GROS­SE BÜH­NE

Homes & Gardens (Germany) - - INHALT - TEXT: STE­FA­NIE SYREN, NAO­MI SLADE FO­TOS: MA­RI­AN­NE MAJERUS

Si­mon ver­wan­del­te ei­nen über­wu­cher­ten Gar­ten in ein Pa­ra­dies.

Fan­ta­sie lässt Men­schen nicht nur träu­men, son­dern kann zur Kraft­quel­le wer­den und da­bei hel­fen, Vi­sio­nen wahr wer­den zu las­sen: Als Si­mon Hob­son das zum Ver­kauf ste­hen­de An­we­sen in der Graf­schaft Berkshire zum ers­ten Mal be­such­te, war er wie elek­tri­siert. Noch be­vor er die Schlüs­sel für sein neu­es Zu­hau­se in den Hän­den hielt, be­gann er, Ide­en für den Gar­ten zu spin­nen. Das his­to­ri­sche Haus, das geor­gia­ni­sche Ele­men­te und den Tu­dor-stil mit­ein­an­der ver­eint, war denk­mal­wür­dig. Von der völ­lig über­wu­cher­ten Um­ge­bung konn­te man das nicht be­haup­ten. Doch Si­mon woll­te dem Haus zu­rück­ge­ben, was hier ein­mal ge­we­sen sein muss­te: ei­nen Gar­ten, der die­sem alt­ehr­wür­di­gen Ge­bäu­de ge­recht wer­den wür­de. Klas­si­sche Form­schnitt­ge­höl­ze wie die Ei­be wür­den per­fekt zu die­ser Idee pas­sen, das war ihm klar. Die Su­che nach ei­nem Ver­bün­de­ten für sein am­bi­tio­nier­tes Pro­jekt en­de­te bei Matt Keight­ley. Der be­kann­te Gar­ten­ge­stal­ter er­in­nert sich an den ers­ten Be­such: „Si­mons Be­geis­te­rung steck­te an und er konn­te al­le sei­ne Ide­en so le­ben­dig be­schrei­ben, dass ich so­fort die ers­ten Bil­der im Kopf hat­te.“

Sie­ben Mo­na­te nahm sich das kon­ge­nia­le Duo Zeit für die Pla­nung. Da­nach, im No­vem­ber 2014, be­gan­nen die Bau­ar­bei­ten. An­statt die Hö­hen­un­ter­schie­de auf dem Ge­län­de aus­zu­glei­chen, nutz­te Matt sie für die Gestal­tung: Von der Ter­ras­se am Haus kann Si­mon heu­te das tie­fer lie­gen­de Ei­ben-par­terre über­bli­cken. Da­mit die grü­nen Kunst­wer­ke stets in Form sind, schnei­det das Team der drei Gärt­ner, die hier ar­bei­ten, die Pflan­zen ein­mal pro Mo­nat zu­rück. We­ni­ger for­mal und ganz na­tür­lich wirkt die Sze­ne­rie am Teich. Da­bei muss­te auch hier viel ge­tan wer­den, um die­ses Bild ent­ste­hen zu las­sen. Der be­reits vor­han­de­ne Teich war kaum noch er­kenn­bar, muss­te aus­ge­bag­gert und kom­plett neu be­pflanzt wer­den. Heu­te wirkt er wie ein Gestalt ge­wor­de­nes, im­pres­sio­nis­ti­sches Ge­mäl­de. Bei so viel Schön­heit war klar, dass auch der Küchengarten nicht „nur“nütz­lich sein soll­te. Rund um die Hoch­bee­te wach­sen des­halb Pflan­zen, die Op­tik und Nut­zen ver­ei­nen: La­ven­del und Thy­mi­an ge­dei­hen hier eben­so wie Fen­chel. An lau­en Aben­den sitzt Si­mon manch­mal an­däch­tig im ro­ten Ses­sel am Ge­mü­se­gar­ten und ge­nießt die­sen An­blick, at­met die von Kräu­ter­duft er­füll­te Luft ein und hört die Vö­gel zwit­schern.

SCHE­REN­SCHNITT Ak­ku­rat ge­stutz­te Ei­ben glie­dern die Flä­che und sor­gen da­für, dass der Gar­ten zu je­der Jah­res­zeit in­ter­es­san­te Per­spek­ti­ven bie­tet.

STRUK­TUR TRIFFT NA­TUR Streng geo­me­tri­sche Ei­ben­ke­gel und ein or­ga­nisch ge­form­ter Teich: Kon­tras­te be­le­ben und ma­chen den Gar­ten in­ter­es­sant.

GARTENKUNSTDer neu mo­del­lier­te Teich mit Brü­cke wirkt wie ein Ge­mäl­de und weckt Er­in­ne­run­gen an das be­rühm­te Mo­tiv in Mo­nets Gar­ten.

KLA­RE LINIENFÜHRUNG Ob höl­zer­ne Hoch­bee­te im Küchengarten oder Buchs­he­cken am Haus – Ge­mü­se und Stau­den sind hier ge­rad­li­nig ge­rahmt.

DUFTWOLKEN La­ven­del „Munstead“’ ragt in den Weg, rechts und links ge­dei­hen „Lor­beer-lol­li­pops“.

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