Be­vor es zu spät ist

Con­tro­cor­ren­te, 1968, Marx und ARRI As­tor

In München - - KINO -

Neu­er Glanz! Das ge­lieb­te ARRI-Ki­no in der Tür­ken­stra­ße macht wie­der auf. Der „al­te“Saal hat jetzt 180 Plät­ze, das ARRIStu­dio ist jetzt der größ­te Saal mit 350 be­quems­ten Le­der­ses­seln, und es gibt noch ein Club Ki­no im Bi­b­lio­theks­look mit 70 Plät­zen. AS­TOR Film Lounge im ARRI heißt es jetzt, Kom­fort vom Feins­ten, Ge­trän­ke- und Spei­sen­ser­vice am Platz und bes­te Tech­nik ver­ste­hen sich da­bei von selbst. (Er­öff­nung am 7.12.)

Bei der Film­rei­he Con­tro­cor­ren­te – Ge­gen den Strom geht’s u.a. um An­to­nio Gram­sci. Der grün­de­te, 1926, in der 44 Ta­ge dau­ern­den Ver­ban­nung, zu­sam­men mit sei­nen Mit­ge­fan­ge­nen, ei­ne Schu­le, die al­len Be­woh­nern der In­sel Usti­ca of­fen­stand. In der Do­ku Gram­sci 44 zeigt sich, dass das ein­zig­ar­ti­ge Pro­jekt bis heu­te in der Er­in­ne­rung der In­su­la­ner prä­sent ist. In In­tol­ler­an­za 2004 be­schäf­tigt sich Bettina Ehr­hardt mit Lu­i­gi No­nos künst­le­ri­scher Bot­schaft, der Ein­heit von Kom­po­si­ti­on und Ethik. Tän­zer Kof­fi Kôkô ver­kör­pert ei­nen na­men­lo­sen Im­mi­gran­ten – Au­gen­zeu­gen er­in­nern sich an die Erst­auf­füh­rung von „In­tol­ler­an­za“1960 in Venedig, die von Fa­schis­ten ge­sprengt wer­den soll­te. (Ga­s­teig, bis So, 9.12.)

Die zwei­wö­chi­ge Film­rei­he 1968 – Und? im Werk­statt­ki­no sucht nach dem re­vo­lu­tio­nä­ren Geist von da­mals, mit be­son­de­rem Au­gen­merk auf Münch­ner Künst­ler und Fil­me­ma­cher. Ula Stöckls Neun Le­ben hat die Kat­ze (1968) war der ers­te fe­mi­nis­ti­sche Film der BRD. He­art­beat (1981) von Wer­ner Pen­zel und Fritz Bau­mann be­glei­tet Ro­man Bun­ka und Em­bryo bei ih­ren Welt­mu­sik-Le­bens-Rei­sen. Und Ha­run Fa­ro­ckis Stu­di­en über Na­palm, Play­mates, Ein­kaufs­wel­ten oder Alain Tan­ners Jo­nas, der im Jahr 2000 25 Jah­re alt sein wird dür­fen da nicht feh­len. (bis So 16.12.)

An­gel Wa­gen­stein war schon als Teen­ager An­füh­rer ei­ner jü­di­schen Par­ti­sa­nen­bri­ga­de in Bul­ga­ri­en. Er über­leb­te. In der Nach­kriegs­zeit wur­den sei­ne Fil­me zu ei­ner Art ver­deck­tem Wi­der­stand ge­gen die Sta­lin-Ära. Wa­gen­stein ist mit 94 Jah­ren im­mer noch ein Mann mit gro­ßem Charme und wa­chem Geist. Die Do­ku Art is a We­a­pon von Andrea Si­mon zeugt da­von. (Werk­statt­ki­no, Mo 17.12.)

Da­zu passt die Film­rei­he Karl Marx, die im Werk­statt­ki­no mit Raoul Pecks Bio­pic Der jun­ge Karl Marx, Svet­la­na Bas­ko­vas Ge­werk­schafts­film Za Mark­sa – Für Marx und Flo­ri­an Opitz‘ ka­pi­ta­lis­mus­kri­ti­scher Do­ku Sys­tem Er­ror star­tet. (Ab Mo 17.12.)

An­gel Wa­gen­stein: ART IS A WE­A­PON

Ge­gen den Fa­schis­mus: GRAM­SCI 44

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