Läs­sig un­ter­wegs zum Glück

Le­bens­hil­fe der erns­ten, al­ber­nen und ehr­lich wahn­sin­ni­gen Art

In München - - KABARETT -

Wie weit möch­te man ge­hen, wenn man wirk­lich glück­lich wer­den möch­te? Viel­leicht soll­te man die Her­ren Stip­sits und Ru­bey fra­gen. Sie füh­len sich be­ru­fen zu Sinn­stif­ten­dem, ken­nen sie den Be­trieb „Gott & Söh­ne“doch wie ih­re Wes­ten- bzw. Tu­ni­kaTa­schen. Oder kann man ih­nen et­wa doch schon längst nicht mehr trau­en? Ha­ben sich die bei­den gar von Herrn Götz zu ei­ner Un­ter­schrift über­re­den las­sen? Man weiß es nicht so ge­nau. Viel­leicht lohnt es sich auch, sich mit den bei­den an die al­te De­fi­ni­ti­on von Theo­dor Fon­ta­ne zu hal­ten. Der mein­te mal, dass Glück doch (zu­min­dest für ihn) nichts an­de­res be­deu­tet als ein gu­tes Buch, ein paar Freun­de, ei­ne Schlaf­stel­le und kei­ne Zahn­schmer­zen. (Lust­spiel­haus, 29. und 30.1.)

Oder es weiß viel­leicht Li­sa-Lot­te Lüb­ke bes­ser? Wenn man sich von ihr nicht zu weit run­ter­zie­hen lässt. Im­mer­hin stellt sie der Ge­gen­wart zu­nächst ein­mal ei­nen düs­te­ren Be­fund aus. „Der Fort­schritt hat uns längst über­rollt“, be­haup­tet die Frau, die sich mit kes­sem Un­der­state­ment bis­lang als „Bloß Lie­se“vor­stell­te. „Nur wir trot­ten wei­ter ne­ben­ein­an­der her, durch Ein­heits­matsch, pi­cken uns das ver­meint­lich Bes­te her­aus“, sagt sie. „Und wenn dann doch ein­mal, ganz un­ver­mit­telt, et­was un­se­re klei­ne Welt er­schüt­tert, re­agie­ren wir wie üb­lich: Kopf in den Sand!“. So hat sie pas­sen­der­wei­se auch ihr neu­es, klei­nes, fei­nes, fie­ses Pro­gramm, das sie als Mün­chen-Pre­mie­re, prä­sen­tiert, ge­nannt. Denn im­mer­hin gilt wei­ter­hin: „Wer heu­te den Kopf in den Sand steckt, knirscht mor­gen mit den Zäh­nen.“Gut, dass wir das ge­klärt ha­ben. (Schlacht­hof, 30.1.)

Viel er­lebt hat ver­mut­lich auch Ot­to Jaus, war er doch sie­ben Jah­re lang Wie­ner Sän­ger­kna­be und hat so­mit gleich mehr­fach die Welt um­run­det. Nun ist die Zeit ge­kom­men, ei­ne ers­te Bi­lanz zu zie­hen. Und die darf bei ihm un­ter dem „Fast fer­tig“-Mot­to na­tür­lich nur als „ein mu­si­ka­li­scher Amok­lauf“aus­fal­len. Lan­ge hat er nach dem für ihn an­ge­mes­se­nen Platz in der Welt ge­sucht. Of­fen stan­den ihm gleich meh­re­re Büh­nen. Die Oper –„nir­gends stirbt man län­ger“. Das Mu­si­cal –„nir­gends frag man sich mehr, um was es ei­gent­lich geht“. Das klas­si­sche Schau­spiel –„nir­gends schläft man bes­ser“. Ot­to Jaus such­te und fand –das Ka­ba­rett. Und auf der al­ler­kleins­ten Büh­ne sah er Licht! Weil dort eben die Schein­wer­fer so nah sind. (Ver­eins­heim, 3.2.)

Mo­ses Wolff hat den Platz in un­se­rer al­ler Her­zen längst ge­fun­den. Auch wenn er sich wei­ter­hin nicht ent­schei­den mag, was er ei­gent­lich in dem Vor­druck­feld mit der Be­rufs­be­zeich­nung ein­ge­ben soll. Un­ter­hal­ter? Schau­spie­ler? Au­tor? Nor­mal­wahn­sin­ni­ger? In der Pre­view zu sei­nem neu­en „Mo­na­co Mor­ta­le“-Pro­gramm trägt er noch ein­mal bes­te Tex­te vor, bie­tet Kost­pro­ben aus sei­nen skur­rils­ten Songs und ani­miert das Pu­bli­kum da­zu, ent­hemmt bis zum Äu­ßers­ten zu ge­hen. Die

Ken­nen Gott und sei­nen Sohn: STIP­SITS UND RU­BEY

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