Gran­ny Au Pair

Man ist nie zu alt für ein Aben­teu­er

Ich Bin - - Inhalt - FRAN­ZIS­KA DAUME

Sei­ne Träu­me soll­te man ver­wirk­li­chen, so­lan­ge man noch jung ist, so heißt es. Da sprüht man vol­ler Elan und Tatendrang. Möch­te die Welt ent­de­cken, frei sein und Aben­teu­er er­le­ben. Das Un­be­kann­te er­le­ben und sich da­von in­spi­rie­ren las­sen. Neue We­ge ge­hen und se­hen, wo­hin die­se ei­nen füh­ren. Wenn Sie jetzt ni­ckend und mit ei­nem leich­ten Stich im Her­zen die­sen Ar­ti­kel in den Hän­den hal­ten und sich den­ken, dass der Zug für Sie be­reits ab­ge­fah­ren ist, dann hier die freu­di­ge Nach­richt: Der Ver­wirk­li­chung ei­nes Traums steht Ihr Al­ter nicht im We­ge, im Ge­gen­teil es wird so­gar ge­schätzt und ist so­gar aus­drück­lich er­wünscht. Wie mag das ge­hen, fra­gen Sie sich jetzt viel­leicht. Die Ant­wort auf die­se Fra­ge kommt von Michae­la Han­sen und Eva Go­ris.

Auf in die Welt

In ih­rem Buch „ Als Gran­ny Au­pair in die Welt“be­rich­ten Michae­la Han­sen und Eva Go­ris un­ter­halt­sam und span­nend von den Er­leb­nis­sen und Aben­teu­er der Frau­en, die sich auf die Rei­se ins Aus­land ge­macht ha­ben. Der Buch­ti­tel be­nennt da­bei die von Frau Han­sen 2010 ge­grün­de­te Aus­lands­ver­mitt­lung für Frau­en jen­seits der 50. Die Grün­de­rin von „Gran­ny Au­pair“, selbst Mut­ter und Groß­mut­ter, ver­mit­telt Leih-omas bzw. Groß­müt­ter auf Zeit. So ge­lan­gen ge­stan­de­ne Frau­en als Au­pairs in frem­de Län­der, wo sie ei­ne zu­vor ab­ge­spro­che­ne Zeit in das All­tags­le­ben ei­ner frem­den Fa­mi­lie ein­tau­chen. Da­bei zäh­len all­täg­li­che Auf­ga­ben, die sich aus der Be­treu­ung und Un­ter­stüt­zung der kleins­ten Fa­mi­li­en­mit­glie­der er­ge­ben, von nun an zu ih­ren Auf­ga­ben. Und der Ho­ri­zont wird deut­lich wei­ter: Zu­sätz­lich zur neu­en All­tags­ge­stal­tung er­hal­ten die frisch­ge­ba­cke­nen Omis die Mög­lich­keit ein frem­des Land, des­sen Kul­tur und Ein­hei­mi­sche auf ei­ne ganz an­de­re Art und Wei­se ken­nen­zu­ler­nen, als es der nor­ma­le Ur­lau­ber ver­mag. Zu­dem wer­den aber auch an­de­re We­ge, sich in frem­den Län­dern zu en­ga­gie­ren, vor­ge­stellt. Ein fa­mi­li­en­ähn­li­ches Ein­tau­chen in den All­tag ei­ner äl­te­ren bzw. hil­fe­be­dürf­ti­gen Per­son bei­spiels­wei­se er­mög­licht auch die Rol­le als Ge­sell­schaf­te­rin. Und wer den Vor­teil des Le­bens im Aus­land nut­zen möch­te, aber das Le­ben in ei­ner Fa­mi­lie oder ei­ner en­gen Ge­mein­schaft zu per­sön­lich fin­det, der kann sich auch in so­zia­len Pro­jek­ten en­ga­gie­ren.

