Freak­beats & Elec­tro­tain­ment

In Mün­chens Club­welt ist weit und breit (noch) kei­ne Spur von vor­weih­nacht­li­cher Be­sinn­lich­keit

In München - - PARTYZEITEN - St­an­ley Be­a­m­ish

Mit dem ak­tu­ell in den Ki­nos lau­fen­dem Raum­fah­re­re­pos „Auf bruch zum Mond“, ist der Bo­den qua­si be­rei­tet für: News From The Moon. Mün­chens „very own psy­che­de­lic, ga­ra­ge & freak­beat club night“prä­sen­tiert sich mit ei­nem il­lus­trem DJ-Li­ne Up. Und so er­war­ten die Tän­ze­rin­nen und Tän­zer „ex­pect su­pre­me sounds from the six­ties un­der­ground“, auf­ge­legt von Ko­ry­phä­en wie der Lon­do­ner DJa­ne Ca­ro­li­na Pas­to­re, Kris­ter Bladh aus Mal­mö, so­wie dem Münch­ner 60s-Ex­per­ten Flo Bur­ges und sei­nen Hosts Flo & Clau­de. (7.12. Glo­cken­bach­werk­statt)

Chris­ti­an Hil­scher und Ni­co Pla­ge­mann kom­men aus Ber­lin re­spek­ti­ve Ham­burg und sind zu­sam­men das Kol­lek­tiv Turm­stras­se. Mit­hin al­so ei­nes je­ner Tech­no-meets-House-Du­os, oh­ne die sich die Tän­ze­rIn­nen auf den Flä­chen die­ser Welt eher et­was sel­te­ner auf eben je­nen auf­hal­ten wür­den. Zu­dem nen­nen die bei­den mit Mu­sik Ge winnt Freun­de ein La­bel ihr Ei­gen, das tol­len Künst­lern wie Ma­nu­el Mo­re­no & Ma­rio Au­reo, Cos­mic Cow­boys & Leo Le­al, Sou­jie & Win­dish, ARG.O oder Ja­ke Cham­bers ein Zu­hau­se gibt und ih­nen tol­le Re­lea­ses er­mög­licht, de­ren De­sign und Co­ver­art­work wirk­lich Maß­stä­be setzt. Wenn die bei­den sich dann aber selbst in der Kan­zel zu schaf­fen ma­chen, kriegt man höchst an­spruchs­vol­len, breit­wan­di­gen Elec­tro­ni­ca­sound im Ci­ne­ma­scope-Stil kre­denzt, der der Schön­heit ih­rer Plat­ten­co­vers in nichts nach­steht. Und, wie soll­te es auch an­ders sein beim 7 Jah­re Rant & Ra­ve, ge­hen mit Mo­ses Rundr & Kah­jo, Zim­mer & Zim­mer­mann und C4RiTO & CARINO sämt­li­che R&R-All­stars an den Start. (8.12. Har­ry Klein)

Wer an die Nie­der­lan­de denkt, der denkt an Fuß­ball und Kä­se, ger­ne auch in um­ge­kehr­ter Rei­hen­fol­ge. Es fol­gen Tul­pen, Frau Ant­je (Kä­se) und Ams­ter­dam (Fuß­ball, we­gen Ajax und so) und dann? Flau­te… Aber da ist noch was, et­was was Charme hat oh­ne sich auf­zu­drän­gen, was In­halt hat oh­ne zu prot­zen… ge­nau: Die Re­de ist von Rot­ter­dam, der Hei­mat von DJ, Pro­du­zent und La­bel­boss Bas Mooy. Mag sein, dass die Kun­de von ei­nem hol­län­di­schen Tech­no-DJ nicht die welt­be­we­gends­te Neu­ig­keit ist. Aber ein nie­der­län­di­scher DJ und Star-Pro­du­zent, der ei­nes der stil­prä­gends­ten La­bels die­ser Ta­ge führt, soll­te schon die Crowd mo­bi­li­sie­ren. Denn ge­nau das macht Bas Mooy mit sei­ner Plat­ten­fir­ma Mord Re­cor­ds. Seit Jah­ren ver­sorgt er die Elec­tro-Afi­cio­na­dos mit Künst­le­rIn­nen und Plat­ten, die al­le­samt für her­aus­ra­gen­des Elec­tro­tain­ment ste­hen. Die lo­ka­le Un­ter­stüt­zung kommt von Kes­sel Va­le (RFR-Re­cor­ds) und Ar­cann (Un­trea­ted). (8.12. Ro­te Son­ne)

