach sind ty­pi­sche Ele­men­te der re­gio­na­len Ar­chi­tek­tur. „Un­ser Haus soll­te im Ver­gleich nicht auf­dring­lich oder gar prot­zig wir­ken, son­dern sich ganz selbst­ver­ständ­lich in die Um­ge­bung ein­fü­gen“, er­klärt Syl­vie. „Des­halb wur­de die Wohn­flä­che von 225 Qua­drat­me­tern größ­ten­teils ho­ri­zon­tal auf ma­xi­mal zwei Ebe­nen an­ge­ord­net und nicht in meh­re­ren Ge­schos­sen. Der Ver­satz der Dä­cher lässt den Bau­kör­per op­tisch wei­cher und leich­ter er­schei­nen.“

Ei­ne wei­te­re An­for­de­rung der Bau­her­ren an die Ar­chi­tek­ten war, dass die Rä­um­lich­kei­ten sich mög­lichst nach au­ßen ori­en­tie­ren soll­ten. So be­steht die Hälf­te der Fas­sa­de aus Fens­tern. Um die fran­zö­si­schen Ener­gie­spar­ver­ord­nun­gen zu er­fül­len, wur­den die Glas­fron­ten spe­zi­ell iso­liert und so­weit wie mög­lich in Rich­tung Son­ne aus­ge­rich­tet. Dank die­ser groß­zü­gi­gen Fens­ter­flä­chen ge­nie­ßen die Be­woh­ner traum­haf­te Bli­cke in den Gar­ten, der von der orts­an­säs­si­gen Gar­ten­bau­fir­ma Les Jard­ins Bart­he­rot­te ge­stal­tet wur­de. „Wir lie­ben, was

sie ge­macht ha­ben“, sagt Syl­vie. „Dem lo­ka­len Stil ha­ben sie ei­ne Pri­se Exo­tik bei­ge­mischt, zum Bei­spiel in Form der Pal­men, die den Pool säu­men.“Das Haus­bau-Pro­jekt war zugleich auch ein Fa­mi­li­en-Pro­jekt – Fa­mi­li­en­freund­lich­keit hat­te obers­te Prio­ri­tät. Das Ziel: Das Haus muss­te für drei Ge­ne­ra­tio­nen kon­zi­piert wer­den. „Wir sind ei­ne sehr en­ge Fa­mi­lie. Wir le­ben mit un­se­ren pen­sio­nier­ten El­tern un­ter ei­nem Dach und un­se­re Kin­der, die in Bor­deaux woh­nen, kom­men uns je­des Wochenende in un­se­rem Drei-Ge­ne­ra­tio­nen-Haus be­su­chen.

Die Ar­chi­tek­tin nahm die Her­aus­for­de­rung an und plan­te drei un­ter­schied­li­che Be­rei­che. Im Haupt­trakt gibt es ei­ne ein­ge­schos­si­ge Ein­heit für die Groß­el­tern, die den schnel­len, un­kom­pli­zier­ten Zu­gang zum Gar­ten sehr ge­nie­ßen. Im ers­ten Stock­werk woh­nen Syl­vie und ihr Mann. Hier schließt sich an den 50 Qua­drat-

me­ter gro­ßen Mas­ter­be­reich ei­ne Ter­ras­se mit atem­be­rau­ben­dem Blick in die um­ge­ben­de Land­schaft an. Und ne­ben dem Swim­ming­pool gibt es ein Gäste­haus, in dem je­des Kind sein ei­ge­nes Schlaf­zim­mer hat. Das Ba­de­zim­mer be­nut­zen bei­de ge­mein­sam. Herz­stück des Hau­ses ist die Lounge – hier trifft sich die gan­ze Fa­mi­lie. Bis in den Gie­bel hin­auf of­fen ge­stal­tet, ver­mit­telt das wei­ße Holz­ge­bälk die herr­lich luf­ti­ge, ma­ri­ti­me At­mo­sphä­re und den ent­spann­ten Chic – die­se Op­tik ist so ty­isch für die Ge­gend am At­lan­tik.

Für die In­nen­ge­stal­tung zeich­net die Haus­her­rin persönlich ver­ant­wort­lich. Syl­vie hat in ers­ter Li­nie Na­tur­ma­te­ria­li­en mit un­ver­ar­bei­te­tem Look ver­wen­det. Rat­tan, Holz und Lei­nen ste­hen ganz oben auf ih­rer Lis­te. Der Ess­tisch wird von ei­ner ex­klu­si­ven Eu­ka­lyp­tus-Plat­te ge­krönt, die der lo­ka­le Hand­wer­ker Fa­b­ri­ce Pe­zon an­fer­tig­te. Auch re­cy­cel­te Ma­te­ria­li­en kom­men zum Ein­satz. So

