Zei­t­rei­se Woh­nen im Vin­ta­ge-stil

Homes & Gardens (Germany) - - JOURNAL | COUNTRY-STIL ROMANTISCH - TEXT: ANN BROAD, KIRS­TEN SONN­TAG FO­TOS: CO­LIN POO­LE

Die Sehn­sucht nach dem Ort ih­rer Kind­heit führ­te Floss Lee zu­rück in ein hüb­sches Dorf in den Berkshire Downs.

Es wa­ren die schö­nen Er­in­ne­run­gen an ei­ne un­be­schwer­te Kind­heit auf dem Land, die Floss und And­rew Lee ge­mein­sam mit ih­ren Kin­dern Mol­ly, 12, und Ber­tie, 9, nach Berkshire führ­ten. „Ich bin in die­ser Ge­gend auf­ge­wach­sen“, be­rich­tet Floss. „Und wir ha­ben hier oft die Wo­che­n­en­den ver­bracht. Als wir ei­nes Ta­ges zu­fäl­lig sa­hen, dass un­ser heu­ti­ges Haus zum Ver­kauf stand, ha­ben wir nicht lan­ge über­legt und die Chan­ce so­fort er­grif­fen.“Auch wenn And­rew täg­lich ei­ne 40-mi­nü­ti­ge Zug­fahrt zu sei­ner Lon­do­ner Ar­beits­stel­le auf sich neh­men muss, ge­nießt die Fa­mi­lie das Land­le­ben. „Wir hat­ten schon lan­ge von ei­nem Haus auf dem Land ge­träumt und uns so­fort in die­ses wun­der­schö­ne Ge­bäu­de ver­liebt“, schwärmt Floss. „Es sieht von au­ßen ab­so­lut nost­al­gisch aus und fühl­te sich vom ers­ten Au­gen­blick auch in­nen sehr ver­traut und be­hag­lich an. Ob­wohl das Back­stein­haus schon 200

Jah­re alt ist, bil­det es den per­fek­ten Rah­men für ei­ne Mi­schung aus Alt und Neu, ganz so wie wir sie lie­ben.“Ur­sprüng­lich be­stand das Ge­bäu­de aus drei ei­gen­stän­di­gen Cot­ta­ges und ei­ner Schmie­de, die 2007 von den da­ma­li­gen Ei­gen­tü­mern zu ei­nem Fa­mi­li­en­do­mi­zil zu­sam­men­ge­legt wur­den.

Be­vor die Fa­mi­lie ein­zog, hat­te das Haus al­te St­ein­bö­den und zu­dem vie­le klei­ne Zim­mer. „Uns fehl­ten die Groß­zü­gig­keit und ei­ne kla­re Ab­fol­ge der Rä­um­lich­kei­ten“, er­in­nert sich Floss. „Glück­li­cher­wei­se be­sa­ßen wir aus­rei­chend Fan­ta­sie, um uns ein of­fe­nes Woh­nen vor­zu­stel­len. Wir kann­ten es von un­se­rer Woh­nung in London und wuss­ten da­her, dass es dem Le­bens­stil un­se­rer Fa­mi­lie ent­spricht.“Al­so fand vor dem Um­zug noch ein Um­bau statt. Es wur­den Mau­ern ent­fernt, Räu­me zu­sam­men­ge­legt und die Wän­de hell ge­stri­chen, um das ge­wünsch­te weit­läu­fi­ge Am­bi­en­te zu schaf­fen.

Wäh­rend die­ser Zeit leb­ten wir in London in ei­ner Miet­woh­nung und ver­brach­ten je­des Wo­che­n­en­de auf der Bau­stel­le. Hier wur­de ab­ge­ris­sen und auf­ge­mau­ert, ei­ne neue Kü­che ein­ge­baut und im Erd­ge­schoss ein neu­er Holz­bo­den ver­legt. Im Ober­ge­schoss ent­schie­den wir uns für ku­sche­li­ge Tep­pich­bö­den,“er­in­nert sich Floss Lee. Im Ju­li 2012 war es dann end­lich so­weit – die Fa­mi­lie zog um. „Wir hat­ten das gro­ße Glück, di­rekt im Ort ei­ne wun­der­ba­re Schu­le für Mol­ly und Ber­tie zu fin­den. Sie lie­ben das Land­le­ben und die vie­len Ak­ti­vi­tä­ten mit ih­ren Freun­den un­ter frei­em Him­mel.“Dass Floss ei­ne Lei­den­schaft für In­te­rior­de­sign hat, sieht man im gan­zen Haus. Sie be­sitzt ei­ne si­che­re Hand für den Mix aus klas­si­schem De­sign und mo­der­nen Stü­cken. „Ich ar­bei­te für die ta­len­tier­te De­si­gne­rin Ali Ha­mil­ton. Bei ihr ha­be ich ge­lernt, wor­auf es bei der Gestal­tung ei­nes Fa­mi­li­en­heims an­kommt.“Floss liebt es, Al­tes mit Neu­em zu kom­bi­nie­ren

und in ört­li­chen An­ti­qui­tä­ten­ge­schäf­ten, bei Ver­stei­ge­run­gen und auf Trö­del­märk­ten nach eben­so preis­güns­ti­gen wie ein­ma­li­gen Stü­cken zu su­chen. „Ich bin der fes­ten Über­zeu­gung, dass man nicht viel aus­ge­ben muss, um ein schö­nes Heim zu schaf­fen. Wich­tig ist die rich­ti­ge Be­leuch­tung, aber auch mit Far­be kann man sehr viel be­wir­ken.“