Das Münch­ner DJ-Kindl Flo­ri­an Kel­ler ver­lieb­te sich Mit­te der 80er Jah­re, da­mals noch haupt­be­ruf­lich als Ra­dio-Re­dak­teur tä­tig, in den Funk. Knapp zehn Jah­re spä­ter war er dann selbst als ak­ti­ver Plat­ten­dre­her uner­müd­lich auf Funk-Club­nights un­ter­wegs, egal ob im „Jel­ly Jazz“oder „WahWah“in Groß­bri­tan­ni­en, die „Ell­bow Rooms“in San Fran­cis­co, das „Gri­bo­e­dov“in St. Pe­ters­burg, „BGC“in Bei­rut, „Raw Fu­si­on“in Stock­holm, das „Ma­ru­la“in Ma­drid oder das „Funk Against Junk“in Minsk, übe­r­all be­geis­ter­te er sein Pu­bli­kum. Im Zu­ge sei­ner Tour­ne­en leg­te er ge­mein­sam mit Gen­re­grö­ßen wie Ju­ras­sic 5’s Cut Che­mist, Gil­les Pe­ter­son, Deep Funk’s Keb Dar­ge, Ian Wright, Rob Swift & DJ Pre­cise, Kru­der & Dorf­meis­ter, Q-Bert, Qu­est­l­ove (The Roots), Quan­tic, Ja­mes La­vel­le und DJ Sha­dow auf, wo­bei sei­ne Home­ba­se im­mer Mün­chen blieb, denn

da ist er mit der un­ver­ges­se­nen Par­ty­rei­he „In­to So­me­thin’“groß ge­wor­den. Jetzt lässt er es zu­sam­men mit sei­nem All ti­me-Spezl und Po­ets Of Rhythm-Er­fin­der Jan Weis­sen­feld mal wie­der im Rah­men von Funk Squad kra­chen. Let’s dan­ce!!! (14.12. Folks)

Kras­ses Li­ne Up auch bei der kom­men­den Aus­ga­be der Te­le­kom Elec­tro­nic Beats mit kei­nem ge­rin­ge­ren als DJ Hell an sei­ner Spit­ze. Der re­nom­mier­te Tech­no-Bay­er und In­ter­na­tio­nal Dee­jay Gi­go­lo-La­bel­boss ist seit gut und ger­ne 40 Jah­ren im welt­wei­ten Elec­tro-Zir­kus un­ter­wegs. Los ging’s im Li­bel­la mit New Wa­ve-Sound, spä­ter ver­lieb­te er sich in den House und leg­te im Grö­ßen­wahn auf der Run DMC-Af­ter­show­par­ty auf. Zu­sam­men mit dem Up­start war er maß­geb­lich für das Dis­ko B-Pro­gramm zu­stän­dig, zu­dem war er Re­si­dent im Ul­tra­schall. Nach ei­nem Jahr New York, wo er ge­mein­sam mit Jeff Mills das Li­me­light rock­te, kehr­te er nach Mün­chen zu­rück, leg­te in Lon­don ei­ne blitz­sau­be­re DJ-Ses­si­on beim le­gen­dä­ren BBC-Ra­dio-Mann John Peel hin und grün­de­te an­schlie­ßend sein ei­ge­nes La­bel. Es folg­ten En­ga­ge­ments bei der Lo­ve­pa­ra­de und der May­day in Ber­lin, Fu­ji Rock in To­kyo, auf dem Mon­treux Jazz Fes­ti­val so­wie dem re­nom­mier­ten Ti­me Warp in Mann­heim. Jetzt steht das Münch­ner Aus­hän­ge­schild in Sa­chen elek­tro­ni­sche Tanz­mu­sik mal wie­der in sei­ner Hei­mat an den Reg­lern, wo­bei er beim von RFR Re­cor­ds prä­sen­tier­ten Show­ca­se von fol­gen­den Herr­schaf­ten Un­ter­stüt­zung be­kommt: DJ RFR B2B Tho­mas Wer­ner, Ita­lo Bru­ta­lo und Ro­land Ap­pel. (14.12. Blitz)

