DER TRAUM VOM LAND­LE­BEN

Weit­läu­fi­ge Fel­der und Wäl­der um­ge­ben das Zu­hau­se von Me­lis­sa Jo­nes. Ein Her­zens­pro­jekt, das vie­le Jah­re in An­spruch nahm und heu­te der Him­mel auf Er­den ist.

Homes & Gardens (Germany) - - INHALT - TEXT: LUIT­GARD AUSBURG/STE­PHA­NIE SMITH FO­TOS: CO­LIN POOLE/GAP

Me­lis­sa Jo­nes hat ihn sich auf ei­nem groß­zü­gi­gen An­we­sen in Berk­shire er­füllt.

Stolz thront das im­po­san­te St­ein­haus im geor­gia­ni­schen Stil auf ei­nem Hü­gel, der Blick schweift über weit­läu­fi­ge Fel­der und Wäl­der, de­ren Bäu­me in den schöns­ten Herbst­far­ben leuch­ten. Auf ei­ner Kop­pel ge­nie­ßen Pfer­de ih­ren Aus­lauf und las­sen sich von der mil­den Son­ne wär­men. Was sich heu­te als per­fek­tes Lan­didyll prä­sen­tiert, war einst ein brach­lie­gen­des Ge­län­de mit ei­nem re­no­vie­rungs­be­dürf­ti­gen An­we­sen. War­um sich jah­re­lang nie­mand an die­ses Um­bau­pro­jekt wag­te, ist Me­lis­sa Jo­nes klar: „In der Im­mo­bi­li­en­an­zei­ge war von 24.000 Hekt­ar Grund die Re­de. Wir hiel­ten das für ei­nen Druck­feh­ler, fuh­ren nach Berk­shire und muss­ten fest­stel­len, dass die An­ga­ben kor­rekt wa­ren.“Was al­le an­de­ren ab­ge­schreckt hat­te, sa­hen sie und ihr Mann Je­re­my als Her­aus­for­de­rung. „Und das, ob­wohl uns klar war, dass der Um­bau des Hau­ses und die In­stand­set­zung und Pfle­ge der Um­ge­bung ei­ne nie en­den­de Auf­ga­be sein wür­den“, er­zählt sie. So tausch­te die Fa­mi­lie das Lon­do­ner Stadt­haus in She­perd’s Bush ge­gen ein Le­ben auf dem Land.

„raus aufs land zu zie­hen war die bes­te idee, die wir je hat­ten.“ME­LIS­SA JO­NES

Von Lon­don aufs Land zu zie­hen, war für die Fa­mi­lie mit zwei klei­nen Kin­dern ein lo­gi­scher Schritt. „Wir sind al­le pfer­de­ver­rückt, ha­ben zwei ei­ge­ne, Je­re­my spielt Po­lo – der Land­sitz in Berk­shire war da­her per­fekt für uns – trotz al­ler Wid­rig­kei­ten“, so Me­lis­sa, der durch­aus be­wusst war, dass je­de Men­ge Ar­beit und En­ga­ge­ment auf sie war­te­te. 2006 zog die Fa­mi­lie ein. Be­vor die ers­ten Um­bau­maß­nah­men star­te­ten, woll­te Me­lis­sa ein Ge­spür für ihr neu­es Zu­hau­se be­kom­men. „Es gab nur ein Ba­de­zim­mer im Ober­ge­schoss und ei­ne win­zi­ge Kü­che an der Nord­sei­te des Hau­ses – im 80er-jah­re-stil mit tris­ten, dunk­len Far­ben“, er­in­nert sie sich heu­te mit Schre­cken. „Doch trotz der ver­al­te­ten und ver­nach­läs­sig­ten Räu­me war so viel Po­ten­zi­al zu er­ken­nen, dass wir den Neu­an­fang gu­ten Mu­tes wag­ten.“Ob­wohl das An­we­sen aus dem Jahr 1825 stamm­te, stand es nicht un­ter Denk­mal­schutz, was das Vor­ha­ben er­leich­ter­te, das Haus um ei­nen zwei­ge­schos­si­gen, L-för­mi­gen An­bau zu er­gän­zen. Rich­tig los ging es al­ler­dings erst nach der Ge­burt des drit­ten Kin­des, Be­ar, der heu­te 10 Jah­re alt ist.

Der neue An­bau wur­de so plat­ziert, dass er von vor­ne nicht zu se­hen ist und der Charme der his­to­ri­schen Fas­sa­de des Hau­ses er­hal­ten bleibt. Der Raum­ge­winn war be­trächt­lich: Aus ei­nem Ba­de­zim­mer wur­den fünf, aus vier Schlaf­zim­mern fünf – dar­un­ter zwei Gäs­te­zim­mer. Glanz­stück ist oh­ne Fra­ge die groß­zü­gi­ge, of­fen ge­plan­te Kü­che im Erd­ge­schoss des An­baus – licht- und son­nen­durch­flu­tet und mit frei­em Aus­blick auf den Garten und die an­gren­zen­den Wäl­der. In der Kü­che ver­sorgt Me­lis­sa nicht nur die ei­ge­ne Fa­mi­lie, son­dern ver­an­stal­tet un­ter dem Na­men „The Pop-up Kit­chen“auch Din­ner­par­tys für Gäs­te. „Ich ha­be mein Hob­by zum Be­ruf ge­macht und mich auf Ca­te­ring spe­zia­li­siert, vom ro­man­ti­schen Din­ner im klei­nen Rah­men bis zur Par­ty mit 200 Per­so­nen“, sagt die Un­ter­neh­me­rin, an de­ren Ta­fel schon di­ver­se Pro­mis und Po­li­ti­ker ge­ses­sen ha­ben. „Au­ßer­dem ha­be ich zwei Räu­me im Haus zu ei­nem Bed & Bre­ak­fast um­ge­wan­delt.“Ein An­trieb mehr, um auch die letz­ten leer ste­hen­den Zim­mer mit Le­ben und Per­sön­lich­keit zu fül­len. Be­son­de­res Au­gen­merk leg­te

WÄRMEQUELLEDer ori­gi­nal er­hal­te­ne of­fe­ne Ka­min wird von zwei ge­müt­li­chen So­fas flan­kiert. Ein Sis­al­tep­pich ziert den rus­ti­ka­len St­ein­bo­den.

MIT HIS­TO­RIE Das Land­haus im geor­gia­ni­schen Stil aus dem Jahr 1825 liegt auf ei­nem Hü­gel.

FUNDSTÜCK Das Papp­ma­schee­pferd stammt aus ei­nem Vin­ta­ge-la­den.

MUL­TI­TA­LENT Der Tre­sen in der grau ge­stri­che­nen Sha­ker­style-kü­che dient als Früh­stücks­op­ti­on.

DE­KO­RA­TIV Ei­ne Draht­hau­be schützt Kä­se, Obst, und Nüs­se vor un­ge­be­te­nen Gäs­ten.

GRÜNZEUGZu den Tel­lern im Kohl­blatt-look von Wedgwood wer­den hell­grü­ne Glä­ser kom­bi­niert.

ED­LE STOF­FE Hell­graue Vor­hän­ge set­zen das Fens­ter in Sze­ne, die Spit­zen­de­cke ist ein Erb­stück.

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