Ver­ge­wal­ti­ger aus Sie­gaue ist voll schuld­fä­hig

Gut­ach­te­rin un­ter­sucht An­ge­klag­ten

Illertisser Zeitung - - Panorama - (dpa)

Der An­ge­klag­te im Pro­zess um die Ver­ge­wal­ti­gung ei­ner Cam­pe­rin in der Sie­gaue bei Bonn ist nach An­sicht ei­ner Gut­ach­te­rin voll schuld­fä­hig. Sie ha­be bei ih­rer Un­ter­su­chung kei­ne Merk­ma­le für ei­ne ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit ge­fun­den, sag­te die Psych­ia­te­rin. Das Ge­richt be­schäf­tigt sich seit ver­gan­ge­ner Wo­che in ei­nem Re­vi­si­ons­pro­zess er­neut mit der Tat. Der ab­ge­lehn­te Asyl­be­wer­ber aus Gha­na war be­reits im Ok­to­ber 2017 zu elf­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teilt wor­den. Der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) hob das Ur­teil teil­wei­se auf.

Der BGH hat­te ent­schie­den, dass das Bon­ner Land­ge­richt der Fra­ge ei­ner mög­li­chen ver­min­der­ten Schuld­fä­hig­keit des An­ge­klag­ten nach­ge­hen und ein neu­es Straf­maß be­stim­men muss. Am Schuld­spruch we­gen be­son­ders schwe­rer Ver­ge­wal­ti­gung und räu­be­ri­scher Er­pres­sung heg­ten die obers­ten deut­schen Rich­ter kei­ne Zwei­fel. Dem­nach hat­te der 32-Jäh­ri­ge ein jun­ges Paar aus Süd­deutsch­land beim Zel­ten über­fal­len, es mit ei­ner Ast­sä­ge be­droht und die Frau ver­ge­wal­tigt.

Ein Ge­richts­spre­cher sag­te, das Er­geb­nis des neu­en Gut­ach­tens be­deu­te nicht zwangs­läu­fig, dass es bei der bis­he­ri­gen Straf­hö­he blei­be. „Die Kam­mer setzt die Stra­fe völ­lig neu fest.“Sie müs­se sich im Straf­rah­men zwi­schen fünf und den ver­häng­ten elf­ein­halb Jah­ren be­we­gen. Bei ver­min­der­ter Schuld­fä­hig­keit wä­re der Straf­rah­men nied­ri­ger an­zu­set­zen. Das Ur­teil in dem Re­vi­si­ons­pro­zess wird am 5. Ok­to­ber er­war­tet.

Fo­to: dpa

Se­le­na Go­mez lei­det an ei­ner Au­toim mu­n­er­kran­kung.

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