„Mir geht’s um die Spra­che. Und nicht um die Po­in­te“

In München - - ORTSGESPRÄCH - Sei­ne Rich­tig­keit.

Er ist der Spe­zia­list für die Be­sen­ar­beit: Als Per­cus­sio­nist und Drum­mer ist Ste­fan No­el­le, der in der Sze­ne mit Künst­lern wie Micha Acher, Hu­go Sieg­meth, Co­ra Frost oder der ei­ge­nen Kult-For­ma­ti­on „Un­se­re Lieb­lin­ge“(mit Alex Haas) auf­tritt, hoch ge­schätzt. Auch als Ver­an­stal­ter der „Be My Gu­est“Kon­zert­rei­he im Stu­dio Acker­mann kennt man ihn gut. Mit 50 hat er sich ein ju­gend­li­ches Herz ge­fasst und wagt nun doch noch ein ei­ge­nes De­büt: „Mei­net­we­gen im Re­gen“heißt die CD mit 16 Chan­sons, die er am 24. Ja­nu­ar beim Re­lease-Kon­zert in der Mil­la vor­stellt. Und am 31. Ja­nu­ar geht’s mit No­el­les neu­er Rei­he „Das Lied zum Sonn­tag“los – ab dann je­weils am letz­ten Sonn­tag im uri­gen Turm­st­überl des Va­len­tin Mu­säums.

Stich­wort: Schub­la­de. Sie sind ein Mensch, der gern mal et­was für sich no­tiert und ei­nen wert­vol­len Ge­dan­ken auf­he­ben möch­te?

Es sind manch­mal ein­zel­ne Ge­dan­ken, kur­ze For­mu­lie­run­gen, manch­mal auch nur drei Wör­ter. Bei de­nen sa­ge ich mir: Ach, das ist mal ein schö­ner Aus­druck. Dann schrei­be ich mir die auf. Re­sul­tat sind prall­vol­le No­tiz­bü­cher. Es ist eben ein ganz an­de­rer Vor­gang, als wenn man aus ei­ner Idee eins zu eins ei­nen Song ent­ste­hen lässt. Ich schau gern zu, wo mich ein Ge­dan­ke hin­trägt. Manch­mal pas­siert ja im Pro­zess des Schrei­bens mit ei­ner Idee et­was ganz an­de­res, als man viel­leicht mal be­ab­sich­tigt hat­te. Man muss ler­nen, das dann zu­zu­las­sen. Ach was: Ich muss­te das ler­nen. Viel­leicht gibt es ei­nen Flow – und der führt mich dann wo ganz an­de­res hin. Und das hat dann in sich auch

Sie lie­ben die Spra­che ganz er­kenn­bar. Sind Ih­re No­tiz­bü­cher die klei­nen Schatz­käst­chen, in de­nen Sie Wert­vol­les auf­he­ben? In Ih­ren Songs hört man klei­ne Kost­bar­kei­ten wie „zi­se­liert“oder „Mär­zen­be­cher“. Im All­tag stol­pert man sel­ten über so­was.

Ich bin ein Samm­ler. Und ich lie­be sprach­li­chen Reich­tum und da­mit na­tür­lich auch Wör­ter. Das ist et­was, was in un­se­rem All­tag ver­lo­ren geht. Der Jar­gon, in dem man sich ein­fach so un­ter­hält, wird doch im­mer be­grenz­ter. Ich kann al­les „cool“und nichts „cool“fin­den. Oder „geil“. Oder „su­per“. Oder was auch im­mer. Aber wel­che Mög­lich­kei­ten zur Dif­fe­ren­zie­rung blei­ben mir da noch? Um et­was zu be­schrei­ben und es greif­bar zu ma-

Ich schau gern zu ...

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