Dis­kur­si­ve Schlacht­fel­der

Mit­tel­punkt Eu­ro­pa, Ru­mä­ni­en, Queer, Ki­no.kat!, fem­mes to­ta­les

In München - - KURZ BELICHTET -

Sie wa­ren jung, zu­kunfts­froh, sie wa­ren in Bres­lau da­heim. Dann kam Hit­ler an die Macht. Man­che konn­ten flie­hen und ins Exil ge­hen, ei­ni­ge über­leb­ten Au­schwitz – und kehr­ten nicht zu­rück. In Ka­rin Ka­pers und Dirk Sus­zi­es‘ Do­ku­men­tar­film Wir sind Ju­den aus Bres­lau er­in­nern sich 14 Zeit­zeu­gen an ver­gan­ge­ne jü­di­sche Le­bens­wel­ten. (Re­gie­ge­spräch mit Gäs­ten am Mo 21.11. im Thea­ti­ner).

Wo ist Eu­ro­pas Mit­te? Im Os­ten viel­leicht, in den Vi­se­grád-Län­dern? Beim Mit­tel­punkt Eu­ro­pa Film­fest kann man sich selbst ein Bild ma­chen mit aus­ge­sucht hoch­ka­rä­ti­gen Spiel­fil­men, Do­kus, Kurz­fil­men aus Po­len, Un­garn, Tsche­chi­en und der Slo­wa­kei. Die Sa­ti­re

von Petr Ze­len­ka nimmt die Neu­ro­sen der Tsche­chen aufs Korn. Da­bei spielt ein Pa­pa­gei ei­ne Rol­le, der schon 1938 beim „Münch­ner Ab­kom­men“da­bei war, und die üb­len Sprü­che von da­mals im Prag von heu­te her­um krächzt. schil­dert das Schick­sal des Ex-Bo­xers Pe­ter Baláž, ge­nannt Ko­za, die „Zie­ge“, der einst die Slo­wa­kei bei der Olym­pia­de ver­trat. Als sei­ne Freun­din schwan­ger wird, muss er wie­der in den Ring. In

der in Kar­o­ly Va­ry prä­miert wur­de, geht es um ei­ne jun­ge Mut­ter in Bu­da­pest, die das Sor­ge­recht für ih­ren Sohn zu­rück er­kämpft.In­der bit­ter­bö­sen Thril­ler-Fa­bel um zwei Brü­der, jun­ge Män­ner, die auf Hass-Ideo­lo­gi­en her­ein­fal­len und prü­gelnd um die Häu­ser zie­hen. Im Thril­ler

von Jer­zy Sko­li­mow­ski tre­ten auf: ei­ne jun­ge Schau­spie­le­rin, ihr Ehe­mann, ein Hot-Dog-Ver­käu­fer, ein schmie­ri­ger Pro­du­zent, Not­fall­sa­ni­tä­ter, ein Dro­gen­ku­rier, ein Ma­ler, ei­ne Grup­pe Non­nen ... „Je we­ni­ger ver­ra­ten wird, des­to bes­ser. Ge­wiss ist nur: Sie al­le steu­ern auf ein Fi­na­le zu, das man lan­ge nicht ver­ges­sen wird.“(Mit Gäs­ten, im Mo­no­pol, Mi 23. bis Di 29.11.)

Lost in Mu­nich Child, Goat 11 Mi­nu­tes The Wed­nes­day Ho­me Guards

Nach 45 Jah­ren schließt das El­do­ra­do-Ki­no zum Mo­nats­en­de. Zum Ab­schied gibt’s hier noch ein­mal La­te Night Lec­tu­res. Chris­toph Dra­xa, Film­his­to­ri­ker aus Nürn­berg, spürt dem ita­lie­ni­schen San­da­len-, Hor­ror-, Ita­lo­Wes­tern-Re­gis­seur Ric­car­do Fre­da nach. Ul­rich Man­nes, Her­aus­ge­ber von Si­gi Götz-En­ter­tain­ment wid­met sich dem deut­schen Schla­ger­film der 1950er. (Do 17. und Do 24.11.)

Ki­no.kat!, die ka­ta­la­ni­schen Film­ta­ge, zei­gen u.a.

Aga­ta’s Fri­ends / Les ami­gues de l’Àga­ta.

Die hat mit dem Stu­di­um in Bar­ce­lo­na be­gon­nen, trifft sich aber noch im­mer mit ih­ren Freun­din­nen aus Kind­heits­ta­gen. Ein im­mer schwie­ri­ger wer­den­der Kon­flikt, der bei ei­ner Rei­se zum Aus­bruch kommt. In geht es um die be­rühm­ten Men­schen­tür­me. Nur, dass es die Ca­s­tel­lers auch in In­di­en gibt. (KiM Ki­no Fr. 25. bis So 27.11.)

Mel­ting Pot

„The­re is so much left to fight for!“Beim ers­ten Queer Film Fes­ti­val München gibt es ne­ben Fil­men und Ge­sprä­chen zu all den schö­nen, über Jahr­zehn­te er­kämpf­ten Le­bens­for­men, die, jetzt wie­der ge­fähr­det sind, auch gro­ßes Ki­no. The Hand­mai­den vom Süd­ko­rea­nerPark Chan-wook („Old­boy“) z.B. ist ein hoch­e­ro­ti­scher Ko­s­tümthril­ler, der Sa­rah Wa­ters‘ Ro­man „Fin­gers­mith“ins von Ja­pan be­setz­te Ko­rea der 1930er ver­legt. Hier lebt die rei­che Ja­pa­ne­rin Hi­de­ko bei ih­rem sa­dis­ti­schen On­kel. Ein Hoch­stap­ler will sie, mit­hil­fe des Di­enst­mäd­chens Soo­kee, um ihr Ver­mö­gen er­leich­tern. Soo­kee al­ler­dings ver­liebt sich in Hi­de­ko, und schließ­lich be­trügt viel­leicht je­de(r) je­de(n). (Ci­ty, Are­na, Ma­xim usw., Mi 23. bis Mo 28.11.)

Pur­su­it of Hap­pi­ness à la Rumâ­nia. Beim Ru­mä­ni­schen Film­fes­ti­val gibt’s u.a. Bog­dan Mi­ri­cas‘ in Can­nes und Cluj prä­mier­ten Thril­ler zu se­hen. Ein jun­ger Mann aus Bukarest

Hun­de

will ein er­erb­tes Haus in der Pro­vinz ver­kau­fen. Al­ler­dings hat der lo­ka­le Gangs­ter­boss ei­ge­ne In­ter­es­sen. Ein Freund ver­schwin­det. Ein kran­ker Po­li­zist er­mit­telt. In von Paul Ne­goe­s­cu wird Di­nel be­raubt. Das wä­re (fast) egal. Nur ist das Los in der Ta­sche ein Mil­lio­nen­ge­winn. Al­so macht sich Di­ner mit zwei Freun­den auf die Su­che

Zwei Lo­se

Schö­nes Cha­os: THE HAND­MAI­DEN

Nach­plap­pern nervt: LOST IN MU­NICH

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