Hül­len­los

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Die Oma sah ihn in ei­ner Il­lus­trier­ten und hat sich so­fort an die Ar­beit ge­macht. Ver­zier­te Rüsch­chen, ver­spiel­te Blüm­chen – al­les wie beim Ori­gi­nal. Ein paar Ta­ge hat die Fer­ti­gung ge­dau­ert. Stolz auf ih­re Ar­beit, über­reich­te die Oma ih­rer En­ke­lin ein klei­nes Päck­chen. Mit sorg­sa­men Hand­gri en ö ne­te sie ge­spannt ihr Ge­schenk. Zum Vor­schein kam ein wun­der­schö­ner ro­ter Ba­de­an­zug. Be­reits am nächs­ten Tag lief das Mäd­chen früh an den See. Al­le wa­ren ganz an­ge­tan vom leuch­ten­den Rot und wünsch­ten sich eben­falls so ein schö­nes Stück. Es wur­de ge­spielt und ge­lacht und als es Mit­tag war und die Son­ne hoch am Him­mel stand, war es Zeit für ei­ne Ab­küh­lung. Als das Mäd­chen ge­nug vom Schwim­men hat­te, woll­te sie wie­der zu­rück ck an Land. Doch be­reits nach dem Auf­tau­chen merk­te sie, , dass et­was nicht stimm­te. Erst als sie das große Ge­läch­ter hör­te, be­merk­te sie, dass ihr ro­ter Ba­de­an­zug nicht mehr das be­deck­te, was er soll­te. Denn wie nun ein­mal je­der weiß, ver­liert Wol­le im Was­ser schnell die Form. Plötz­lich war es nicht mehr der Ba­de­an­zug, der vor lau­ter Pracht rot leuch­te­te. Es war das Ge­sicht ht des Mäd­chens. Nie wie­der trug sie ih­ren ro­ten Ba­de­an­zug. Aber die blaue Bom­mel­müt­ze, die ihr ih­re Oma für den na­hen­den Win­ter ge­strickt hat­te, ließ sie das pein­li­che Ba­de­er­leb­nis doch ganr schnell wie­der ver­ges­sen.

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