Vir­tuo­sen

In München - - DER KLASSIKER - To­bi­as Hell

Er zählt zwei­fel­los zu den be­deu­tends­ten Di­ri­gen­ten un­se­rer Ta­ge und hält als trei­ben­de Kraft hin­ter dem East-Wes­tern Di­van Orches­tra auch in po­li­ti­schen Fra­gen kei­nes­wegs zu­rück. Be­gon­nen hat Da­ni­el Ba­ren­boim sei­ne Kar­rie­re je­doch zu­nächst als Kla­vier­wun­der­kind, das be­reits mit acht Jah­ren das ers­te Kon­zert ab­sol­vier­te. Zu­rück zu die­sen Wur­zeln kehrt der Weltbürger nun auch mit ei­nem groß an­ge­leg­ten Schu­bert-Zy­klus in der Phil­har­mo­nie, wo er im De­zem­ber die ers­ten bei­den Etap­pen sei­ner In­ter­pre­ta­ti­on al­ler Kla­vier­so­na­ten ab­sol­viert. (3./5.12. Phil­har­mo­nie)

Ba­ren­boim ist da­bei al­ler­dings längst nicht der ein­zi­ge pro­mi­nen­te Kla­vier­vir­tuo­se, der uns bis Jah­res­en­de noch ei­nen Be­such ab­stat­tet. Ein Wie­der­se­hen gibt es näm­lich mit Ar­ca­di Vo­lo­dos, der als krö­nen­den Ab­schluss für sein Re­zi­tal eben­falls Schu­berts So­na­te Nr. 20 in A-Dur ge­wählt hat, die be­reits bei Ba­ren­bo­ims ers­ten Abend das Fi­na­le mar­kiert. In Be­zie­hung ge­setzt wird die­ses Werk von Vo­lo­dos je­doch mit Kom­po­si­tio­nen von Ro­bert Schu­mann so­wie den acht Kla­vier­stü­cken Opus 76 von Jo­han­nes Brahms (10.12. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Vo­lo­dos‘ jun­ger Lands­mann Dmitry Mas­leev be­geis­ter­te das Pu­bli­kum ge­ra­de erst im Rah­men ei­nes Pro­kof­jew-Ma­ra­thon im Rah­men von Va­le­ry Ger­gievs „Mphil 360 Grad“-Fes­ti­val. Und schon zu­vor hat­ten an­schei­nend die Münch­ner Sym­pho­ni­ker ein Au­ge auf den Ge­win­ner des re­nom­mier­ten Mos­kau­er Tschai­kow­sky-Wett­be­werbs von 2015 ge­wor­fen. Denn sie prä­sen­tie­ren den jun­gen Rus­sen nun eben­falls, mit Beet­ho­vens ers­tem Kla­vier­kon­zert. Am Pult steht er­neut Chef­di­ri­gent Ke­vin John Edus­ei, der sei­ne Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit den Sin­fo­ni­en Beet­ho­vens bei die­ser Ge­le­gen­heit mit der Sieb­ten fort­setzt und den Abend mit dem Opus 91 des Kom­po­nis­ten, „Wel­ling­tons Sieg oder die Schlacht bei Vit­to­ria“ab­run­det. (8.12. Phil­har­mo­nie)

Zu die­sen Her­ren ge­sellt sich mit An­na Vin­nist­ka­ya noch ei­ne wei­te­re Meis­te­rin am Flü­gel, die 2007 ih­ren gro­ßen Durch­bruch mit dem Sieg beim Con­cours Mu­si­cal Rei­ne Eli­sa­beth in Brüs­sel fei­er­te. Die rus­si­sche ECHO Klas­sik-Preis­trä­ge­rin prä­sen­tiert mit dem Kon­zert Nr. 2 in c-moll von Ser­gej Rach­ma­ni­now ei­ner der ab­so­lu­ten Klas­si­ker des Re­per­toires, bei dem sie vom SWR Sym­pho­nie­or­ches­ter be­glei­tet wird. Die mu­si­ka­li­sche Lei­tung liegt in den Hän­den von Ma­e­s­tro Dmi­trij Ki­ta­jen­ko, der den Abend zu­nächst mit Mu­sik von Schosta­ko­witsch er­öff­net und nach der Pau­se Tschai­kow­skys be­rühm­te „Pa­the­tique“fol­gen las­sen wird. (9.12. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Da­für, dass der Mo­nat trotz die­ser Atta­cke mit St­ein­way und Co. nicht all­zu kla­vier­las­tig wird, sorgt un­ter an­de­rem der Ös­ter­rei­cher An­dre­as Ot­ten­sa­mer. Auch der So­lo-Kla­ri­net­tist der Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­ker kann näm­lich schon seit dem ver­gan­ge­nen Jahr auf ei­nen ECHO-Klas­sik so­wie zahl­rei­che Ein­la­dun­gen zu nam­haf­ten Orches­tern und Fes­ti­vals zu bei­den Sei­ten des At­lan­tiks ver­wei­sen. Dem Münch­ner Pu­bli­kum stellt er sich nun mit Mo­zarts Kla­ri­net­ten­kon­zert KV 622 vor, das er ge­mein­sam mit dem Würt­tem­ber­gi­schen Kam­mer­or­ches­ter und Di­ri­gent Ru­ben Ga­za­ri­an zur Auf­füh­rung bringt. Mit der „Ju­pi­ter-Sin­fo­nie“steht da­ne­ben ein wei­te­res po­pu­lä­res Werk des Salz­bur­ger Wun­der­kin­des auf dem Plan, eben­so das „Con­cer­to per Ar­chi“aus der Fe­der von Ni­no Ro­ta. (11.12. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Auf ei­ne Fest­an­stel­lung bei den Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­kern kann auch Al­brecht May­er ver­wei­sen, der dort seit 1992 als So­lo-Obo­ist en­ga­giert ist. Wie sein jun­ger Kol­le­ge fin­det aber auch er zum Glück im­mer Zeit für Gast­spie­le. So et­wa nun auch beim Münch­ner Kam­mer­or­ches­ter, mit dem er Fi­al­as Kon­zert für Eng­lisch­horn, so­wie Hum­mels Va­ria­tio­nen in F-Dur op. 102 in­ter­pre­tiert. Kom­plet­tiert wird das Pro­gramm da­ne­ben auch hier mit Kom­po­si­tio­nen von Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart. (4.12. Prinz­re­gen­ten­thea­ter)

Roll over Beet­ho­ven: DMITRY MAS­LEEV

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