Fa­cet­ten, Kon­tras­te

Und Zau­be­rer

In München - - DER KLASSIKER - To­bi­as Hell

Mu­sik war, zu­min­dest was die Kom­po­nis­ten­sei­te be­trifft, lan­ge Zeit ei­ne Män­ner­do­mä­ne. Doch schon in den An­fangs­zei­ten des Mu­sik­thea­ters gibt es ei­nen Na­men, der in der Li­te­ra­tur im­mer wie­der her­aus­sticht. Die 1587 in Flo­renz ge­bo­re­ne Fran­ce­sca Cac­ci­ni trat nach ei­ner Aus­bil­dung in Ge­sang und Lau­te schon bald in die Fuß­stap­fen ih­res be­rühm­ten Va­ters und brach­te mit „La li­be­ra­zio­ne di Rug­gie­ro dall’iso­la di Al­ci­na“ei­nen Stoff zu Pa­pier, der spä­ter noch mehr als ei­nem kom­po­nie­ren­den Her­ren als In­spi­ra­ti­on dien­te. Das Münch­ner Pu­bli­kum kann das Werk nun in ei­ner kon­zer­tan­ten Auf­füh­rung durch die Ori­gi­nal­klang­ex­per­ten des Hu­el­gas En­sem­bles ken­nen­ler­nen. In den Haupt­rol­len sind da­bei Achim Schulz als Rug­gie­ro so­wie Michae­la Rie­ner als Zau­be­rin Al­ci­na zu er­le­ben, die mu­si­ka­li­sche Lei­tung liegt bei Paul van Ne­vel. (1.2. Her­ku­les­saal)

Kon­zer­tan­te Oper bie­ten tags zu­vor eben­falls die Da­men und Her­ren des Münch­ner Rund­funk­or­ches­ters in Zu­sam­men­ar­beit mit dem BR-Chor. Dann je­doch mit ei­nem zeit­li­chen Sprung zum Fin de siè­cle, als der Fau­ré-Zeit­ge­nos­se Ben­ja­min Go­dard sei­nen „Dan­te“ver­fass­te. Ein Werk, das ne­ben dem Le­ben des ita­lie­ni­schen Vor­zei­ge­dich­ters eben­so Ele­men­te aus sei­nem Haupt­werk, der „Di­vina Co­me­dia“ver­ar­bei­tet. Un­ter der St­ab­füh­rung von Chef­di­ri­gent Ulf Schir­mer sind in den zen­tra­len Rol­len Vé­ro­ni­que Gens und Ra­chel Fren­kel so­wie Je­an-Fran­cois-La­poin­te und Ed­garas Mont­vi­das mit von der Par­tie. (31.1. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Fran­zö­si­sches Re­per­toire steht eben­falls auf dem Pro­gramm der Münch­ner Sym­pho­ni­ker, die En­de des Mo­nats den jun­gen Schwei­zer Pia­nis­ten Lou­is Schwiz­ge­bel be­grü­ßen, der sich hier an Mau­rice Ra­vels Kla­vier­kon­zert in G-Dur wagt. Di­ri­gent Chris­toph Alt­sta­edt er­gänzt die­ses schwung­vol­le Vir­tuo­sen­stück durch zwei Kom­po­si­tio­nen die eng mit der Mu­sik­me­tro­po­le Pa­ris ver­knüpft sind. Wo­bei Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart mit sei­ner „Pa­ri­ser Sin­fo­nie“wohl bes­se­re Er­in­ne­run­gen ver­bun­den ha­ben dürf­te, als Richard Wagner mit dem Bac­cha­nal aus „Tann­häu­ser“, das einst für ei­nen der le­gen­dä­ren Thea­ter­skan­da­le der fran­zö­si­schen Haupt­stadt sorg­te. (22.1. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Ne­ben Lou­is Schwiz­ge­bel ge­ben sich zum Jah­res­auf­takt noch ei­ne gan­ze Rei­he pro­mi­nen­ter Tas­ten­zau­be­rer die Klin­ke in die Hand, was Freun­de der Kla­vier­mu­sik ein­mal mehr vor die Qu­al der Wahl stellt. So be­ehrt uns et­wa am sel­ben Abend auch die ge­fei­er­te Mar­tha Ar­ge­rich er­neut mit ih­rem Be­such und wid­met sich da­bei mit dem zwei­ten Kla­vier­kon­zert von Lud­wig van Beet­ho­ven ei­nem der zen­tra­len Klas­si­ker des Re­per­toires. Be­glei­tet wird sie da­bei von der Kre­me­ra­ta Bal­ti­ca, mit der sie ei­ne lan­ge künst­le­ri­sche Freund­schaft ver­bin­det, und die bei die­ser Ge­le­gen­heit eben­falls mit der Strei­cher­sin­fo­nie Nr. 7 von Fe­lix Men­dels­sohn zu er­le­ben ist. (22.1. Phil­har­mo­nie)

Die jün­ge­re Pia­nis­ten­ge­ne­ra­ti­on wird un­ter an­de­rem noch durch Ali­ce Sa­ra Ott ver­tre­ten, die sich an­läss­lich ei­nes So­lore­zi­tals im Prinz­re­gen­ten­thea­ter zu­nächst mit der Sturm­so­na­te eben­falls Beet­ho­ven wid­met, ehe für den Rest des Abends Kom­po­si­tio­nen von Jo­hann Se­bas­ti­an Bach und Franz Liszt in den Mit­tel­punkt rü­cken und zwei höchst un­ter­schied­li­che Fa­cet­ten die­ser viel­sei­ti­gen Künst­le­rin de­mons­trie­ren. (26.1. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Hier knüpft ge­wis­ser­ma­ßen auch ihr Kol­le­ge Ni­ko­lai To­ka­rev an, der Beet­ho­ven zwar mit sei­ner ers­ten Sin­fo­nie ganz dem Kam­mer­or­ches­ter der Münch­ner Phil­har­mo­ni­ker über­lässt, da­vor je­doch mit dem f-moll Kla­vier­kon­zert von Bach und dem KV 491 von Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart sei­ne in­ter­pre­ta­to­ri­sche Band­brei­te un­ter Be­weis stel­len möch­te. (31.1. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Das Kon­trast­pro­gramm zu die­sem Kla­vier­rei­gen steu­ern un­ter an­de­rem die Münch­ner Phil­har­mo­ni­ker bei, die ne­ben Ma­e­s­tro Ja­mes Gaf­fi­gan am Di­ri­gen­ten­pult den Gi­tar­ren­vir­tuo­sen Mi­los Ka­ra­dag­lic be­grü­ßen. Er wird das Pu­bli­kum mit Jo­aquín Ro­d­ri­gos be­rühm­ten „Con­cier­to de Aran­ju­ez“be­kannt ma­chen, dem man ne­ben de Fal­las „El amor bru­jo“au­ßer­dem Mu­sik von Cé­sar Franck, Lu­cia­no Be­rio und Mau­rice Ra­vel zur Sei­te stellt. (23./24.1. Phil­har­mo­nie)

Star­ke Ta­setn: LOU­IS SCHWIZ­GE­BEL

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.