Ma­sche für Ma­sche

Stri­cken für die See­le

Ich Bin - - Contents - MADLEEN HOHMANN ANN

Stri­cken en hat wie­der der Hochk Hoch­kon­junk­tur. on­junk­tur In al al­len en n nt Tei­le Tei­len der Welt elt glü­he­nen glü­hen en n ddie die Na­deln un und kre­ieren meis­te meis­ter­haf­te Stück­cke Stü­cke, tü­cke, ke, ge­scha ge­scha en a en aus ei­nem em ein­zi­gen einz ein­zig Fa­den Garn. . Ob Jung oder der A Alt, Ma­nann Mann oder r F Frau – s sie al­le sind be beg be­geis­tert be­geis­tert. egeis­te Und ge­ra­de wenn nn es drau­ßen en dun dun­keld dun­kel ist und d die Ho Holz­schei­te olz­schei­te it im Ka­min knis­tern, ist die bes­te e Z Zeit, it ein neu­es Kunstw Kunst­werk werk zu u b be­gin­nen.

Lang­sam frös­telt es, die Hän­de wer­den kalt, der ers­te Schnee fällt und der Duft von herr­li­chen Ker­zen und le­cke­rem Weih­nachts­ge­bäck schwirrt durch die Lüf­te. Da pas­sen am Bes­ten ei­ne hei­ße Tas­se Tee, ein gu­tes Buch auf dem Schoß und Omas hand­ge­strick­te So­cken an den Fü­ßen.

Al­le stri­cken

Aber halt, war­um denn Omas hand­ge­strick­te So­cken? Ist die Hand­ar­beit mit Garn und Na­deln nicht wie­der voll in Mo­de ge­kom­men und strickt nicht auch die Stu­den­tin heim­lich im Vor­le­sungs­saal, der Ge­schäfts­mann in der U-bahn und der Kr­an­füh­rer wäh­rend sei­ner Mit­tags­pau­se? Die Zei­ten krat­zen­der Strumpf­ho­sen sind vor­bei. Aus den ver­schie­dens­ten Woll­ar­ten wer­den nun ganz an­de­re, fi­li­gra­ne und an­ge­nehm trag­ba­re Ar­bei­ten ge­zau­bert. Denn ne­ben Schal und Müt­ze, Strick­ja­cke und Strumpf bie­tet die einst ein­ge­staub­te Hand­ar­beits­dis­zi­plin so ei­ni­ge neue Ver­wen­dungs­mög­lich­kei­ten. Da wird nicht nur die di­cke Wol­le zum Fer­ti­gen ei­nes wär­men­den Klei­dungs­stü­ckes ge­nutzt. Es wer­den auch ganz an­de­re, ver­rück­te Din­ge aus den bun­ten Fä­den her­ge­stellt. So zum Bei­spiel prak­ti­sche, ab­nehm­ba­re Bär­te für Män­ner oh­ne Bart. Die sind ganz ein­fach an der Müt­ze zu be­fes­ti­gen und schon muss Mann im Win­ter nicht mehr frie­ren. Da­mit man sich an ei­ner hei­ßen Tas­se nicht die Fin­ger ver­brennt, kann man ihr ein­fach ei­nen klei­nen Strick­man­tel an­zie­hen und so be­quem den Kaf­fee ge­nie­ßen. Klingt ver­rückt? ? Frü­her war es das mit Si­cher­heit. Heu­te staunt nt man eher über den Er­fin­dungs­reich­tum der r Woll­kün Woll­künstünst ler. Und der scheint kei­ne Gren­zen n zu ken­nen. So wer­den mitt­ler­wei­le auch klei­ne Tört­chen, ört­chen, Obst, Ob Ge­mü­se Gem e oder der auch a la­che la­chen­de en­de Sus­hiSu­shi-röll­chen aus Wol­le ge­schaf­fen. ge­schaf­fe en. Mög­lic Mög­lichst chst noch no in Ori­gi­nal­grö­ße, um den Schwie­rig­keits­grad Sch hwie­rig­keit itsgs­grad zu er­hö­hen. Aber erst ein­mal wol­len wol­le len wir ir et­was e zum um An­zie­hen – al­so zu­rück zu den So­cken. Socck ock

Vom Netz etz zum Strum Strumpf

Da es schon im­mer kal­te Fü­ße gab, ga muss­ten sich un­se­re nse­re Vor­fah­ren be­reits vor Tau­send Tau­sen­den Taus von Jah­ren ren et­was ein­fal­len las­sen. Denn Den nn von Fuß­bo­den­hei­zung ei­zung konn­te da noch kei­ne Re­de R sein. Ei­ne an­de­re e Lö­sung muss­te her. Tier­haut Tier­haut, ut, al­so Le­der, war zwar war ein Schutz für die Fü­ße, aber ab ber so rich­tig warm sind ind nd sie da­dur da­durch auch nicht ge­blie­ben. ge eblieb Mit dem Spin­nen nnen von Schaf­wol­le und de der er Her Her­stel­lung von Gar­nen nen aus Pfl Pflan­zen­fa­sern be­gann n das da a ers­te Ar­bei­ten n mit den spit­zen s Na­deln. Nach und nach wur­den T Tech­ni­ken h ik ent­wi­ckelt, um rich­ti­ge e Stof­fe aus die­sen Fä­den her­zu­stel­len. So ent­stan­den d auch die ers­ten Strick­ar­bei­ten. Vor­bild für das Stri­cken war zu die­sem Zeit­punkt das ein­fa­che Knüp­fen von Fi­scher­net­zen – sim­pel, aber sehr funk­tio­nell. Zu­nächst tauch­ten ge­strick­te So­cken in Vor­der­asi­en auf, von wo aus sie ih­re Ver­brei­tung in die gan­ze Welt an­tra­ten. In Eu­ro­pa wur­den im Mit­tel­al­ter erst­ma­lig Strümp­fe her­ge­stellt, die mit

