Ste­van Paul

In München - - LITERATUR - Rai­ner Ger­mann

Der gro­ße Glan­der

(Mai­risch Ver­lag)

Ste­van Paul schreibt gut ab­ge­han­ge­ne und in­halt­lich stim­mi­ge, teils re­gel­recht pro­sai­sche, ku­li­na­ri­sche Tex­te für Zeit­schrif­ten, Ma­ga­zi­ne und sei­nen ei­ge­nen Food-Blog „Nutri­cu­li­na­ry“. Da­zu kom­men Koch­bü­cher, die sich von der Ka­te­go­rie „Re­zept­samm­lung“durch die Bei­ga­be von per­sön­lich ab­ge­schmeck­ten An­ek­do­ten deut­lich un­ter­schei­den. Nun hat er sei­nen ers­ten Ro­man ge­schrie­ben und auch wenn die Viel­falt der un­ter­schied­li­chen In­gre­di­en­zi­en erst ein­mal die Auf­merk­sam­keit des Le­sers ge­win­nen, so will aus der Ge­schich­te über den ge­heim­nis­vol­len Künst­ler Gus­tav Glan­der doch kein stim­mi­ges Me­nü ent­ste­hen. Die von ei­nem frus­trier­ten Kunst­zeit­schrift-Re­dak­teur in­sze­nier­te Su­che nach dem ver­schwun­de­nen Eat Art-Ak­ti­vis­ten ver­läuft trotz geo­gra­fi­scher Sze­nen­wech­sel sehr ein­di­men­sio­nal, da kön­nen auch die kur­zen Rück­blen­den zu den Prot­ago­nis­ten sei­ner mit al­ler­lei kunst­ge­schicht­li­chen und ku­li­na­ri­schen Rand­no­ti­zen auf­ge­la­de­nen Er­zäh­lung kei­ne Tie­fe schaf­fen. Zur Hoch­leis­tung läuft Paul in der Be­schrei­bung von ra­san­ten Kü­chen­sze­nen so­wie von ein­fachs­ten wie kom­pli­zier­ten Spei­sen und de­ren Zu­be­rei­tung auf – ge­lernt ist eben ge­lernt.

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