Mal wie­der Bö­cke auf ei­ne ab­ge­dreh­te, fuz­zi­ge und groo­vi­ge Rock’n’Roll-Par­ty!? Dann nix wie hin zum zwei­tä­gi­gen Mu­nich Ga­ra­ge Fest 2018. Dort wer­den al­ler Vor­aus­sicht nach mal wie­der al­le Reg­ler auf die omi­nö­se 11 ge­dreht und ei­ne er­le­se­ne Aus­wahl von erst­klas­si­gen 60sGa­ra­ge-Bands und -DJs aus ganz Eu­ro­pa sor­gen da­bei für den gu­ten Ton, der nicht nur Pilz­köp­fen, Spitz­oh­ren und Chel­se­aboot-Trä­gern den Schweiß auf die Stirn trei­ben wird. Los geht’s am 14. im Un­ter­deck mit ei­nem Live­set der bri­ti­schen Band The Em­brooks ge­folgt von ei­nem „Mind-blo­wing DJ-Set“. Tags drauf, am 15.12. in der Glo­cken­bach­werk­statt tre­ten dann die Lo­kal­ma­ta­do­ren Mon­do Ray ge­nau­so an wie die Bri­ten The Ba­ron Four und die dä­nisch-fran­zö­sisch-bri­tisch Spiel­ver­ei­ni­gung Les Dar­lings. Auch hier folgt im An­schluss ein DJSet un­ter dem Mot­to „Frea­kin’ out“für das Leu­te ex­tra aus Ber­lin, Lon­don und Ko­pen­ha­gen wie Mr.Ga­ra­geRe­cor­ds, Kit­ty B. Sha­ke, Mo­le, Sis­ter Sua­ve an­rei­sen wer­den, aber auch hei­mi­sche Vi­nyl-Spe­zia­lis­ten wie die Teen­age Ki­cker Dr.Dr.Ro­bert und Mar­tin Hem­mel so­wie Roy­al Fla­res-Che­fe Axel Koch ver­ant­wort­lich zeich­nen.

Chris­ti­an Prom­mer, da beißt die Maus kei­nen Fa­den ab, ist ei­ner der we­ni­gen Glo­bal Play­er, der den Spa­gat zwi­schen Old School und Mo­der­ne seit Jah­ren er­folg­reich ze­le­briert. Als DJ, Mu­si­ker, Pro­du­zent und stil­bil­den­der Na­me des Münch­ner Com­post-La­bels steht er für ei­ne sel­te­ne Gat­tung: Den künst­le­risch wert­vol­len En­ter­tai­ner, der zur Main Hour das House rockt, zu spä­ter St­un­de Tech­no-Sym­pho­ni­en zau­bert und auch kei­ne Be­rüh­rungs­ängs­te vor Funk und Dis­co zeigt. Prom­mer ist seit Jahr­zehn­ten welt­weit un­ter­wegs, oh­ne je­mals lo­cal ground so­wie mensch­li­che Bo­den­haf­tung ver­lo­ren zu ha­ben ... und nicht nur da­für ge­bührt ihm stets uns al­ler Re­spekt. Es sup­por­ten die nicht min­der groß­ar­ti­gen: Po­e­n­i­tsch & Ja­ko­pic und San­dra Gold. (15.12. Pa­lais)

Am 17.12. heißt es in der Fa­vo­rit Bar: Zap­pa For Pre­si­dent! – Es war 1993 ei­ner je­ner lau­si­gen 4. De­zem­ber, die kei­ner je ge­braucht hat oder je­mals brau­chen wird, als Frank Zap­pa viel zu früh das Zeit­li­che seg­ne­te. Für sein künst­le­ri­sches Schaf­fen, das Stu­diound Live-Al­ben zu­sam­men­ge­nom­men et­wa 60 St­un­den um­fasst, wur­de er gut ein­ein­halb Jah­re zu­vor noch mit dem „Li­fe­time Achie­ve­ment Award“für sein Le­bens­werk ge­ehrt. Tra­di­tio­nell Mit­te De­zem­ber er­in­nert SZ-Feuille­to­nist und M94.5-Ra­dio-DJ Dirk Wa­gner mit ei­ner um­fang­rei­chen Werkschau an den gro­ßen Meis­ter. Da­vor er­öff­net der Zap­pa­lo­gen Jim Co­hen den Abend mit ei­nem si­cher­lich hoch in­ter­es­san­ten Vor­trag über das Mu­sik­ge­nie, dem ge­spannt und auf­merk­sam lauscht ...

Hei­mat­li­che Elek­tro­k­län­ge: DJ HELL

Stil­prä­gend: BAS MOOY

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