Mu­sic is the ____ of the fu­ture

Ein Fes­ti­val für Po­li­tik und Par­ty

In München - - MEINE PLATTE -

Mu­sic is the ____ of the fu­ture – man kann die­se Lü­cke un­ter­schied­lich er­gän­zen. „Wir sind mehr” in Chemnitz, „AFD weg­bas­sen” in Ber­lin oder das „Ros­kil­de Fes­ti­val” in Dä­ne­mark zei­gen: Mu­sik ist mehr als nur Par­tys und lan­ge durch­fei­er­te Näch­te. Beim „mu­sic is” Fes­ti­val ist Fei­ern und Mu­sik im­mer auch po­li­tisch. Mit ei­ner span­nen­den Band­brei­te zwi­schen Hip Hop aus Zim­bab­we (A.W.A.), Sla­cker­pop aus Wi­en (Sluff), Acoustic Folk aus Ham­burg (Fuck Art, Lets Dan­ce!) und LED Fu­ture Wa­ve aus Mün­chen (PO­LI­ZEI) star­tet ein neu­es Fes­ti­val, das sich für Ve­rän­de­rung in der Ge­sell­schaft stark macht. Tags­über fin­den Work­shops, In­stal­la­tio­nen und Talks statt: Vom DIY La­bor mit Münch­ner Künst­le­rin Ste­pha­nie Müller (Beiß­po­ny) über ei­nen Workshop zum The­ma „Um­gang mit Vor­wür­fen von se­xu­el­len Über­grif­fen bei Events“mit Sän­ge­rin Ma­lon­da, DJ Red Ro­bin (bei­de aus Ber­lin) so­wie Club­be­trei­ber*in­nen und Club­ber*in­nen aus Mün­chen (Ro­te Son­ne, Har­ry Klein und mehr) bis hin zum Hö­he­punkt des Ver­an­stal­tungs­ta­ges, dem Grün­dungs­work­shop „Kol­lek­tiv der Kol­lek­ti­ve“: Die Mün­che­ner Grup­pie­run­gen WUT , Po­li­zei­klas­se, D.Collec­tive & Mu­sic BY Wo­men wol­len sich und al­le Münch­ner Non Pro­fit Kol­lek­ti­ve zum ul­ti­ma­ti­ven Kol­lek­tiv zu­sam­men­schlie­ßen und la­den al­le ein, die­sen Traum mit zu träu­men. Da­zu bit­tet das fe­mi­nis­ti­sche DJ Kol­lek­tiv WUT auf den Dance­floor. Es ist viel ge­bo­ten am 8. De­zem­ber im Mu­nich Cent­re of Com­mu­ni­ty Arts (MUCCA).

A.W.A. – Af­ri­can Wo­men Ari­se (Ou­the­re Re­cor­ds) Aus Sim­bab­we kommt Rap-Queen A.W.A. (Af­ri­can Wo­men Ari­se), die mit viel Po­wer und mit bei­spiel­lo­ser Ge­schwin­dig­keit be­sticht. Awa ist in Ma­ko­ko­ba auf­ge­wach­sen, ei­nem der äl­tes­ten Town­ships in Bu­la­wayo. Ih­re Nde­be­le-Ko­s­tü­me, die sie auch auf der Büh­ne trägt, re­flek­tie­ren an­de­re star­ke Frau­en aus ih­rer Kul­tur, die sie be­wun­dert. Ein­ge­bet­tet in ei­nem auf­re­gen­den Mix aus afri­ka­ni­schen Beats und trei­ben­dem Hip-Hop set­zen sich ih­re Tex­te the­ma­tisch mit Ge­walt ge­gen Frau­en, Te­enager­schwan­ger­schaf­ten und der ho­hen HIV-Ra­te in den Town­ships aus­ein­an­der. Ihr De­but Al­bum wird auf dem Münch­ner La­bel Ou­the­re Re­cor­ds her­aus­kom­men, das sich auf span­nen­de neue Mu­sik aus Afri­ka kon­zen­triert. Für A.W.A. (die ers­ten drei Buch­sta­ben ih­res Vor­na­mens Awak­hi­we), als ei­ne der we­ni­gen Frau­en im Afri­ka­ni­schen Hip Hop, ist es wich­tig sich für an­de­re Frau­en ein­zu­set­zen und ih­nen als Sprach­rohr zu die­nen.

Fuck Ar­ty, Let’s Dan­ce! – For­ward!

