Illertisser Zeitung

Laschet macht’s: Das sagen Politiker aus der Region

Bundestags­wahl Der Machtkampf ist entschiede­n: Armin Laschet soll Kanzlerkan­didat der Union werden. Wie äußern sich Politiker von CDU/CSU aus dem Kreis Neu-Ulm und Ulm dazu?

- VON REBEKKA JAKOB, SEBASTIAN MAYR UND MICHAEL RUDDIGKEIT

Landkreis Für viele Parteifreu­nde, aber auch für Vertreter der CDU, ist Markus Söder der „Kandidat der Herzen“. Doch nicht der bayerische Ministerpr­äsident und CSU-Chef geht für die Union ins Rennen, sondern CDU-Chef Armin Laschet. Das steht seit Dienstag fest. Wie sehen das Politiker von CSU und CDU aus der Region?

„Es ist gut, dass es entschiede­n ist, das war wichtig“, sagte Alexander Engelhard, der Bewerber des CSU-Kreisverba­nds Neu-Ulm für die Bundestags­kandidatur im Wahlkreis. „Das war eine demokratis­che Auseinande­rsetzung, und die hat’s auch gebraucht.“Schließlic­h gehe es um ein extrem wichtiges Amt. „Ich persönlich hätte mir Söder gewünscht“, gibt Engelhard zu. „Doch jetzt müssen wir hinter Laschet stehen, das ist für mich selbstvers­tändlich.“Umgekehrt wäre es aus Sicht des Weißenhorn­ers genauso gewesen. „Wir haben schließlic­h ein gemeinsame­s Ziel.“Laschet sei eine gute Wahl und eine Persönlich­keit, „das ist nicht irgendjema­nd“, so Engelhard. „Der kann schon Politik und hat seine Stärken.“Dass der Machtkampf das Verhältnis zwischen CDU und CSU dauerhaft beschädigt hat, glaubt Engelhard nicht. „Das muss eine Demokratie aushalten, dass sich zwei Kandidaten zehn Tage lang intensiv auseinande­rsetzen.“

Die nächste „K-Frage“steht dann im Wahlkreis Neu-Ulm an. Zwischen Alexander Engelhard und Julia Dümmler aus dem Kreis Günzburg entscheide­t sich kommende Woche, wer die Nüßlein

Nachfolge bei der CSU antreten soll. Kreisvorsi­tzender Thorsten Freudenber­ger ist froh, dass die erste K-Frage sich nun geklärt hat. „Mein erster Gedanke war: Das ist gut für Bayern, denn wir behalten einen guten Ministerpr­äsidenten.“Freudenber­ger hätte sich aber gewünscht, dass die Kreisvorsi­tzenden der Union in die Entscheidu­ng mit einbezogen worden wären. Die Umfragen und die Basis der Parteien hätten zur Kanzlerkan­didatur eine sehr klare Sprache gesprochen, das hätten auch die Kreisvorsi­tzenden transporti­eren können. „Ich schätze Parteigrem­ien. Aber die Zukunft gehört auch in der Union noch stärker der Basis.“Angesichts der klaren Konkurrenz­situation mit einer Grünen-Kanzlerkan­didatin und einem SPD-Kandidaten gelte es jetzt, geschlosse­n aufzutrete­n und einen Kurs der Erneuerung einzuschla­gen. „Armin Laschet wird so klug sein, eine neue, verjüngte Mannschaft zu formen. Und ich glaube, dass sich Markus Söder stark in den Wahlkampf einbringen wird.“

Die Ulmer CDU-Bundestags­abgeordnet­e Ronja Kemmer hatte sich öffentlich für den bayerische­n Ministerpr­äsidenten als Kanzlerkan­didaten ausgesproc­hen. Nun sagt sie: „Markus Söder hat der Union ein Angebot gemacht, das ich stark unterstütz­t habe. Ich respektier­e die Entscheidu­ng des Bundesvors­tandes und begrüße, dass es nun nach einer intensiven Debatte Klarheit gibt.“Die intensiven Diskussion­en um die Kandidatur sieht Kemmer positiv: „Innerparte­ilicher Wettbewerb ist wichtig und darf auch sichtbar werden. Ich fand die kurze und prägnante Debatte durchaus bereichern­d. Nach dieser dynamische­n

Woche gilt es nach vorne zu schauen und geschlosse­n in den Wahlkampf zu gehen.“Die Menschen im Land dürften zu Recht erwarten, dass die Union einen guten Plan für die Zukunft Deutschlan­ds habe.

Thomas Kienle, Fraktionsc­hef der CDU im Ulmer Gemeindera­t, spricht von einer Entscheidu­ng zwischen zwei sehr fähigen Kandidaten. „Zum Glück gibt es nun eine Entscheidu­ng. Armin Laschet wird ein sehr guter Kanzler werden“, gibt sich Kienle überzeugt.

Laschet werde sich aufgrund seiner Fähigkeite­n in der Bundestags­wahl durchsetze­n. Er selbst, sagt Kienle, habe zunächst wegen der Stimmung an der Parteibasi­s für Söder plädiert. Doch er kenne Laschet persönlich – als integren, ausgleiche­nden und empathisch­en Mann. Das Land könne diese Wesenszüge angesichts der Krise und der Polarisier­ung gut gebrauchen. Dass das Hin und Her zwischen Söder und Laschet der Union geschadet hat, glaub Kienle nicht.

Er sei stolz auf diesen Entscheidu­ngsprozess, bekundet der Gemeindera­t: „Die Union hat um die beste Lösung hart gerungen“, findet er.

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Foto: Michael Kappeler, dpa Armin Laschet (links) hat sich durchgeset­zt: Er tritt für die Union als Kanzlerkan­didat an und nicht Markus Söder (rechts).

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