CON­CERTS

Der Sound­track des Le­bens, die Songs von der Stra­ße

In München - - INHALT -

Gän­se­h­aut­ge­flüs­ter

Nun, die Fra­ge der Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, ob Paul McCart­ney noch lebt, stellt sich die­sen Som­mer nicht: Fast drei St­un­den dau­ern sei­ne Kon­zer­te, voll mit den größ­ten Mo­men­ten aus 50 Jah­re Rock­ge­schich­te und fast eben­so vie­le Songs, die den Sound­track un­se­res Le­bens mit­ge­stal­te­ten. „Hey Ju­de“, „La­dy Ma­don­na“, Yes­ter­day“–ganz ehr­lich, wenn hier ein Dou­ble auf der Büh­ne ste­hen wür­de, die Fans wür­den es wohl mer­ken. Paul und sei­ne Band ha­ben be­reits an den spek­ta­ku­lärs­ten Or­ten ge­spielt: Ob vor dem Ko­los­se­um in Rom, auf dem Ro­ten Platz in Mos- kau, dem Bucking­ham Pa­lace, die letz­te Show al­ler Zei­ten im Cand­lestick Park San Fran­cis­co, wo auch das al­ler­letz­te Kon­zert der Beat­les 1966 statt­fand, so- wie ein Kon­zert, dass live ins All aus­ge- strahlt wur­de. Und nun in Mün­chen – die „One On One“-Tour wird ein neu­es De­sign und ei­ne neue Pro­duk­ti­on vor­füh­ren. Mas­si­ve Screens, La­ser, Feu­er­werk und ei­ne um­wer­fen­de Aus­wahl der bes­ten Songs ga­ran­tie­ren ei­ne Show, die man hof­fent­lich nicht ver­ges­sen wird. (10.6. Olym­pia­sta­di­on)

Der aus Akron, Ohio stam­men­de Sin­ger-Songwriter Jo­seph Ar­thur, auch Mit­glied der Bands Fist­ful of Mer­cy und RNDM, hat sich über die Jah­re mit sei­nen hoch­ge­lob­ten Al­ben ei­nen gu­ten Ruf er­spielt. Und wie einst Gra­te­ful De­ad nahm er sei­ne Kon­zer­te auf und stell­te sie di­rekt nach der Show den Be­su­chern zur Ver­fü­gung. Mit­te der Neun­zi­ger Jah­re wur­de Ar­thur von Pe­ter Ga­b­ri­el ent­deckt und der nahm ihn als ers­ten nord­ame­ri­ka­ni­schen Künst­ler bei sei­nem Plat­ten­la­bel „Re­al World“un­ter Ver­trag. Dort ver­öf­fent­lich­te Ar­thur sei­ne ers­ten bei­den Al­ben, be­vor er zu ver­schie­de­nen In­die-La­bels wech­sel­te. 2006 grün­de­te er sein ei­ge­nes mit dem Na­men „Lo­nely As­tro­naut Re­cor­ds“und spiel­te zwei wei­te­re Al­ben ein. 2013 kehr­te er zu Re­al World Re­cor­ds zu­rück und wird dort sein nächs­tes So­lo­al­bum „The Fa­mi­ly“ver­öf­fent­li­chen, das nun prä­sen­tiert wird. (10.6. Strom)

Un­ver­ges­sen, wie die Sur­fGi­tar­re von Dick Da­le in Pulp Fic­tion von der Lein­wand di­rekt in die Ge­hirn­rin­de des Zu­schau­ers sägt – für Nach­ge­bo­re­ne wohl der ers­te Kon­takt mit dem süd­ka­li­for­ni­schen Sub­gen­re des Rock’n’Roll. The Ra­zor­b­lades sind wohl die flei­ßigs­te Sur­f­rock­band Eu­ro­pas und fah­ren seit Jah­ren die eu­ro­päi­schen Au­to­bah­nen ab. Hi Ener­gy-Surf­punk, der den Bo­gen vom ka­li­for­ni­schen Surfs­ound Dick Da­les über die Tur­bo ACs bis zu mo­der­nem Ro­cka­bil­ly à la Bri­an Set­zer und The Pe­a­cocks spannt. Wild, ver­schwitzt, en­er­ge­tisch und so schnell wie Dick Da­le auf Speed, wie „ei­ne Ver­fol­gungs­jagd an der ka­li­for­ni­schen Küs­te mit lau­tem Punk­rock im Au­to­ra­dio,120 mph und oh­ne Si­cher­heits­gurt ...“– schön ge­sagt. Als Sup­port sind San Qu­en­tin Ro­deo Mas­sa­cre mit kraft- und hu­mor­vol­ler „Por­no­bil­ly“aus Mün­chen am Start. Was will man mehr für ei­nen ge­lun­ge­nen Abend. (11.6. Im­port Ex­port)