zwei Strick­na­deln ge­fer­tigt wur­den. Ab die­ser Zeit ver­brei­te­te sich das Hand­werk zu­neh­men als prak­ti­sche und ein­fa­che An­wen­dung in der Tex­til­her­stel­lung. Nicht nur So­cken, auch fes­te Pull­over, Ja­cken oder gar Hü­te wur­den fort­an aus dem fei­nen Na­tur­ma­te­ri­al her­ge­stellt. Doch im Lau­fe der Zeit stieg der Be­darf an ge­strick­ter Klei­dung enorm an. Al­lein durch Hand­ar­beit konn­te die im­mer grö­ßer wer­den­de Be­völ­ke­rung nicht mehr mit Strick­wa­ren ver­sorgt wer­den. Die Lö­sung: Ei­ne Strick­ma­schi­ne, die Ma­sche für Ma­sche die zeit­auf­wen­di­ge Hand­ar­beit ab­lös­te. Nun konn­te auch in grö­ße­ren Di­men­sio­nen ge­strickt und ge­dacht wer­den.

Be­sinn­lich oder ver­rückt

Heu­te ist das Stri­cken mehr zu ei­ner Frei­zeit­tä­tig­keit ge­wor­den. Zu­dem gilt das Be­schäf­ti­gen mit Garn und Na­del als Aus­gleich für den All­tag und die Mög­lich­keit zum Ab­schal­ten – ei­ne klei­ne Aus­zeit so­zu­sa­gen. Selbst the­ra­peu­ti­sche Zü­ge soll das Stri­cken ha­ben und so­wohl psy­chi­sche als auch phy­si­sche Be­schwer­den lin­dern. Kör­per und Geist kön­nen so in Ein­klang kom­men und las­sen uns zur Ru­he kom­men. War­um das so ist? Es sind die klei­nen, ste­tig wie­der­keh­ren­den Be­we­gun­gen, die fast schon ei­nen me­di­ta­ti­ven Cha­rak­ter ha­ben. Je mehr Übung man hat, je we­ni­ger muss man sich ge­dank­lich auf das Kon­zen­trie­ren, was die

Hän­de ge­ra­de tun. Sie fol­gen ei­nem tief ver­in­ner­lich­ten Mus­ter, die glat­te Ober­flä­che der Na­deln und die wei­che Wol­le in der Hand. Die Ge­dan­ken kön­nen ein­fach flie­gen. Und, als po­si­ti­ver Ne­ben­ef­fekt: Am En­de be­kommt man ein kusch­lig wei­ches, selbst­ge­mach­tes Klei­dungs­stück. Und die braucht man im Win­ter auch, denn oh­ne pas­sen­de Klei­dung frie­ren wir nur all zu schnell. Dass aber auch Bäu­me, gan­ze Fahr­rä­der oder gar Pan­zer frie­ren kön­nen, ist doch eher ei­ne ab­sur­de Vor­stel­lung. Nur: War­um trägt dann die Lin­de im Park ei­nen di­cken Man­tel aus Strick? Und wes­halb braucht der Fahr­rad­stän­der in der Fuß­gän­ger­zo­ne Strick­s­tul­pen? Da wa­ren kei­ne ver­rück­ten Men­schen am Werk. Das wa­ren Men­schen mit ver­rück­ten Ide­en, die sie be­geis­tert mit der All­ge­mein­heit tei­len wol­len. Die­se Art von Stadt­ver­schö­ne­rung nennt man „Gue­ril­la Knit­ting“, wo­bei öf­fent­li­che Ge­gen­stän­de mit­tels ge­strick­ten Stof­fen um­rahmt, ein­ge­hüllt und ver­ziert wer­den. Meist die­nen die ge­strick­ten Wer­ke, um dem Au­ge ei­ne Ver­schö­ne­rung der tris­ten, grau­en Stadt zu bie­ten. Oft­mals len­ken die bun­ten Stof­fe von der ei­gent­li­chen Funk­tio­na­li­tät der All­tags­ge­gen­stän­de ab und bie­ten so dem Be­trach­ter ei­nen an­de­ren Blick­win­kel auf die Din­ge, die ihn um­ge­ben. Din­ge ein­zu­stri­cken kann aber auch be­deu­ten, dass zum Den­ken an­ge­regt wird. So wur­de bei­spiels­wei­se ein gan­zer Pan­zer in Wol­le ein­ge­hüllt, um auf die Waf­fen­ge­walt in der Welt auf­merk­sam zu ma­chen. Je mehr man sich al­so im Stri­cken ver­liert, um­so bun­ter wird das Le­ben. Hin­set­zen, aus­pro­bie­ren und ent­span­nen – das sind die e bes­ten Tipps für die ge­müt­li­che Win­ter­zeit! •

Schön warm

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