HAUS AM WALD

Homes & Gardens (Germany) - - INHALT - TEXT: LUITGARD AUS­BURG, JONNA KIVILAHTI FO­TOS: KRIS­TA KELTANEN/LI­VING INSIDE

In Finn­land ge­nießt Han­nas Fa­mi­lie die Nä­he zur un­be­rühr­ten Na­tur.

Han­na Pu­ha­ri­nen liebt die Na­tur – drau­ßen wie drin­nen. Ihr Zu­hau­se ver­kör­pert mit mo­no­chro­men Far­ben und hel­lem Holz den mo­der­nen, skan­di­na­vi­schen Land­haus­stil.

Wenn man ganz still ist, kann man die Ru­he so­gar hö­ren: Der Wind rauscht ganz sanft durch die Bäu­me, es zwit­schert im Ge­äst und un­ten auf dem grü­nen Wald­tep­pich ra­schelt es durch Laub, Moos und Far­ne. Nichts stört die Idyl­le. Am Wald­rand zieht ein gro­ßes, wei­ßes Haus die Bli­cke auf sich. Will­kom­men bei Han­na Pu­ha­ri­nen! „Man glaubt gar nicht, dass wir nur ei­ne Vier­tel­stun­de vom Stadt­zen­trum ent­fernt le­ben“, er­zählt sie. Mit ih­rem Mann Tuo­mo er­füll­te sie sich in Es­poo, Finn­lands zweit­größ­te Stadt, den Traum vom Ei­gen­heim. Und das schon zum zwei­ten Mal, denn be­reits 2005 hat­te das Paar ein Haus ge­mein­sam ge­plant, ein paar Jah­re da­rin ge­wohnt und dann wie­der ver­kauft. Nach ei­ner Zwi­schen­sta­ti­on in Hel­sin­ki und der Ge­burt von No­el keim­te der Wunsch nach Ve­rän­de­rung. „Schon der Kin­der we­gen zog es uns raus aus der Stadt“, er­in­nert sich Han­na. „Ein Grund­stück auf dem Land, mög­lichst nah am Wald, stand ganz oben auf der Wun­sch­lis­te, aber es dau­er­te zwei Jah­re, bis wir ei­nes fan­den.“

Mit dem Bau­grund in Es­poo ha­ben Han­na und Tuo­mo das gro­ße Los ge­zo­gen. Er grenzt di­rekt an den Wald und bie­tet Land­le­ben vom Feins­ten. Um die Na­tur und die Aus­sicht in vol­len Zü­gen ge­nie­ßen zu kön­nen, plan­ten die bei­den mit dem Ar­chi­tek­ten Juk­ka Ul­vi­nen ei­ne gro­ße Glas­wand, die das ge­sam­te Erd­ge­schoss ein­nimmt. Im Wohn­zim­mer lässt sich ein Teil so­gar als Schie­be­tür öff­nen. Nur we­ni­ge Me­ter hin­ter der Ter­ras­se be­ginnt der Wald, fast scheint es, als wach­se er ins Haus hin­ein. „Mor­gens pflü­cke ich manch­mal Blau­bee­ren für un­se­ren Früh­stückspor­ridge“, schwärmt Han­na. Auch für die Kin­der ist der Wald ein rie­si­ger Aben­teu­er­spiel­platz: Häu­ser bau­en und Stö­cke und Zap­fen sam­meln ge­hö­ren zur Ta­ges­ord­nung. Na­tur­ver­bun­den geht es auch im In­ne­ren des Hau­ses zu. Grü­nund Braun­tö­ne ver­schmel­zen mit dem ty­pisch skan­di­na­vi­schen Drei­klang aus hel­lem Holz, Weiß und Schwarz zu ei­ner har­mo­ni­schen Ein­heit. Im­mer­grü­ne Zim­mer­pflan­zen und fri­sche Blu­men spie­len ei­ne gro­ße Rol­le. „Ei­ni­ge die­ser Pflan­zen be­glei­ten mich seit mei­ner Kind­heit“, lacht Han­na, „den grü­nen Dau­men ha­be ich wohl von mei­ner Mut­ter ge­erbt.“

