Völ­ker­ver­stän­di­gung

Mit Scha­war­ma und Schin­ken­nu­deln

In München - - LOKALES - Pe­ter Trisch­ber­ger

Drei schwar­ze, ori­en­ta­lisch an­mu­ten­de La­ter­nen ste­hen vor der Tür und wei­sen den Weg in „Das Ma­ria“. Über der Tür im­mer noch der al­te Re­kla­me­schrift­zug “Süß­wa­ren und Spi­ri­tuo­sen“: Al­ler­dings sind aus den Süß­wa­ren mitt­ler­wei­le fei­ne Ku­chen ge­wor­den (die die im­mer gut­ge­laun­te Che­fin tief un­ten im neu­en Back­kel­ler al­le selbst her­stellt) –und die Spi­ri­tuo­sen hei­ßen jetzt Ma­ri­as Sprizz oder Un­bloo­dy Ma­ry. Seit gut drei Jah­ren ist Nad­ja Na­jib im „Ma­ria“als neue Wir­tin sehr er­folg­reich zu­gan­ge – hier ist es prak­tisch im­mer bre­chend voll. Das bunt ge­misch­te, eher jun­ge Pu­bli­kum fühlt sich of­fen­bar an gro­ben Holz­ti­schen zwi­schen ori­en­ta­li­schen Lam­pen und gna­den­voll schö­nen und hei­lig kit­schi­gen Ma­ri­en­sta­tu­en und Bil­dern pu­del­wohl. Uns er­in­nert die quir­li­ge Mi­schung aus jun­gem Volk und Eth­no-Am­bi­en­te et­was an die Istan­bu­lPud­ding­shop-At­mo­sphä­re der heiß ge­lieb­ten Acht­zi­ger-Jah­re-Kn­ei­pen – auf­re­gend tur­bu­lent aber oh­ne Hek­tik. Mit den bay­ri­schen Koch- und Ku­chen­re­zep­ten von der Mut­ter, dem Wis­sen um die ara­bi­sche Kü­che vom jor­da­ni­schen Va­ter und dem Mut, das Gan­ze auch tat­säch­lich um­zu­set­zen, hat die ge­lern­te Ju­ris­tin ih­re Rich­terr­o­be ein­fach an den be­rühm­ten Na­gel ge­hängt, um hier im „Ma­ria“ei­nen durch­aus au­ßer­ge­wöhn­li­chen ku­li­na­ri­schen Kul­tu­renMix un­ters Volk zu brin­gen. Mor­gen­land und Früh­schop­pen, Krus­ten­bra­ten und Völ­ker­ver­stän­di­gungstel­ler, Scha- war­ma und Schin­ken­nu­deln ste­hen hier ein­träch­tig auf der ge­ra­de neu kon­zi­pier­ten Kar­te. Ge­las­sen und un­auf­ge­regt freund­lich ser­viert uns ein jun­ger Mann den jor­da­nisch-is­rae­li­schen Völ­ker­ver­stän­di­gungstel­ler (7,90). Der be­steht aus haus­ge­mach­tem, fein ge­würz­tem Hum­mus, ei­nem Ta­bou­leh-Sa­lat, der frisch und in­ten­siv mit Pe­ter­si­lie, Min­ze, To­ma­ten, Zi­tro­ne und Oli­ven­öl an­ge­macht ist, wun­der­bar schme­cken­den, selbst ein­ge­leg­ten Oli­ven, ei­ner de­li­ka­ten Salz­gur­ke und leicht an­ge­rös­te­tem Fla­den­brot. Der sehr gut trink­ba­re li­ba­ne­si­sche Rot­wein (6,50) passt da­zu ein­wand­frei – ge­nau­so wie zu den als Haupt­ge­richt be­stell­ten Spa­ghet­ti mit pi­kan­ter To­ma­ten-Zimt-So­ße und Sal­sic­ce (9,90), die per­fekt nach tief­si­zi­lia­nisch-ara­bi­scher Nonna­kü­che schme­cken. Als Nach­spei­se mach­te dann noch ein saf­ti­ges Stück Ka­rot­ten-Pe­kanKu­chen(2,90) mit Frisch­kä­se, an­stel­le von Zu­cker­gla­sur, rich­tig Spaß. Hier gibt es noch ei­ni­ges zu pro­bie­ren und prak­tisch nichts zu me­ckern – bis auf das be­stell­te Lei­tungs­was­ser zum Wein, das war arg klein. Aber das soll­te sich doch wohl leicht än­dern las­sen …

Das Ma­ria

Klen­ze­stra­ße 97, 80469 Mün­chen Tel. 20 245 750, Di –Sa 8.30 –22.30 Uhr So, Mo & Fei­er­ta­ge 09.00 – 19.00 Uhr www.das­ma­ria.de Kei­ne Kar­ten­zah­lung * Kei­ne Wi­ckel­mög­lich­keit * Kein Kin­der­wa­gen­park­platz

Abend- und Mor­gen­land ... ... bei der gu­ten Ma­ria

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