Bier in al­ler Mun­de

Mit per­len­den Mes­se­tipps zur f.re.e

In München - - RAUS AUS MÜNCHEN -

Ein hal­bes Jahr­tau­send! Selbst­ver­ständ­lich grei­fen auch wir das Top-The­ma 2016 auf, das uns Müt­ter­chen Ge­schich­te so wohl­wol­lend in die Hän­de spielt: Un­ser Rein­heits­ge­bot wird 500 Jah­re alt! Am 23.April 1516 in In­gol­stadt er­las­sen, ga­ran­tiert die­ses Ge­setz seit da­mals na­he­zu un­ver­än­dert die Qua­li­tät un­se­res baye­ri­schen Bie­res und setzt da­mit welt­wei­te Maß­stä­be. Und ja, wir kön­nen ei­nem fröh­li­chen Jahr ent­ge­gen­bli­cken, rand­voll mit Fes­ti­vals, Fes­terln, Ver­an­stal­tun­gen, Aus­stel­lun­gen und im­mer wie­der viel, viel Bier! Be­son­ders sen­si­bel re­agie­ren der hie­si­ge Frem­den­ver­kehr und die Gas­tro­no­mie auf den Ju­bi­lar, letz­tes Jahr noch hand­li­cher Fly­er, mu­tiert so man­ches tou­ris­ti­sche Jah­res­pro­gramm 2016 zum ge­wich­ti­gen Nach­schla­ge­werk. Al­so lie­be Be­su­cher der Rei­se­mes­se f.re.e (10. bis 14.2.) mehr Zeit für die Bay­ern-Hal­le (A5) ein­pla­nen und den gro­ßen Ruck­sack mit­neh­men. Zur Be­ru­hi­gung ängst­li­cher Ge­mü­ter sei er­wähnt, dass es uns hät­te schlim­mer tref­fen kön­nen, wür­den Do­sen­ra­vio­li oder das Straf­ge­setz­buch Ge­burts­tag fei­ern.

Was steckt denn nun hin­ter die­sem ach so wich­ti­gen Rein­heits­ge­bot? An­be­trachts un­se­rer Le­bens­mit­tel­skan­da­le und der deut­li­chen Bio­kon­ter­be­we­gung ei­gent­lich ein hoch­mo­der­ner Denk­an­satz. Die Men­schen vor gif­ti­gen oder min­der­wer­ti­gen Zu­sät­zen zu schüt­zen war tat­säch­lich der Haupt­grund für die Ver­ord­nung, aus­schließ­lich Was­ser, Gers­te und Hop­fen zu er­lau­ben. Die Gers­te wur­de spä­ter zu Gers­ten­malz (die ge­keim­te und ge­darr­te Roh­frucht) und die He­fe erst nach ih­rer „Ent­de­ckung“durch Lu­is Pa­s­teur im 19. Jahr­hun­dert mit auf­ge­nom­men. Ein­fa­che Er­klä­rung: Man konn­te die He­fe­pil­ze vor der Er­fin­dung des Mi­kro­skops ein­fach noch nicht se­hen ob­wohl sie ja sehr wohl recht re­ge be­tei­ligt wa­ren (Spon­tan­gä­rung)!

Tat­säch­lich gab es be­reits vor­her di­ver­se lo­kal gül­ti­ge Her­stel­lungs­vor­schrif­ten wie z.B. 1156 in Augs­burg, 1363 in Mün­chen und ei­ni­ge mehr. Die po­li­ti­sche Ent­wick­lung (Lands­hu­ter Erb­fol­ge­krieg 1504 bis 1505) er­for­der­te letzt­end­lich je­doch ein all­ge­mein gül­ti­ges baye­ri­sches Ge­setz, das dann in sei­ner gan­zen Pracht am 23.April in In­gol­stadt be­schlos­sen und ver­kün­det wur­de. Tu fe­lix Ba­va­ria! www.pri­va­te-braue­rei­en-bay­ern.de

BR-Büh­ne A4 510: 11.2.,13.15 bis 13.30, Vor­trag Dr. Gloß­ner, Ge­schäfts­füh­rer der Pri­va­ten Braue­rei­en Bay­ern e.V.: „500 Jah­re Rein­heits­ge­bot – ver­staub­te Tra­di­ti­on oder zu­kunfts­wei­sen­des Ver­brau­cher­recht?“BR-Büh­ne A4 510: 14.2. 12.00 bis 12.15, 500 Jah­re Rein­heits­ge­bot, Baye­ri­scher Brau­er­bund e.V. Ge­schäfts­füh­rer Dr. Eb­bertz im Ge­spräch mit Ste­fan Früh­beis vom BR.

Bay­ern ist Bier­land. Nicht nur fest ver­an­kert in Kul­tur und All­tag, mit rund 600 Braue­rei­en von fast 1.400 bun­des­weit, be­legt der Frei­staat auch ein­deu­tig zah­len­mä­ßig den Spit­zen­platz. Ent­schei­dend für die enor­me Viel­fäl­tig­keit der baye­ri­schen Bie­re ist letzt­end­lich die­se enor­me An­zahl der Brau­stät­ten, von de­nen rund 90 Pro­zent als un­ab­hän­gi­ge Fa­mi­li­en­be­trie­be ar­bei­ten und so die re­gio­nal­ty­pi­schen und in­di­vi­du­el­len Ge­schmacks­ei­gen­hei­ten er­hal­ten blei­ben. Die­se Viel­falt zu schüt­zen bzw. zu för­dern und die strik­te Bei­be­hal­tung

Hop­fen – Ei­ner der vier zu­ge­las­se­nen ROHSTOFFE

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