Vom Bier- und Blut-Schaum

Pflan­zen wir uns auf der Tanz­flä­che fort? Oder im Aus­schank?

In München - - KABARETT -

Platt­ling ist plei­te. Nur das Bor­dell an der Aus­falls­stra­ße brummt noch. Die jun­gen Leu­te zie­hen weg. Was tun? Bür­ger­meis­ter­gat­tin Mie­zi hat ei­ne ge­nia­le Idee: Zu­sam­men mit ei­nem ge­wis­sen­lo­sen Mak­ler, dem Hackl Han­si, tüf­telt sie ei­nen teuf­li­schen Plan aus. Ein Ver­gnü­gungs­park muss her: Dra­cu­land! Wie gut, dass auch der Fürst der Fins­ter­nis emp­fäng­lich ist für Ge­schäfts­pro­jek­te. Er hat von Wol­fi, der Kü­chen­hil­fe aus dem Car­pa­thia-Grill, wo im­mer we­ni­ger Fern­fah­rer Halt ma­chen, von des­sen Halb­schwes­ter Mie­zi er­fah­ren. True Bavarian Blood – Vam­pi­re in Platt­ling spielt ei­ne g'spin­ner­te Idee bis zum Äu­ßers­ten durch. Bleibt nur ei­ne Fra­ge: Sind die Nie­der­bay­ern den Nacht­ar­bei­tern aus den Kar­par­ten ge­wach­sen? (Pa­sin­ger Fa­b­rik, ab 7.4.)

Ide­en muss man ha­ben. Bud­dha sagt: „Wenn du ein Pro­blem hast, ver­su­che es zu lö­sen. Wenn du es nicht lö­sen kannst, dann mach kein Pro­blem dar­aus.“Ei­gent­lich ein­leuch­tend. Doch dann kommt der Opa um die Ecke und be­haup­tet: „Der Herr­gott hat’s schon rich­tig g’macht. Du musst ihn bloß ver­ste­hen.“Und der Heim­lei­ter meint: „En­ga­ge­ment heißt das Zau­ber­wort.“Kei­ne an­ge­neh­me Klem­me, in der Tom Kreß steckt. In sei­nem „G’schafft“-So­lo trei­ben ihn das Cha­os im Al­ten­heim und die un­er­wi­der­te Lie­be zu sei­ner baye­ri­schen Hei­mat auf den sei­nen ganz per­sön­li­chen Kri­sen­gip­fel. Die Maß von Kreß ist voll! (Dreh­lei­er, 12. bis 14.4.)

Wo wir schon so ra­sant beim Bier ge­lan­det sind: Auch Alois Lün­gerl, Ur­ur­ur­ur­en­kel des wohl be­rühm­tes­ten Münch­ners Alois Hin­gerl, hat sei­nen Schlüs­sel zum Maß­krug­schließ­fach im Hof­bräu­haus ver­lo­ren. Auf sei­ner Su­che stol­pert er über Mo­zart, El­vis und das Eis­bach-Girl. Her­aus­kommt die Ze­fix Hal­le­lu­ja- Pre­mie­re, die auf den ti­be­ta­ni­schen Tem­pel­hund ge­kom­men ist. (Hofspielhaus, 3.4.)

Am sel­ben Ort hul­di­gen auch die Her­ren vom Saug­lock­n­läutn dem 500-Jah­re-Ju­bi­lä­um des Baye­ri­schen Rein­heits­ge­bots – und zwar mit ei­ner bie­rig-bä­ri­gen Tour durch die hei­mi­sche Brau­häu­ser- und Wirts­haus-Kul­tur. Das Rein­heits­ge­bot gilt für sie auch bei der Volks­mu­sik. Sonst könn­te man sich ja gleich in die Sud­pfan­ne le­gen. „Glacht mu­aß wern, aa wenn de Welt no so schlecht is ...“, lau­tet ih­re De­vi­se. (Hofspielhaus, 2.4.)

Wie laut war ei­gent­lich der Ur­knall? Und wie tief ist ein schwar­zes Loch wirk­lich? Fra­gen wie die­se kön­nen nur Vin­ce Ebert und Eric May­er mit kind­li­cher Un­schuld stel­len und an­ge­mes­sen er­wach­sen be­ant­wor­ten. Ja ge­nau der, der „St­unt­man des Wis­sens“aus der ZDF-Ju­gend­sen­dung „pur+“. Sie bli­cken mit dem Te­le­skop in die Ver­gan­gen­heit und rei­sen zu den Ster­nen. „Kin­der stel­len in­tui­tiv die gro­ßen Fra­gen. Sie sind die bes­ten Wis­sen­schaft­ler“, sagt Vin­ce Ebert, der in der ARD auch das Kurz­for­mat „Wis­sen vor 8“mo­de­riert. (Lust­spiel­haus, 3.4.)

Wie ein Kin­der­vers kommt der neue Pro­gramm­ti­tel von Tho­mas Schre­cken­ber­ger da­her: „Ene, mei­ne, muh – wem traust du?“Doch das The­ma ist ernst: Im­mer­hin le­ben wir in Zei­ten, in de­nen Miss­trau­en an­ge­sagt ist. Die meis­ten Ge­heim­nis­se, von de­nen frü­her nur die Nach­ba­rin wuss­te, kennt heut­zu­ta­ge eh der NSA. Dem In­ter­net ist über­haupt nicht mehr zu trau­en. „Kaum su­chen wir nach der Adres­se ei­nes Bau­markts“, weiß Schre­cken­ber­ger aus ei­ge­ner Er­fah­rung, „schon emp­fiehlt uns Ama­zon ‚50 Sha­des of Grey‘.“Er macht sich auf ei­ne eh­ren­wer­te Su­che – nach dem ein­zi­gen Men­schen, dem man wirk­lich noch trau­en kann. (Lach- und Schieß­ge­sell­schaft, 31.3. und 1.4.)

Von Kind­heit an wach­sam ist Ber­ha­ne Ber­ha­ne. Als Sechs­jäh­ri­ger kam er näm­lich mit nichts nach Deutsch­land – nicht mal mit ei­nem Nach­na­men. Den be­kam er erst mit dem deut­schen Pass. Doch rasch war es mit der Gast­freund­schaft vor­bei. Er muss­te in ei­ner Stadt auf­wach­sen, die nur die ganz Har­ten über­le­ben: Hei­del­berg. Mitt­ler­wei­le ist Ber­ha­ne in der Mit­te der Ge­sell­schaft an­ge­kom­men. Und da­mit bein den Sor­gen um „sein Volk“. Im­mer­hin hat er ge­lernt: „Ein Volk, das sich auf der Tanz­flä­che so däm­lich an­stellt, wird auf je­den Fall auss­ter­ben.“(Schlacht­hof, 8.4.)

Nicht schon wie­der schimp­fen. Oder et­wa doch? Michael Fro­win ist ei­ner der we­ni­gen, der mit Fug und Recht sa­gen darf: „Ein­pa­cken, Frau Mer­kel!“. Im­mer­hin ist Fro­win der Chauf­feur der mäch­tigs­ten Frau der Welt. Als Kanz­le­rin­nen­fah­rer hat er den Lo­gen­platz, wenn es um In­for­ma­tio­nen aus al­ler­ers­ter Rau­te geht.

Un­ter­wegs zu den Ster­nen: ERIC MAY­ER & VIN­CE EBERT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.