Fu­ture! (Au­dio­lith) Fuck Art, Let’s Dan­ce – der Na­me ist Pro­gramm. Seit knapp zehn Jah­ren schon ge­hö­ren sie zur deut­schen Mu­sik­sze­ne und wer­den dort auch blei­ben. Auf dem Ham­bur­ger La­bel Au­dio­lith sind sie zu­sam­men mit vie­len (lau­ten), en­er­ge­ti­schen Bands wie Frit­ten­bu­de oder auch Fei­ne Sah­ne Fisch­fi­let, de­nen sie in Sa­chen Po­wer in nichts nach­ste­hen. Die­ses Mal prä­sen­tie­ren Sän­ger Ni­co und Gi­tar­rist Ro­meo ih­re Lie­der je­doch mit we­ni­ger Strom, we­ni­ger Laut­stär­ke, da­für mit um­so mehr Ge­fühl und Stim­mung – als Acoustic Show. Was an Live Ac­tion fehlt, wird lo­cker

durch die aus­drucks­star­ke Stim­me von Sän­ger Ni­co und die stim­mungs­vol­le Gi­tar­ren­be­glei­tung von Gi­tar­rist Ro­meo wie­der wett­ge­macht – uns ge­fällt es so fast noch bes­ser, als sonst schon!

Sluff (Siluh Re­cord) Vom in Wi­en an­säs­si­gen La­bel Siluh Re­cor­ds sind wir schon län­ger be­geis­tert. Die für das La­bel cha­rak­te­ris­ti­sche Mi­schung aus Dream Pop, Krau­t­rock, In­die Rock, und Sho­ega­ze, die man schon von Bands wie DIVES oder Culk kennt, lässt sich auch deut­lich bei Sluff her­aus­hö­ren. Un­ter­schied­lichs­te Ein­flüs­se las­sen sich auf ih­rem De­büt-Al­bum “On De­bris” hören, das Er­geb­nis ist je­doch ein ganz ei­ge­ner Sound, emo­tio­nal und zer­brech­lich. Schon seit Mo­na­ten, wenn nicht fast Jah­ren, kann man in Wie­ner Sze­ne-Lo­ka­len wie dem Flex oder dem Fluc den Na­men der Band hören. An­fangs noch ein Ge­heim­tipp, wird das Trio auch über Ös­ter­reichs

– On De­bris

Gren­zen hin­weg im­mer be­kann­ter. Die Tex­te be­schäf­ti­gen sich mit dem All­tags­wahn­sinn des täg­li­chen News­feed – ver­lie­ren aber nie die Hoff­nung: “Ein Aspekt ist na­tür­lich der, dass et­was zer­stört wer­den muss, um nach­her ‘on de­bris’, al­so auf Trüm­mern, wie­der auf­ge­baut wer­den zu kön­nen. Das se­hen wir auch po­li­tisch“sagt Sän­ger Mar­tin Zen­ker.

PO­LI­ZEI – Un­si­gned

Noch kein La­bel, da­für aber je­de Men­ge Po­ten­ti­al – PO­LI­ZEI aus Mün­chen brin­gen je­de Par­ty in Schwung. Live spie­len PO­LI­ZEI ger­ne un­ter Men­schen, Büh­nen fin­den sie nicht so toll – lie­ber mit­ten­drin sein und die künst­lich ge­setz­te Bar­rie­re zwi­schen Band und Pu­bli­kum auf­he­ben. Die Sets sind schweiß­trei­bend, düs­ter – nur von den leuch­ten­den LED Drum­sticks von Schlag­zeu­ger Micha­el Ull­rich zer­teilt – da­bei durch­wegs tanz­bar. Trei­ben­de Syn­thies, Bass & Drums – kei­ne Vo­cals, oder wie sie selbst so schön schrei­ben: “Die drei­köp­fi­ge Men­sch­mu­sik­ma­schi­ne PO­LI­ZEI stellt sich der Dys­to­pie und sti­mu­liert die Sehn­sucht nach rhyth­mi­scher Ord­nung dort, wo sonst nur de­struk­ti­ves Cha­os herrscht.” PO­LI­ZEI als auch Po­li­zei­klas­se (bei­des ent­stan­den an der Münch­ner Kunst­aka­de­mie) sind Antworten auf die Din­ge, die ge­ra­de po­li­tisch schief lau­fen. Ein Auf­be­geh­ren ge­gen Po­li­zei­auf­ga­ben­ge­setz, Grenz­schlie­ßun­gen und Rechts­ruck. PO­LI­ZEI, das ist Tech­no und 80s Par­ty ver­eint: Lo­ve us, we will die so­on. Nichts lie­ber als das.

Mir­ca Lotz & Ju­lia Boms­dorf

... schmei­ßen ger­ne Par­tys und gu­te Kon­zer­te. Sie ver­lie­ren da­bei nie Po­li­tik und Ge­sell­schaft so­wie den Glau­ben an Ve­rän­de­rung aus den Au­gen. Am 8. De­zem­ber ver­an­stal­ten sie das „mu­sic is the__of the fu­ture“-Fes­ti­val im Krea­ti­vquar­tier.

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