Wo­von träumst du?

Ich Bin - - Contents -

Ol­ga, 8 In ei­nem Tag­traum kann man Din­ge se­hen, die man sich wünscht. Man ist weg aus der Wirk­lich­keit. Ich ha­be das oft beim Spie­len. Ich den­ke dann, dass ich et­was selbst ma­chen kann, et­was schaf­fen kann. Ich stel­le mir vor, ich bin Pip­pi Langs­trumpf. Die ist so stark. Wenn es mir schlecht geht, den­ke ich an et­was Gu­tes. Nach dem Tag­traum den­ke ich dann, so schlimm ist es doch nicht.

Lui­se, Rent­ne­rin, 79 Ge­ra­de im Herbst, wenn ich mehr Zeit drin­nen ver­brin­ge, wer­de ich et­was me­lan­cho­lisch. Dann kom­men mir Ge­dan­ken dar­über, dass wir al­le äl­ter wer­den. Neu­lich ha­be ich ei­ne Do­ku­men­ta­ti­on über Süd­ti­rol an­ge­schaut und er­in­ner­te mich an den Ur­laub mit mei­nem ver­stor­be­nen Mann. Ich wün­sche mir dann, dass ich al­le Lie­ben an mei­nem Ge­burts­tag se­he, dass es al­len gut geht. Ich hof­fe, dass ich noch et­was er­le­ben und ver­rei­sen kann.

Ales­sa, Künst­le­rin, 29 Ich tag­träu­me meis­tens be­wusst, weil es mir gut­tut und dann geht es um Lö­sun­gen. Aber ich den­ke auch an ver­gan­ge­ne Be­zie­hun­gen und manch­mal an ver­stor­be­ne Per­so­nen, die mir lieb wa­ren. Manch­mal ma­le le ich mir auch aus, wie die Er­de in ein paar Jahr­zehn­ten aus­se­hen wird. Ob der Ro­bo­ter wohl die nächs­te Evo­lu­ti­ons­stu­fe uti­ons­stu­fe ist. Oder wie es wä­re, auf dem Mars spa­zie­ren zu ge­hen. Oder in den Wol­ken zu le­ben.

Mar­tin, Pfar­rer, 30 Beim Jog­gen hö­re ich Mu­sik und stel­le mir oft vor, wie es wä­re, selbst Mu­si­ker zu sein. Ich ste­he auf ei­ner Büh­ne und 10 000 Men­schen sin­gen mein Lied. Schon al­lein die­ses Bild gibt mir Kraft. In mei­nem Zeug­nis der drit­ten Klas­se stand ta­delnd, dass ich zu Tag­träu­men nei­ge und mich leicht ab­len­ken las­se. Da­bei ha­be ich ge­ra­de in die­sen „Zwangs­pau­sen“durch Tag­träu­me­rei die bes­ten Ide­en.

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