Floss kom­bi­nier­te sanf­te Weiß- und krei­di­ge Grau­tö­ne, um im Erd­ge­schoss ei­ne ein­la­den­de At­mo­sphä­re zu schaf­fen. Mit Kis­sen und Plaids setz­te sie in je­dem Raum leuch­ten­de Farb­tup­fer. „Über die Jah­re ha­be ich vie­le Lam­pen ge­sam­melt, mit de­nen ich in je­dem Zim­mer die per­fek­te Licht­stim­mung schaf­fen kann“, er­klärt sie. „Ich stel­le stän­dig im gan­zen Haus Din­ge um. Des­halb war mir ein neu­tra­ler Hin­ter­grund be­son­ders wich­tig. Oft kommt And­rew abends nach Hau­se und fin­det ei­nen Raum völ­lig an­ders als noch am Mor­gen vor.“

Tra­gi­scher­wei­se wur­de das Haus 2014 über­schwemmt; wäh­rend der Auf­räum- und Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten muss­te die Fa­mi­lie zeit­wei­se aus­zie­hen. „Aber wir ha­ben es po­si­tiv ge­se­hen und in die­sem Zu­ge das Erd­ge­schoss et­was um­ge­baut,“er­zählt Floss. Die Wand zwi­schen der Ein­gangs­die­le und dem Ess­zim­mer wur­de ent­fernt. So konn­te ein neu­es Wohn­zim­mer mit ei­ner be­hag­li­che­ren, in­ti­me­ren At­mo­sphä­re ent­ste­hen. „Wir sind sehr glück­lich mit dem Er­geb­nis. Nun ha­ben wir ein ech­tes Par­ty-haus. Das of­fe­ne Erd­ge­schoss funk­tio­niert wun­der­bar – Kü­che und Ess­be­reich bil­den ein ge­sel­li­ges Raum­ge­fü­ge, wäh­rend an­de­re Be­rei­che wie das Wohn­zim­mer ein ab­ge­schlos­se­nes, ge­müt­li­ches Am­bi­en­te be­sit­zen.“Die Wohn­kü­che ist das Herz­stück des Hau­ses, der gro­ße fran­zö­si­sche Ess­tisch bil­det hier den Mit­tel­punkt. Mit ei­nem fri­schen An­strich er­weck­te Floss ein paar al­te Ess­zim­mer­stüh­le zu neu­em Le­ben. „Ich mag den Kon­trast zwi­schen der

mo­der­nen Kü­che und den al­ten Holz­bal­ken,“sagt sie. Die Kü­chen­ein­bau­ten be­ste­chen durch pu­ris­ti­sches De­sign, das ei­nen Ge­gen­satz zu den his­to­ri­schen De­tails des Hau­ses bil­det. Die zen­tra­le Ar­beits­und Ess­in­sel ist mit ei­ner schim­mern­den wei­ßen Quartz­stein-ar­beits­flä­che aus­ge­stat­tet, die Stil mit pfle­ge­leich­ten Ei­gen­schaf­ten ver­eint.

Es ist ganz of­fen­sicht­lich, dass der Um­zug von London in die länd­li­chen Berkshire Downs für Floss’ Fa­mi­lie die rich­ti­ge Ent­schei­dung war. „Nicht nur wir, auch vie­le un­se­rer Freun­de sind raus aufs Land ge­zo­gen. Da wir ger­ne Ein­la­dun­gen ge­ben, se­hen wir uns oft, und das Le­ben auf dem Land ist al­les an­de­re als lang­wei­lig. Wir sind glück­lich, Teil ei­ner in­tak­ten, ge­wach­se­nen Ge­mein­schaft zu sein“, sagt Floss lä­chelnd. Und wenn man ihr schö­nes Zu­hau­se und die zu­frie­de­ne Fa­mi­lie sieht, be­steht dar­an nicht der ge­rings­te Zwei­fel.

EIN­LA­DENDDas Ess­zim­mer be­sticht durch sein hel­les Am­bi­en­te; die his­to­ri­sche Bal­ken­de­cke wur­de weiß ge­stri­chen, die Die­len sind weiß ge­ölt.

WOHN­KÜ­CHE Mit glän­zen­den Fron­ten, Edel­stahl­herd und Ar­beits­in­sel ist die Kü­che der mo­derns­te Raum des ro­man­ti­schen Hau­ses.

Dem El­tern­schlaf­zim­mer ver­lei­hen vor al­lem die Patch­work-de­cke und das Kis­sen mit flo­ra­len Dess­ins das ro­man­ti­sche Flair. TRAUM IN RO­SA

EFFEKTVOLLVor der dun­kel­grau­en Wand leuch­ten die pop­pi­gen Pink­tö­ne be­son­ders ein­drucks­voll. MÄD­CHEN­HAFT Fla­min­go-mo­ti­ve, ein Traum­fän­ger und ei­ne Blü­ten­lam­pe ge­ben dem Zim­mer der Toch­ter ei­nen zar­ten, ver­spiel­ten Touch.

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