Vir­gi­nia Woolf

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Die Bri­tin Vir­gi­nia Woolf ist Ih­nen ver­mut­lich als ei­ne der gro­ßen und be­deu­ten­den Schrift­stel­le­rin­nen be­kannt. Ne­ben ih­ren Wer­ken wie „Mrs. Dal­lo­way“, „Or­lan­do“oder „Zum Leucht­turm“ist es vor al­lem auch ihr tra­gi­sches Schick­sal, das Tei­le ih­rer Be­rühmt­heit aus­macht. Denn die eben­so cha­ris­ma­ti­sche wie sen­si­ble Schrift­stel­le­rin litt Zeit ih­res Le­bens an De­pres­sio­nen und psy­chi­schen Pro­ble­men, die letzt­lich auch da­zu führ­ten, dass sie mit 59 Jah­ren den Frei­tod wähl­te. Schon von Kind­heit an war Vir­gi­nia Woolf durch ih­ren Va­ter Les­lie Ste­phen, ein Schrift­stel­ler und Es­say­ist, in Kon­takt mit Li­te­ra­tur, Kul­tur und Kunst ge­kom­men. Im Haus der Fa­mi­lie fan­den re­gel­mä­ßig Sa­lon­aben­de statt, an de­nen sich die kul­tu­rel­le und künst­le­ri­sche Eli­te Lon­dons im Hau­se der Fa­mi­lie Ste­phen zu­sam­men­fand. „Books are the mir­rors of the soul“, ei­nes ih­rer be­kann­te­ren Zi­ta­te, zeig­te die Be­deu­tung, die sie der Li­te­ra­tur in ih­rem Le­ben bei­maß. Der Tod der El­tern, 1895 und 1904, stürz­te Vir­gi­nia Woolf in die ers­ten psy­chi­schen Kri­sen, die spä­ter in ih­ren tra­gi­schen Tod mün­de­ten. Ih­re große Sen­si­bi­li­tät war es, die es ihr er­mög­lich­te, ih­re ei­ge­ne und die in­ne­ren Wel­ten An­de­rer ana­ly­tisch und zugleich an­mu­tig dar­zu­le­gen. Mit der Tech­nik des „Be­wusst­seins­stroms“schaff­te sie dank ih­rer in­no­va­ti­ven Ader ei­ne neue Er­zähl­tech­nik, die im 1925 ver­öf­fent­lich­ten Ro­man „Mrs. Dal­lo­way“per­fek­tio­niert wur­de. Ob­wohl Vir­gi­nia das Glück hat­te, von ih­rer Fa­mi­lie ge­för­dert zu wer­den, war sie doch im­mer be­schäf­tigt, mit dem The­ma der Un­ge­rech­tig­keit zwi­schen den Ge­schlech­tern. Dies zeigt sich auch an Ge­dan­ken wie „Die Frau hat jahr­hun­der­te­lang als Lu­pe ge­dient, wel­che die ma­gi­sche und köst­li­che Fä­hig­keit be­saß, den Mann dop­pelt so groß zu zei­gen, wie er von Na­tur aus ist.“

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