Klas­si­ker zum Fest

Je­de Fa­mi­lie hat ih­re ei­ge­nen Ri­tua­le für die Fei­er­ta­ge

In München - - DER KLASSIKER - To­bi­as Hell

Von der Rol­len­ver­tei­lung beim Schmü­cken des Christ­bau­mes, über die Christ­met­te bis zur Or­ga­ni­sa­ti­on der per­fek­ten ku­li­na­ri­schen Abrun­dung. Für vie­le ge­hört hier selbst­re­dend auch Bachs „Weih­nachts­ora­to­ri­um“mit da­zu, das im Münch­ner Kon­zert­ka­len­der na­tür­lich gleich mehr­fach auf­blitzt. Die zwei größ­ten Auf­füh­run­gen fin­det man wie im­mer im Ga­s­teig, wo die­ser Klas­si­ker am Tag vor Hei­lig­abend gleich dop­pelt auf dem Spiel­plan steht. Vor­ge­legt wird hier zu­nächst vom Bach-Chor. Un­ter der Lei­tung von Hans­jörg Abrecht wer­den, die Ge­s­angs­par­ti­en von Mo­j­ca Erd­mann, An­ne­lie So­phie Müller, Ste­ve Da­vis­lim und Klaus Hä­ger über­nom­men. Es spielt das Bach-Col­le­gi­um Mün­chen (23.12. Phil­har­mo­nie) Abends wird das Po­di­um dann vom Chor und Orches­ter der Klan­gVer­wal­tung über­nom­men, die sich im Ge­den­ken an ih­ren vor kur­zen ver­stor­be­nen Grün­der Enoch zu Gut­ten­berg eben­falls der sechs Kan­ta­ten des „Weih­nachts­ora­to­ri­um“an­neh­men. Den Platz am Pult über­nimmt dann der bri­ti­sche Ori­gi­nal­klan­gSpe­zia­list And­rew Par­rott. Das So­lis­ten­quar­tett re­kru­tiert sich aus Si­byl­la Ru­bens, Sa­rah Fe­re­de, Wer­ner Gü­ra und André Schu­en. (23.12. Phil­har­mo­nie)

Weih­nacht­lich geht es aber auch bei den sechs Da­men der Leip­zi­ger A-cap­pel­la-For­ma­ti­on Sja­el­la zu, die sich nach um­ju­bel­ten Auf­trit­ten im Wie­ner Kon­zert­ver­ein oder beim Rhein­gau Mu­sik­fes­ti­val nun in der Re­si­denz dem Münch­ner Pu­bli­kum vor­stel­len. Un­ter dem Ti­tel „One char­ming night“ver­ber­gen sich hier ein bunt ge­misch­te Pro­gramm, wel­ches sich von Hen­ry Pur­cell bis hin zu skan­di­na­vi­schen Volks­lie­der er­streckt und da­bei auch klei­ne Aus­flü­ge in Rich­tung Jazz un­ter­nimmt. (19.12. Al­ler­hei­li­gen Hof­kir­che)

Jen­seits des Ge­sangs ha­ben im klas­si­schen Be­reich vor al­lem Kla­vier, Gei­ge und Cel­lo die Chan­ce auf gro­ße Kar­rie­ren. Die Hoff­nung auf­ge­ben soll­te man aber auch ab­seits der gro­ßen Drei nicht von vor­ne her­ein. So­lan­ge man ne­ben tech­ni­schem Kön­nen auch die rich­ti­ge Por­ti­on Lei­den­schaft für sein In­stru­ment mit­bringt. So hat et­wa der ger­ne als Pa­ra­dies­vo­gel ver­mark­te­te Ame­ri­ka­ner Ca­me­ron Car­pen­ter ein­drucks­voll be­wie­sen, dass man auch als Or­ga­nist die Klas­sik-Charts stür­men kann. Dass er ne­ben schil­lern­den Out­fits aber auch die nö­ti­ge Fin­ger­fer­tig­keit mit­bringt, da­von kann man sich nun in der Phil­har­mo­nie über­zeu­gen, wo er mit Rach­ma­ni­nows „Pa­ga­ni­n­iVa­ria­tio­nen“zu hören ist. Be­glei­tet wird er da­bei von den Bam­ber­ger Sym­pho­ni­kern un­ter der St­ab­füh­rung von Chris­toph Eschen­bach. Ab­ge­run­det wird das mu­si­ka­li­sche An­ge­bot mit dem „Till Eu­len­spie­gel“aus der Fe­der von Richard Strauss so­wie Schu­manns zwei­ter Sin­fo­nie in C-Dur. (22.12. Phil­har­mo­nie)

Vir­tuo­ses in klei­ne­rem For­mat er­war­tet das Pu­bli­kum gleich am fol­gen­den Mor­gen im Prinz­re­gen­ten­thea­ter, wo­hin das Kam­mer­or­ches­ter des Münch­ner Phil­har­mo­ni­ker Star­gei­ger Va­dim Re­pin zum ge­mein­sa­men Mu­si­zie­ren ge­la­den hat. Er ist hier un­ter an­de­rem mit Ra­vels be­rühm­ter „Tzi­ga­ne“und Tschai­kow­skys „Val­seScher­zo“zu er­le­ben. Er­gänzt mit wei­te­ren Kom­po­si­tio­nen des rus­si­schen Kom­po­nis­ten so­wie der Se­rea­de in emoll von Ed­ward El­gar. (23.12. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

In vol­ler Be­set­zung ge­hört dann zum Jah­res­wech­sel na­tür­lich wie­der Beet­ho­vens Neun­te zum tra­di­tio­nel­len Pflicht­pro­gramm des Orches­ters der Stadt. Ans Pult bit­tet man dies­mal Ma­e­s­tro Fa­bio Lui­si, der ne­bem dem Phil­har­mo­ni­schen Chor auch dem So­lis­ten­quar­tett be­ste­hend aus El­sa Drei­sig, Eka­te­ri­na Gu­ba­no­va, Burk­hard Fritz und Micha­el Vol­le, den Ein­satz zum bom­bas­ti­schen Fi­na­le ge­ben wird. (30./31.12. Phil­har­mo­nie)

Zur Kern­kom­pe­tenz ge­hört Beet­ho­vens Mu­sik aber na­tür­lich von je­her auch bei den Münch­ner Sym­pho­ni­kern, die ih­re Kol­le­gen qua­si zum Du­ell her­aus­for­dern und zeit­nah eben­falls mit der Neun­ten in den Ga­s­teig ein­zie­hen. Die mu­si­ka­li­sche Lei­tung liegt hier bei En­ri­co Del­am­boye, es sin­gen Kat­ha­ri­na Per­si­cke, Alex­an­dra Pe­ter­sa­mer, Jörg Dür­mül­ler und To­bi­as Berndt. (28.12./1.1. Phil­har­mo­nie)

Or­gel­spiel 2.0 mit CA­ME­RON CAR­PEN­TER

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.