Die zwei­te Lei­den­schaft ge­hört den Tep­pi­chen. Zu ver­dan­ken hat Han­na sie ih­rer Stu­di­en­freun­din An­na, die über sie­ben Jah­re in Afri­ka leb­te und von dort die schöns­ten Tep­pi­che mit­brach­te. Bei Freun­den stie­ßen die far­ben­fro­hen, hand­ge­web­ten Bodenschätze auf Be­geis­te­rung, und die Freun­din­nen be­schlos­sen, ihr ei­ge­nes Un­ter­neh­men zu grün­den – die Ge­burts­stun­de von Se­ra Hel­sin­ki, der ge­mein­sa­men Tep­pich­kol­lek­ti­on. „Tep­pi­che sind seit ei­ni­gen Jah­ren wie­der sehr an­ge­sagt“, so Han­na. „Ob Erb­stück, Floh­markt­fund, Neu­er­wer­bung oder Rei­se­sou­ve­nir – mit ih­nen las­sen sich Räu­me wun­der­bar struk­tu­rie­ren.“Bei Fa­mi­lie Pu­ha­ri­nen schmü­cken na­tür­lich vie­le Mo­del­le aus der ei­ge­nen Kol­lek­ti­on den Bo­den, Han­nas Lieb­lings­stück hat aber ein be­son­de­res Plätz­chen im Schlaf­zim­mer ge­fun­den. „Es ist ein opu­lent be­stick­ter Tep­pich, den Klaus Haa­pa­nie­mi für Tikau ent­wor­fen hat – ein fin­ni­sches La­bel, das skan­di­na­vi­sches De­sign mit in­di­scher Tep­pich­knüpf­kunst ver­bin­det.“Gibt es noch mehr In­te­ri­or-fa­vo­ri­ten? „Aber ja!“, sagt Han­na ent­schlos­sen, „un­se­ren gro­ßen Ess­tisch. Er ist der Dreh- und An­gel­punkt für un­se­re Fa­mi­lie und Freun­de. Wir spie­len ger­ne Brett­spie­le und je­den Frei­tag­abend es­sen wir dort ge­mein­sam Piz­za.“Auch als De­sign-high­light macht der Tisch ei­ne gu­te Fi­gur: Auf der matt­schwar­zen Ober­flä­che kommt das Fa­mi­li­en­ge­schirr be­son­ders schön zur Gel­tung.

Han­nas und Tuo­mos Haus ist per­fekt auf­ge­teilt: Im Erd­ge­schoss lie­gen Wohn- und Ess­zim­mer, die Kü­che, das El­tern­schlaf­zim­mer so­wie ein Raum, in dem die Kin­der spie­len kön­nen. Im Ober­ge­schoss be­fin­den sich die Kin­der­schlaf­zim­mer und – wie könn­te es in Finn­land an­ders sein – ei­ne Sau­na. Rings um das Haus ver­läuft ei­ne Ter­ras­se, die ide­al zum Spie­len und Re­la­xen ist. Für Han­na, die ger­ne Wald­läu­fe un­ter­nimmt, hat sich mit ih­rem Zu­hau­se ein Traum er­füllt: „Wir sind in 15 Mi­nu­ten in Hel­sin­ki und le­ben doch ge­fühlt auf dem Land. Die Kin­der kön­nen un­be­schwert auf­wach­sen und ha­ben ei­nen en­gen Be­zug zur Na­tur.“Kehrt Han­na nach ei­nem Ar­beits­tag aus ih­rem Show­room in Hel­sin­ki zu­rück, at­met sie tief durch und lässt die fried­li­che At­mo­sphä­re auf sich wir­ken. Sie weiß: Ge­gen nichts in der Welt wür­de sie ihr Idyll ein­tau­schen.

LE­GERIm Wohn­zim­mer bil­det das So­fa mit dem ge­pols­ter­ten Ses­sel und dem But­ter­fly Chair aus Le­der ei­ne ein­la­den­de Run­de.

HOCH HIN­AUS Fast sechs Me­ter be­trägt die De­cken­hö­he im Wohn­zim­mer im Scan­di-style.

NA­TUR PUR Im Som­mer fin­det Han­na im Wald oft rei­fe Blau­bee­ren fürs Ku­chen-top­ping.

SPIEL­ZEIT Auf dem Tep­pich aus der ei­ge­nen Kol­lek­ti­on füh­len sich Eliel und sei­ne Tie­re wohl.

EXO­TISCHDie Kar­tof­fel­ka­rot­ten-lin­sen­sup­pe ist ein Re­zept aus Äthio­pi­en. GANZ PUR Die schwar­ze Kü­che er­hält durch die wei­ße In­sel ei­nen Ge­gen­spie­ler.

KUCHENLIEBE Die Bee­ren auf dem Ku­chen sind selbst ge­pflückt – im Wald vor der ei­ge­nen Haus­tür.

SCHWITZ­KAS­TEN Auf ei­ne Sau­na kön­nen Fin­nen nicht ver­zich­ten – auch die Pu­ha­ri­nens nicht. Ih­re kommt mit den schwar­zen Flie­sen sehr ele­gant da­her.

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