Ab­wechs­lung ga­ran­tiert

Zu­sätz­lich zu die­sen viel­fäl­ti­gen Mög­lich­kei­ten, ei­ne Aus­zeit auf Zeit im Aus­land zu ver­brin­gen, be-

„Der Ver­wirk­li­chung des er­sehn­ten Traums steht Ihr Al­ter nicht im We­ge.“

leuch­ten die Au­to­rin­nen auch die ge­sell­schaft­li­chen As­pek­te des Äl­ter­wer­dens. Be­glei­tet durch Kom­men­ta­re und An­sich­ten von Psy­cho­lo­gen und So­zi­al­wis­sen­schaft­lern bil­det sich so ein will­kom­me­ner Kon­trast zu den Er­fah­rungs­be­rich­ten der Teil­neh­men­den. Der Er­fah­rungs­schatz der Aus­lands­rei­sen­den zieht sich wie ein ro­ter Fa­den durch das kom­plet­te Buch, der auf an­schau­li­che und be­rüh­ren­de Wei­se ein­zel­ne Ge­schich­ten ver­folgt. In um­fang­rei­chen Por­träts wer­den nicht nur die durch­aus un­ter­schied­li­chen Er­fah­run­gen der Frau­en im Aus­land ge­schil­dert, son­dern auch Ein­bli­cke in vor­he­ri­ge Le­bens­we­ge und Zu­kunfts­aus­sich­ten ge­währt.

Was die Rah­men­be­din­gun­gen der Rei­se be­trifft, wer­den die­se mit der Fa­mi­lie im Aus­land in­di­vi­du­ell fest­ge­legt. Aus die­sem Grund kön­nen sich Dau­er, Un­ter­kunft und kon­kre­te Auf­ga­ben­be­rei­che von Gran­ny zu Gran­ny un­ter­schie­den. In­di­vi­du­el­le Ab­spra­chen zwi­schen bei­den Be­tei­lig­ten sind das A und O in die­ser An­ge­le­gen­heit. Ist der ers­te Schritt der Ent­schei­dung über­wun­den, heißt es ein Pro­fil im In­ter­net er­stel­len und dann kann die Su­che nach ei­ner ge­eig­ne­ten Fa­mi­lie be­gin­nen. Üb­ri­gens: Selbst Kin­der zu ha­ben ist für das En­ga­ge­ment als neue Oma kei­ne Vor­aus­set­zung.

Ei­ne neue Zu­kunft war­tet

Oh­ne Part­ner an ih­rer Sei­te, die Kin­der aus dem Haus oder auch nur die Ren­te in der Ta­sche, se­hen man­che Frau­en ih­re Zeit ge­kom­men, end­lich et­was für sich selbst zu tun. Nach jah­re­lan­gem Ar­bei­ten kön­nen nun end­lich die ei­ge­nen Träu­me und ver­gan­ge­nen Wün­sche in den Fo­kus ge­rückt wer­den. Der Ab­schied aus dem ge­wohn­ten Ar­beits­all­tag läu­tet oft die Zeit ei­ner Ve­rän­de­rung ein. Ei­ne ent­ste­hen­de Sehn­sucht nach dem Un­be­kann­ten, ge­paart mit der Lust auf Aben­teu­er kann ein Grund sein, um sich auf den Weg in die Fer­ne zu ma­chen. Wie­der ei­ne Auf­ga­be vor Au­gen zu ha­ben, kann den po­si­ti­ven Ef­fekt be­wir­ken, sich ge­braucht und jung zu füh­len. Aber Vor­sicht: Zu ho­he Er­war­tun­gen an die Gast­fa­mi­lie oder an die Le­bens­um­stän­de kön­nen die Freu­de schnell trü­ben. Des­halb ist es rat­sam, sich ge­dank­lich auch ei­nem mög­li­chen Schei­tern zu öff­nen. Ei­ne Teil­neh­me­rin be­rich­tet im Buch sehr aus­führ­lich da­von, sich das ei­ge­ne Schei­tern zu er­lau­ben und der Angst mit ei­nem Lä­cheln ent­ge­gen­zu­tre­ten.ge­nau die­se Ein­stel­lung hat ihr ge­hol­fen, als ihr Aben­teu­er nicht so ver­lief, wie er­war­tet. So macht auch die­se Er­fah­rung Mut, den Schritt zu wa­gen. •

„Es tut gut, sich wie­der ge­braucht und jung zu füh­len.“

Kin­der­au­gen wol­len zum Leuch­ten ge­bracht wer­den, über­all und im­mer wie­der.

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