WOHNGLÜCK

Beim drei­zehn­ten An­lauf

Homes & Gardens (Germany) - - INHALT - TEXT: JEN­NI­FER GOUL­DING, KIRS­TEN SONN­TAG FO­TOS: JA­MES BALSTON

Das Lon­do­ner Stadt­haus von Lu­cy und Tom Evans ver­eint ele­gan­te Far­ben und au­then­ti­sche Ele­men­te.

Mit ih­rem vik­to­ria­ni­schen Stadt­haus ha­ben Lu­cy und Tom Evans in Lon­don das gro­ße Los ge­zo­gen – bei der drei­zehn­ten Be­sich­ti­gung wur­de die Fa­mi­lie fün­dig.

Der Um­zug war für Lu­cy und Tom Evans ei­ne Not­wen­dig­keit. „Mit drei Kin­dern war das Haus, in das wir kurz nach der Hoch­zeit als Paar zo­gen, viel zu klein ge­wor­den“, er­zählt Lu­cy. Doch mit den Schu­len und Freun­den im Vier­tel woll­te die Fa­mi­lie nicht weit weg zie­hen. „Wir wünsch­ten uns ein Haus in der­sel­ben Wohn­ge­gend, das wir nach un­se­ren Vor­stel­lun­gen in ein ele­gan­tes, fa­mi­li­en­freund­li­ches Zu­hau­se ver­wan­deln konn­ten“. Kei­ne ein­fa­che Auf­ga­be in Lon­don.

„13 Häu­ser hat­ten wir be­reits be­sich­tigt, und es war an ei­nem drei­zehn­ten, als wir end­lich die­ses vik­to­ria­ni­sche Stadt­haus mit wei­ßer Stuck­fas­sa­de fan­den“, so Lu­cy. „Die Vor­be­sit­zer hat­ten es 30 Jah­re lang be­wohnt und woll­ten sich, nach­dem ih­re Kin­der das Nest ver­las­sen hat­ten, ver­klei­nern. Sie wa­ren ge­ra­de da­bei, al­les weiß zu ge­stal­ten, um die Ver­kaufs­chan­cen zu er­hö­hen, ab­ge­se­hen da­von strahl­te es ei­ne po­si­ti­ve At­mo­sphä­re aus und bot uns den Platz, den wir brauch­ten.“Lu­cy und Tom woll­ten dem Haus ih­ren ei­ge­nen, ganz per­sön­li­chen Stem­pel auf­drü­cken und ba­ten die Ei­gen­tü­mer, die Ar­bei­ten zu un­ter­bre­chen. „Die in Pla­nung be­find­li­chen Bä­der und Bö­den ge­fie­len mir nicht. Doch da die Re­no­vie­rung schon zur Hälf­te durch­ge­führt war, wur­de sie durch­ge­zo­gen,“er­in­nert sich Lu­cy. Um zu ret­ten, was zu ret­ten war, hol­te sie die Hand­wer­ker, die zu­vor das Land­haus der Fa­mi­lie mo­der­ni­siert hat­ten, in die Stadt. „Au­ßer­dem zo­gen wir un­se­ren Ar­chi­tek­ten Ian Adam-smith zu Ra­te. Er mach­te uns vie­le Vor­schlä­ge, un­ter an­de­rem die Un­ter­tei­lung des of­fe­nen Dach­ge­schos­ses in zwei Schlaf­zim­mer und ein Bad.“An­schlie­ßend wand­te sich Lu­cy an die be­währ­te In­te­rior­de­si­gne­rin Ge­or­gi­na Scott. „Bei un­se­rem vo­ri­gen Haus hat­te ich de­fi­ni­tiv ei­ni­ge Feh­ler ge­macht“, gibt Lu­cy zu. „An­de­rer­seits woll­te ich die Raum­ge­stal­tung nicht völ­lig in frem­de Hän­de le­gen, son­dern mei­nen ei­ge­nen Stil ein­brin­gen. Ge­or­gi­na hat das ver­stan­den.“Im Um­gang mit Far­ben fühl­te Lu­cy sich nicht si­cher. „Man trägt ei­ne klei­ne Pro­be auf der Wand auf und denkt, ’Sieht doch gut aus’, aber auf der gro­ßen Flä­che ist die Wir­kung ganz an­ders.“

Des­halb bat sie Ge­or­gi­na, ein Farb­kon­zept zu ent­wi­ckeln. „Ich wünsch­te mir ein ru­hi­ges, fried­li­ches Grau- und Blau­sche­ma, wel­ches das reich­lich ein­strö­men­de na­tür­li­che Ta­ges­licht op­ti­miert.“Und Ge­or­gi­na er­gänzt: „Die Pa­let­te ist Ton-in-ton fein auf­ein­an­der ab­ge­stimmt, um in die­sem schma­len, aber sehr ho­hen Haus op­ti­schen Zu­sam­men­halt zu schaf­fen und die ver­schie­de­nen Woh­ne­ta­gen zu­sam­men­zu­füh­ren. Auch durch­gän­gi­ge Bo­den­be­lä­ge sor­gen für ein stim­mi­ges Raum­ge­fühl.“Des­halb emp­fahl Ge­or­gi­na, al­le Trep­pen und Trep­pen­ab­sät­ze im Haus mit dem­sel­ben ge­streif­ten Tep­pich aus­zu­le­gen – vom Erd­ge­schoss bis hoch un­ter das Dach. Auch die Aus­wahl der Wohn­tex­ti­li­en und Ac­ces­soires schränk­te sie stark ein. „Ich ver­wen­de­te größ­ten­teils Stof­fe aus ei­ner be­stimm­ten Kol­lek­ti­on von Hod­soll Mcken­zie, die ge­ra­de neu her­aus­ge­kom­men war.“

Der schwarz-wei­ße Schach­brett­bo­den in der Kü­che war Lu­cys Idee. „Ich hat­te ei­nen ähn­li­chen Bo­den in ei­nem der kos­ten­lo­sen Im­mo­bi­li­en­ma­ga­zi­ne ge­se­hen, die un­ter der Tür durch­ge­steckt wer­den, und fand ihn toll. Er nimmt die Grau­tö­ne wie­der auf und va­ri­iert sie auf in­ter­es­san­te Wei­se.“Auch den Ess­tisch und die Stüh­le wähl­te Lu­cy aus. „Ei­gent­lich hät­te ich lie­ber Pols­ter­stüh­le ge­kauft. Aber mit drei noch nicht all­zu gro­ßen Kin­dern wä­ren sie ein­fach zu un­prak­tisch ge­we­sen. Viel­leicht spä­ter ein­mal.“

BLICK­FANGDie Fens­ter­ver­klei­dung ist mit dem­sel­ben Stoff wie das Bett­haupt be­zo­gen.

STAU­RAUM Ei­ne loh­nen­de In­ves­ti­ti­on: die maß­ge­schrei­ner­te An­klei­de bie­tet viel Platz.

ELE­GANZ Mar­mor er­lebt ein Come­back und gibt die­sem Bad ei­nen Hauch von Lu­xus.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.