Viel Rauch um al­te Öfen

Al­exis Gu­la vom Bun­des­ver­band des Schorn­stein­fe­ger­hand­werks er­läu­tert, was es beim Be­trieb neu­er und al­ter Ka­min­öfen zu be­ach­ten gibt.

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■ Herr Gu­la, was gibt es bei der Stand­ort­wahl ei­nes Ka­mins zu be­ach­ten? Vor­ab ist es wich­tig zu klä­ren, wel­che Räu­me bzw. Rä­um­lich­kei­ten da­mit be­heizt wer­den sol­len. Au­ßer­dem muss zur Feu­er­stät­te ein pas­sen­der Schorn­stein vor­han­den sein. Da­bei gilt es zu be­ach­ten, dass der Ka­min­ofen na­tür­lich in der Nä­he des Schorn­steins auf­ge­stellt wer­den soll­te. Am bes­ten im Vor­feld Kon­takt zum Be­zirks­schorn­stein­fe­ger auf­neh­men. Er kennt die Ört­lich­kei­ten und die ge­setz­li­chen Maß­ga­ben, wel­che bei der Auf­stel­lung ei­nes Ka­min­ofens er­füllt wer­den müs­sen.

■ Kann ein Schorn­stein nach­träg­lich ein­ge­baut wer­den?

Im Nor­mall­fall kann ein Edel­stahl­schorn­stein an der Au­ßen­fas­sa­de des Ge­bäu­des er­rich­tet wer­den. Man soll­te sich im Vor­feld mit dem zu­stän­di­gen Be­zirks­schorn­stein­fe­ger ab­stim­men, da be­son­de­re bau­recht­li­che An­for­de­run­gen wie z.b. Brand­schutz­ab­stän­de und Schorn­stein­hö­hen ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen. Vor der In­be­trieb­nah­me muss die Feu­er­stät­te vom Schorn­stein­fe­ger ab­ge­nom­men wer­den.

■ Seit 2018 gibt es ein neu­es Ener­giela­bel für Ka­mi­ne und Ka­chel­öfen.

Was sagt das über die Ge­rä­te aus?

Es zeigt auf ei­nen Blick, wel­chen Ener­gie­ver­brauch die Feu­er­stät­te hat und ob sie die Um­welt we­ni­ger be­las­tet. Das La­bel ver­deut­licht auch Leis­tung und Ef­fi­zi­enz des Ofens. We­sent­li­che Be­rech­nungs­grund­la­ge ist der Wir­kungs­grad auf Ba­sis des be­vor­zugt ver­wen­de­ten Brenn­stof­fes. Je hö­her der Wir­kungs­grad ist, des­to bes­ser sei­ne Ge­samt­be­wer­tung. ■ War­um müs­sen al­te Ka­min­öfen er­setzt oder nach­ge­rüs­tet wer­den?

Al­te Feu­er­stät­ten er­fül­len nicht mehr die An­for­de­run­gen der 1. Bim­schv*, da die Grenz­wer­te be­züg­lich Fe­in­staub und Koh­len­mon­oxid nicht ein­ge­hal­ten wer­den.

■ Wel­che Öfen sind da­von be­trof­fen?

Bis 2017 muss­ten Öfen mit Bau­jahr bis 1984 still­ge­legt wer­den. Am Jah­res­en­de 2020 läuft die Frist für Mo­del­le von 1985 bis 1994 ab. 2024 müs­sen al­le Öfen, die bis En­de März 2010 ge­fer­tigt wur­den, ge­tauscht oder nach­ge­rüs­tet wer­den.

■ Gibt es Aus­nah­men?

Of­fe­ne Ka­mi­ne, Koch­her­de und Ka­chel­grund­ö­fen sind aus­ge­nom­men. Ist in ei­nem Ge­bäu­de kei­ne Zen­tral­hei­zung vor­han­den, sind Öfen für fes­te Brenn­stof­fe eben­falls aus­ge­nom­men.

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