An­to­nia Mei­ners (Hg.)

In München - - LITERATUR - Her­mann Barth

Die Suf­fra­get­ten

(Eli­sa­beth Sand­mann)

Sie woll­ten wäh­len – und wur­den aus­ge­lacht. He­xen­ver­bren­nung war im 19. Jahr­hun­dert aus der Mo­de, es gab aber für die Her­ren der Schöp­fung je­de Men­ge an­de­rer Mög­lich­kei­ten, cou­ra­gier­te Frau­en, die sich für Gleich­be­rech­ti­gung, Bil­dung und das Recht zu wäh­len en­ga­gier­ten, mund­tot zu ma­chen. Ar­mut, Pro­sti­tu­ti­on, Ab­trei­bun­gen, Schul- und Stu­di­en­ver­bot, Recht­lo­sig­keit – all‘ die mu­ti­gen Frau­en, die sich or­ga­ni­sier­ten, Trak­ta­te ver­fass­ten, auf die Stra­ße, vor und in die Par­la­men­te gin­gen, hat­ten un­ter den Ver­hält­nis­sen selbst ge­lit­ten oder Tra­gi­sches mit­er­lebt. Mal wa­ren’s so­zia­lis­ti­sche Frau­en, die sich zum Klas­sen­kampf be­kann­ten, mal hö­he­re Töch­ter, die auf ei­nen Sin­nes­wan­del, Ver­fas­sungs­än­de­run­gen und Ge­set­ze hoff­ten – ge­le­gent­lich zähl­ten auch ih­re männ­li­chen Part­ner zur kämp­fe­ri­schen Avant­gar­de. An­to­nia Mei­ners por­trä­tiert be­kann­te und un­be­kann­te Prot­ago­nis­tin­nen, von Olym­pe de Gouges, die wäh­rend der fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on auf dem Scha­fott en­de­te, über die sa­gen­haft rei­che Wall­s­treet-Bro­ke­rin und US-Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Vic­to­ria Wood­hull, über Cla­ra Zet­kin, Ro­sa Lu­xem­burg, Ani­ta Augspurg u.a. bis zur be­rühm­ten Em­meli­ne Pankhurst. Sach­lich. Span­nend. Vor­bild­haft.

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