Li­sa Han­ni­gan

In München - - FRISCH GEPRESST -

At Swim

(Pi­as)

Welch ein Kon­trast. Die iri­sche Sin­ger/Song­wri­te­rin Li­sa Han­ni­gan. Hübsch sieht sie aus, ein biss­chen herb, streng viel­leicht so­gar, mit ih­ren hoch­ge­steck­ten Haa­ren. Aber auch ent­schlos­sen, scharf­sin­nig, in­ter­es­sant so­wie­so. Al­so ge­nau­so, wie sich ih­re Mu­sik im Jahr 2016 auch an­hört. Et­was mys­tisch be­ginnt das mit „Fall“, kraft­voll und vol­ler Ta­ten­drang, zugleich aber ge­wohnt zer­brech­lich und ver­huscht, am En­de aber auch wie so oft fi­li­gran. Das groß­ar­ti­ge „Pray­er For The Dy­ing“ba­siert auf ei­nem ver­wa­schen klin­gen­den Pia­no, ei­nem läs­sig swin­gen­den Schlag­zeug und na­tür­lich ih­rer gran­dio­sen, hier sehr flä­chig an­ge­leg­ten, Stim­me, Har­mo­nie- und Me­lo­die­füh­rung er­in­nern da­bei an ei­ne 50er- oder 60er-Jah­re-Schnul­ze. Und wei­ter geht’s mit sorg­sam ge­zupf­ten Gi­tar­ren, sach­te ge­tupf­ten Tas­ten­in­stru­men­ten und un­auf­dring­li­chen, sich im­mer in den Hin­ter­grund drän­geln­den Beats, die aber so per­fekt ins Ge­samt­kunst­werk pas­sen, dass es ei­nem ganz warm ums Herz wird. Tol­le, sehr stim­mungs­vol­le Plat­te!

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