To­bi­as Laem­mert ver­öf­fent­lich­te un­ter dem Na­men Pro­te­in sein ers­tes Stu­dio­al­bum „Süss“im Jah­re 2001. Gom­ma-La­bel­chef Ma­thi­as Mo­di­ca hör­te das Ta­pe zu­fäl­lig wäh­rend ei­ner Ta­xi­fahrt und bot ihm kur­zer­hand ei­nen Plat­ten­ver­trag an. Pro­te­in lo­te „akus­ti­sche Ver­wer­fun­gen in den Zwi­schen­wel­ten der In­stru­men­tal-Mu­sik aus“, so die In­for­ma­ti­on. Ob di­gi­tal oder ana­log –mi­ni­ma­lis­ti­sche Sound­col­la­gen und de­ren kon­stan­te, fein jus­tier­te De- und Re­kon­struk­ti­on, ge­bro­che­ne Rhyth­men und ato­na­le Se­xy­ness ver­kör­pern auch das La­bel-Cre­do von Scha­mo­ni Mu­sik par ex­cel­lence. Hier er­schien 2014 auch das Pro­te­in-Al­bum „Hell­dun­kel“, des­sen Co­ver-Art­work be­reits da­mals das nun vor­lie­gen­de Werk „The Se­cret Gar­den“an­kün­di­gen soll­te, wel­ches in Ko­ope­ra­ti­on mit Ali­en Tran­sis­tor ent­stand. Wer auf Mou­se On Mars, Not­wist, Con­so­le, Aphex Twin und Neu! steht – hier ist er rich­tig. (16.6. Im­port Ex­port)

Der Boss ist zu­rück und sei­ne Auf­trit­te gel­ten als das Maß al­ler Din­ge in der live ge­spiel­ten Rock­mu­sik. Bei den Mam­mut­kon­zer­ten von Bru­ce Springs­teen & The E Street Band ver­bin­den sich Ge­nia­li­tät, Lei­den­schaft und Glaub­wür­dig­keit mit ei­ner ein­zi­gen Pu­bli­kum­s­eu­pho­rie. Sie ha­ben da­mit ei­ne ei­ge­ne, un­über­trof­fe­ne Live-Di­men­si­on ge­schaf­fen, die seit mehr als vier Jahr­zehn­ten die Fans in al­ler Welt elek­tri­siert. Nun steht ein ganz be­son­de­res Sch­man­kerl an: der Boss blickt zu­rück auf ei­nes sei­ner größ­ten und wich­tigs­ten Al­ben „The Ri­ver“, das vor 36 Jah­ren er­schien und Springs­teen sei­ne ers­te Nr. 1-Plat­zie­rung in den US Bill­board Charts be­scher­te. Nun ist mit „The Ties That Bind“ei­ne 4 CD/2DVD-Box mit al­len Out­ta­kes und Li­ve­ver­sio­nen des Dop­pel­al­bums er­schie­nen, na­tür­lich wird ei­ni­ges da­von ne­ben den ganz gro­ßen Hits auch live vor­ge­stellt wer­den. Wer Stand­fes­tig­keit be­wei­sen und noch ein­mal das mu­si­ka­li­sche Ver­mächt­nis des „klei­nen Man­nes aus dem Volk“hö­ren möch­te – bes­ser als Bru­ce kann’s kei­ner. (17.6. Olym­pia­sta­di­on)

Er gilt als ei­ner der ganz gro­ßen Gi­tar­re­ros der Stark­strom-Ab­tei­lung: Ob an der Sei­te von Oz­zy Os­bourne oder zu­sam­men mit der Black La­bel So­cie­ty, Zakk Wyl­de ist ein ech­tes Me­tal-Ur­viech und zu­gleich ein Vir­tuo­se. Jetzt ist er zum ers­ten Mal so­lo un­ter­wegs und das er­staun­lich ru­hig und sen­si­bel und vor al­lem –akus­tisch. Noch wäh­rend der Zeit als er bei Oz­zy Os­bourne als Gi­tar­rist en­ga­giert war, ver­öf­fent-

Wild und en­er­ge­tisch: THE RA­ZOR­B­LADES

Sound­track fürs Le­ben: PAUL MCCART­NEY

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