HEIM­SPIEL

In München - - FRISCH GEPRESST -

Welt­weit wer­den The Not­wist als die Er­fin­der des In­die­t­ro­nic ver­ehrt und ge­fei­ert glei­cher­ma­ßen. Spä­tes­tens ihr Al­bum „Ne­on Gol­den“war es, mit wel­chem die Brü­der Mar­kus und Micha Acher aus Weil­heim in­ter­na­tio­nal zu Heils­brin­gern des In­die­rock aus­ge­ru­fen wur­den. Zu Recht, auch heu­te noch. Doch, wer sie zu­sam­men mit ih­ren kon­ge­nia­len Be­glei­tern Ci­co Beck, Max Punk­te­zahl, Karl Ivar Refseth und An­di Ha­berl die letz­ten Jah­re mal li­ve ge­se­hen und ge­hört hat, weiß, dass da noch sehr viel mehr ist. Zum Bei­spiel ih­re Re­mi­nis­zen­zen an den Kraut- und Psy­che­de­lic-Rock der spä­ten 60er und frü­hen 70er Jah­re. Wenn The Not­wist ei­ne Büh­ne, wie hier die des UT Con­ne­witz in Leip­zig be­tre­ten, wo +

Su­per­he­roes. Ghost­vil­lains

(Ali­en Tran­si­tor) li­ve mit­ge­schnit­ten wur­de, dann trifft Prä­zi­si­on auf Vi­si­on, Spiel­freu­de auf Klang­kunst und Ent­de­cker­geist auf al­ler­höchs­ten Sach­ver­stand. Kann man im Prin­zip gar nicht ge­nug da­von be­kom­men, auch weil die Band für so viel mehr steht als groß­ar­ti­ge (Li­ve-)Mu­sik, denn auch ih­re Hal­tung, Ges­tus und über­haupt ihr Um­gang mit den so­ge­nann­ten Markt­me­cha­nis­men des Mu­sik­busi­ness sind ge­ra­de­zu vor­bild­lich. Grund ge­nug noch kurz auf das zwei­tä­gi­ge Ali­en Dis­koFes­ti­val hin­zu­wei­sen, wel­ches von den Acher-Brü­dern ku­ra­tiert wur­de und auf dem sie es sich frei­lich nicht neh­men las­sen selbst mu­si­ka­lisch Hand an­zu­le­gen, sie aber eben auch mit Bands wie

Car­la Dal For­no, The Co­met Is Co­m­ing, Dawn Of Mi­di, Hy­per­cul­te, Jo­an­na Gru­e­so­me, Mi­miCof, LeRoy, Melt-Bana­na, Sun Ra Ar­ke­s­tra, Jo­asih­no

u.v.a. ei­nen gran­dio­sen mu­si­ka­li­schen Über­blick über die Ni­schen der in­ter­na­tio­na­len Sub- und In­de­pen­dent­kul­tur zei­gen. (2. + 3.12. Kam­mer­spie­le)

Ma­rio Knapp ali­as Mo­bi­le Eth­nic Mi­no­ri­ty ist ein al­ter Ha­se im deut­schen Mu­sik­zir­kus. So wirk­te er bei Pro­duk­tio­nen von Uwe Och­senk­necht ge­nau­so mit wie bei Udo Lin­den­berg, Ni­na Ha­gen, Hei­ner Pu­del­ko u.a. Auf sei­nem nun vor­lie­gen­den Vi­nyl­al­bum (mo­bi­leeth­nic­mi­no­ri­ty.com) hat er wie­der mal ein paar sehr schö­ne, at­mo­sphä­ri­sche NeoFolk­songs zu­sam­men­ge­tra­gen, die ei­nen ger­ne mal an Leu­te wie Tom Waits, Lyle Lo­vett, Pe­ter Ga­b­ri­el oder Mark La­ne­gan den­ken las­sen. Ex­zel­len­tes Sin­ger/Song­wri­ter-Hand­werk von ei­nem der weiß wie’s geht. (14.12. Sustanz)

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