be­steht bei­spiels­wei­se die at­trak­ti­ve Hän­ge­leuch­te in der Kü­che aus al­ten Plas­tik­fla­schen. Das Kunst­werk stammt von dem spa­ni­schen De­si­gner Al­va­ro Ca­ta­lan de Ocon. Die Schrank­tü­ren in den Schlaf­zim­mern sind Lä­den aus ei­nem ve­ne­zia­ni­schen Her­ren­haus. Syl­vie kauf­te sie bei Gi­len­tik, ei­nem An­ti­qui­tä­ten­händ­ler in Lot-et-Ga­ron­ne. In der Hal­le wur­den Bän­ke maß­ge­fer­tigt, un­ter de­nen sich Platz für Stau­raum be­fin­det. Ei­ne wich­ti­ge Rol­le spielt für Syl­vie und ih­ren Mann die Eth­no-Kunst­samm­lung, die sie auf ih­ren Rei­sen rund um den Erd­ball zu­sam­men­ge­tra­gen ha­ben. Alt und Neu, schö­ne Din­ge aus al­ler Welt und Ge­gen­stän­de, die in ei­nem neu­en Kon­text ein an­de­res Ge­sicht be­kom­men: Auf die­se Wei­se ge­winnt das Drei-Ge­ne­ra­tio­nen-Haus ei­ne ganz be­son­de­re Stim­mung fern­ab von je­dem gla­mou­rö­sen Lu­xus. „Die Lounge ist mein Lieb­lings­raum“, ver­rät Syl­vie. „Ich ha­be sie als ein­la­den­den Be­reich mit kom- for­ta­blen So­fas und vie­len Kis­sen ge­stal­tet. Ich lie­be es, wenn sich hier al­le am Abend ver­sam­meln, sich un­ter­hal­ten, le­sen oder wir al­le ge­mein­sam ei­nen gu­ten Film an­schau­en. Dann ist das Le­ben wirk­lich schön!“

GAR­TEN­PA­RA­DIES Die Gestal­tung ver­eint hei­mi­sche Pflan­zen wie blau­es Ei­sen­kraut und gel­be Ka­pu­zi­ner­kres­se mit den exo­ti­schen Pal­men am Pool.

POOL-LOUNGING Be­que­me Rat­tan-Lie­gen um­ge­ben den Pool. Kon­tras­tie­ren­de creme­wei­ße Pols­ter schaf­fen Kom­fort; Wein­rot setzt Farb­ak­zen­te.

HAR­MO­NISCH Die neu er­bau­te Vil­la er­in­nert an die Holz­häu­ser der re­gio­na­len Aus­tern­fi­scher und fügt sich mit wei­ßer Fas­sa­de, fi­li­gra­nen Spros­sen­fens­tern und Zie­gel­dach naht­los in die ge­wach­se­ne Um­ge­bung von Cap Fer­ret ein.

UP­CY­CLING In der strah­lend wei­ßen Kü­che schaf­fen in­di­vi­du­el­le Leuch­ten tol­le Blick­fän­ge. Da­zu be­ka­men al­te Plas­tik­fla­schen bun­te „Bast­hü­te“.

BLAU WIE DAS MEER Mit ei­ner blau ge­stri­che­nen Holz­wand schafft Syl­vie ei­nen eben­so un­kom­pli­zier­ten wie wir­kungs­vol­len Eye­cat­cher.

NA­TUR­TÖ­NE So un­ter­schied­li­che Ge­gen­stän­de wie Kis­sen­be­zü­ge aus Kaf­fee­sä­cken, Eth­noKunst aus al­ler Welt und ein Spie­gel mit au­ßer­ge­wöhn­li­chem Holz­rah­men be­kom­men durch den na­tur­na­hen Cha­rak­ter Zu­sam­men­halt.

BLAU-WEISS Die al­ten Holz­lä­den hin­ter dem Bett stam­men aus ei­nem ve­ne­zia­ni­schen Her­ren­haus, die tau­ben­blaue Far­be ist von Far­row & Ball.

BADKOMFORT Das En­sui­te-Mas­ter­bad ent­fal­tet mit sei­ner schrä­gen De­cke und den zau­ber­haf­ten Gestal­tungs­de­tails ei­ne sehr ein­la­den­de Wir­kung. Die grau­en Ze­ment­flie­sen um die Ba­de­wan­ne sind von Car­re­la­ges du Ma­rais.

VIN­TA­GE STYLE Stü­cke im Re­tro-De­sign wie die drei Wand­uh­ren und die Glüh­bir­nen-Leuch­te ent­fal­ten ei­nen sehr ent­spann­ten, in­di­vi­du­el­len Charme.

HO­LI­DAY-FEE­LING Die über­dach­te Veran­da mit Blick auf den Pool ver­mit­telt Ur­laubs­ge­fühl. Der lo­ka­le Gar­ten­ge­stal­ter wähl­te tro­pi­sche Pal­men, die die­sen Ein­druck un­ter­strei­chen.

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